Einen Blick auf die andere Seite werfen

Werksführung durch die Arbeitsstätten der Firma Schattdecor: Thorsten Weber, Unternehmenskommunikation, erklärt Mitarbeitern der Inntal-Werkstätten den Produktionsablauf. Foto re
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Werksführung durch die Arbeitsstätten der Firma Schattdecor: Thorsten Weber, Unternehmenskommunikation, erklärt Mitarbeitern der Inntal-Werkstätten den Produktionsablauf. Foto re

Voneinander lernen und auch einmal einen Blick auf die andere Seite werfen: In einem erstmaligen partnerschaftlichen Projekt der Firma Schattdecor zusammen mit der Stiftung Attl sollen Azubis und Menschen mit geistiger Behinderung aus den Inntal-Werkstätten einmal den Arbeitsplatz des jeweils anderen kennenlernen.

Rohrdorf/Wasserburg - Es ist ein Patenschaftsprojekt, das sowohl bei den Menschen mit Behinderung wie auch bei den Auszubildenden den Horizont erweitern soll. Um über dieses Projekt zu sprechen, besuchte nun eine Delegation, bestehend aus dem Werkstattrat und Mitarbeitern der Inntal-Werkstätten, die Firma Schattdecor in Thansau. Die Vertreter der Arbeitnehmer mit geistiger Behinderung waren von der Idee sehr angetan.

Derzeit bildet das weltweit tätige Unternehmen 20 junge Menschen in den Berufen Dekortiefdrucker, Industriekaufmann und Fachinformatiker aus. Nachdem die Schattdecor AG schon seit Jahren in guter Beziehung zur Stiftung Attl, der renommierten Einrichtung für Menschen mit Behinderung, steht, wurde folgende Idee geboren: Die Auszubildenden sollten einmal die Gelegenheit haben, nicht nur Menschen mit Behinderung kennenzulernen, sondern ihnen auch an ihrem Arbeitsplatz über die Schulter schauen können.

Im Gegenzug sollen die Mitarbeiter der Attler Inntal-Werkstätten auch die Auszubildenden von Schattdecor bei deren Arbeit in Thansau begleiten können - eine Partnerschaft oder vielmehr eine Patenschaft auf gleicher Augenhöhe.

"Unsere Auszubildenden sollen einen selbstverständlichen und rücksichtsvollen Umgang mit Menschen mit Behinderung erlernen", meint Ausbildungsleiterin Gerlinde Pross. Beide Seiten können die jeweilige Arbeit und die Tagesabläufe des anderen kennenlernen. Durch einen unmittelbaren persönlichen Austausch könne es zu einem Überdenken der eigenen Wertevorstellungen kommen. Auf eine Förderung der sozialen Kompetenzen lege man großen Wert.

Der Leiter der Personalentwicklung bei Schattdecor, Korbinian Heiß, kennt die Stiftung Attl schon seit über zwei Jahren und ist von ihren Menschen und der geleisteten Arbeit begeistert. Er freut sich genauso wie Personalleiter Werner Reichert auf eine gute und langfristige Zusammenarbeit mit der Stiftung Attl.

Sowohl Firmengründer Walter Schatt als auch der Vorstand von Schattdecor haben ihre volle Unterstützung signalisiert.

Der Werkstattrat der Inntal-Werkstätten zeigte sich nicht nur erfreut über das ehrliche Interesse an ihrer Arbeit, sondern war auch sehr an der Arbeit bei Schattdecor interessiert. Eine Werksführung durch die Arbeitsstätten der Firma beeindruckte die Damen und Herren aus Attel sehr. Nun möchten sie die Idee zu ihren Kollegen nach Attl tragen, um Tauschpaten für dieses Projekt zu gewinnen. Nach einem ersten gegenseitigen Kennenlernen mit den Auszubildenden von Schattdecor, könne man an eine Umsetzung im Frühjahr denken. Alle Beteiligten sind schon sehr darauf gespannt. re

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