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Neue Mieter im Salinweg

Eingenistet im Dachgiebel: In Riedering sind Turmfalken gern gesehene Untermieter

Familienausflug auf dem Dach: Bei Anneliese Schug haben sich vor Kurzen Turmfalken eingenistet.Schmid
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Familienausflug auf dem Dach: Bei Anneliese Schug haben sich vor Kurzen Turmfalken eingenistet.Schmid
  • VonElisabeth Kirchner
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Eine Turmfalkenfamilie mit inzwischen acht Tieren hat sich über dem Schlafzimmer von Anneliese Schug eingenistet. Doch die Tiere sind ihr, aber auch den Nachbarn sehr willkommen. Auch, wenn sie vermutlich bald wieder von dannen ziehen.

Riedering − Am Salinweg in Riedering gibt es neue Mieter: Eine Falkenfamilie hat sich den Dachgiebel eines Hauses als Wohnung auserkoren. Nach wenigen Wochen Brutzeit wurde aus den zwei Untermietern eine zehnköpfige Großfamilie. Bald aber wird diese wieder ausziehen.

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Acht Falken-Jungen haben Horst Schmid und seine Frau gezählt, selbst das kleinste hat sich mittlerweile getraut, aus der Luke heraus in die große Freiheit zu starten. Falken habe er schon öfter in der freien Natur beobachtet, erzählt Schmid. Aber dass sie sich ausgerechnet das Wohnhaus seiner Nachbarin zum Brüten ausgesucht haben, freut ihn sehr.

Diese zwei Falken machen es sich in den Luken bequem.

Nach wochenlanger Funkstille sind die Küken geschlüpft

Im April sei „Frau Falke“ wohl schon am Brüten gewesen, denn „Herr Falke“ kam immer wieder mit einer Maus im Schnabel oder sonstigen Leckereien zur Dachluke und schlüpfte hinein in die gute Stube. Die alte Fernsehantenne eines anderen Nachbargebäudes diente den beiden schon vorher als Aussichtspunkt. „Vielleicht haben sie dadurch Geschmack an der Wohngegend gefunden“, mutmaßt Schmid.

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Dann aber herrschte wochenlang Funkstille. Und plötzlich ging der Radau unter dem Dach los. Die Falken-Jungen seien jetzt sicher geschlüpft, habe er noch zu seiner Frau gesagt, berichtet Schmid. Seitdem begutachtet er − genau wie seine Gattin − immer wieder mit dem Fernglas und der Kamera den Dachgiebel der Nachbarin.

Zum Schlafen ins Wohnzimmer geflüchtet

Anneliese Schug, besagte Nachbarin, freut sich über die neuen Untermieter über ihrem Schlafzimmer. Dass sich das Falkenpaar ausgerechnet ihr Haus als Brutstätte ausgesucht hat, macht sie in gewisser Weise stolz. Doch nun werden die Jungvögel größer und der Appetit wächst, sodass der Lärmpegel stets sehr hoch ist:

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„Ab halb drei, drei Uhr frühmorgens geht es los.“ Mittlerweile hat Anneliese Schug klein beigegeben und ist ins Wohnzimmer zum Schlafen umgezogen. Tagsüber schaut sie trotzdem gerne nach oben zu den Neumietern.

Und seit Kurzem sei ein neugieriges Junges direkt durchs offene Schlafzimmerfenster geflogen, erzählt Anneliese Schug: „Erst aufs Bett und dann unter den Heizkörper.“ Als der Jungvogel dann die eigentliche Wohnungsbesitzerin wahrnahm, sei er wieder durchs Fenster hinausgeflogen.

Die Jungvögel werden langsam flügge.

Falken mit Kamera beim Brüten beobachtet

„Erst wagen sie sich immer weiter nach vorne an die Brüstung, dann pumpen sie ganz heftig, und irgendwann trauen sie sich und fliegen los.“ Haargenau hat Schmid die Flugversuche der Jungvögel beobachtet und mit der Kamera festgehalten.

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In anderen Gemeinden wie Rosenheim oder Eggstätt haben die Verantwortlichen eine Kamera installiert, um die Falken beim Brüten zu beobachten. In Riedering gibt es keinen „Big Brother“, lediglich von außen nehmen die Anwohner am Leben der Falkenfamilie teil.

Erste Flugrunde gedreht

Erwin Heigl, seines Zeichens Falkner und unter anderem verantwortlich für das Falkenprojekt in Rosenheim, habe ihm, Schmid, gesagt, dass man für die Vögel nicht viel tun könne.

Erst wenn einer nicht fliege, komme er vorbei. Das sei aber nicht nötig gewesen, meint Schmid. Die Jungvögel hätten alle schon eine erste Flugrunde gedreht.

Suche nach eigenem Revier

Doch dann tauchte doch noch ein weiterer Jungfalke auf: Gleich einem Uhu habe er aus der Dachluke geblinzelt, sei nach vorne getänzelt und habe sich dann doch zurückgezogen. Lautstark habe man seinen „Tititi-Ruf“ gehört.

Während Horst Schmid noch meinte, „der hat Hunger“, zeigte seine Frau mehr Mitgefühl: „Der fühlt sich sicher einsam.“

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Irgendwann habe er sich aber doch getraut zu fliegen. Und nun ist es wieder ruhiger geworden am Salinweg. Schade, meint Schmid. Wenn sich die Jungvögel so gut weiterentwickeln, würden sie bald unabhängig und suchten sich ein eigenes Revier. Ob sie sich im nächsten Jahr wieder am Salinweg einmieten, weiß Schmid nicht. Aber schön wäre es schon, wieder Untermieter zu haben.

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