Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ukrainische Flüchtlingskinder in Brannenburg

Eine Spielgruppe zum Ankommen – „Die Gruppe tut den Kindern gut“

Unterstützung beim Ankommen in Deutschland: An drei Vormittagen pro Woche treffen sich ukrainische Flüchtlingskinder mit ihren Eltern im Montessori-Kinderhaus Inntal.
+
Unterstützung beim Ankommen in Deutschland: An drei Vormittagen pro Woche treffen sich ukrainische Flüchtlingskinder mit ihren Eltern im Montessori-Kinderhaus Inntal.
  • VonMaria Stuffer-Chunpetch
    schließen

Damit ukrainische Flüchtlingskinder trotz fehlender Kindergartenplätze beim Ankommen in Deutschland unterstützt werden, gibt es seit Ende April im Montessori-Kinderhaus Inntal eine eigene Eltern-Kind-Spielgruppe

Brannenburg – Damit ukrainische Flüchtlingskinder trotz fehlender Kindergartenplätze beim Ankommen in Deutschland unterstützt werden, gibt es seit Ende April im Montessori-Kinderhaus Inntal eine eigene Eltern-Kind-Spielgruppe. Der Gemeinderat bewilligte dafür in seiner jüngsten Sitzung einen Zuschuss bis August 2022. Aufgrund der angespannten Betreuungssituation in der Kommune wird die Gruppe wohl weiterlaufen.

Von der Idee bis zur Umsetzung der Spielgruppe war es kein weiter Weg, wie Jürgen Sauer, Geschäftsführer des Montessori-Kinderhauses, erzählt. Beim Gespräch zwischen der Gemeinde, dem Kindergartenverein Degerndorf/Brannenburg und dem Montessori-Kinderhaus war schnell klar, dass derzeit in Brannenburg zwar keine regulären Kindergartenplätze zur Verfügung stehen, eine Zwischenlösung mit einer Spielgruppe aber auf jeden Fall besser sei als gar nichts zu unternehmen.

Bedarf derzeit größer als das Angebot

Als Standort einigte man sich auf das Kinderhaus im Ortsteil Sägmühle, da dort die erforderlichen Räumlichkeiten vorhanden sind und es auch von Seiten des Personals und der Eltern Personen mit russisch-ukrainischen Sprachkenntnissen gibt, die jetzt in der Gruppe mitarbeiten.

Zurzeit treffen sich acht Kinder bis zum Schuleintrittsalter an drei Vormittagen pro Woche, wobei auch immer Eltern anwesend sein müssen. An einem Nachmittag pro Woche wird zusätzlich Deutsch-Unterricht angeboten. „Die Gruppe tut den Kindern gut“, bilanziert Geschäftsführer Sauer nach den ersten Wochen.

Da der Bedarf an Betreuungsplätzen derzeit größer als das Angebot ist und weitere ukrainische Flüchtlinge in Brannenburg erwartet werden, rechnet Sauer mit einer Weiterführung der Spielgruppe auch im neuen Kindergartenjahr.

Als sehr positiv wertete Sauer zudem die praktische Unterstützung der ukrainischen Eltern bei den Treffen im Kinderhaus, beispielsweise beim Ausfüllen von Anträgen. Groß sei auch die Hilfsbereitschaft der anderen Eltern, die den Flüchtlingen mit gezielten Sachspenden weiterhelfen.

Gemeinde übernimmt monatliche Pauschale

Zur Finanzierung der ungedeckten Kosten für Personal und Beschäftigungsmaterialien hat der Brannenburger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die nachträgliche Genehmigung für eine monatliche Pauschale in Höhe von 1300 Euro erteilt, nachdem Erster Bürgermeister Matthias Jokisch bereits vorab den Auftrag dazu erteilt hatte. Vorerst übernimmt die Gemeinde diese Ausgaben für vier Monate, im Juli soll über eine Weiterführung der Spielgruppe beraten werden.

Zum Jahresende wird der Gemeinderat dann über die genaue Kostenaufstellung informiert. Insgesamt könnten die Belastungen für die Gemeinde dann etwas geringer ausfallen, da für die ukrainische Eltern-Kind-Gruppe auch Fördermittel über die „Aktion Mensch“ beantragt wurden.

Hauptproblem: Die fehlenden Kindergartenplätze in der Gemeinde

Als Lösung mit Fragezeichen sieht Gemeindereferentin Barbara Weidenthaler vom Freundeskreis Asyl Brannenburg-Flintsbach die Eltern-Kind-Gruppe. Positiv sei zu werten, dass den Kindern ein geschützter Rahmen zum Ankommen in Deutschland geboten werde. Allerdings erschwere die erforderliche Anwesenheit der Eltern deren Zugang zu den Deutsch-Kursen und damit auch zum Arbeitsmarkt. Das Hauptproblem seien daher die fehlenden Kindergartenplätze in der Gemeinde.

Derzeit leben rund 80 ukrainische Flüchtlinge in Brannenburg. Dank des sehr aktiven Helferkreises und der Hilfsbereitschaft der Bürger konnten schon einige Projekte auf den Weg gebracht werden. So helfen Ukrainerinnen in der Kleiderkammer im katholischen Pfarrheim mit und bei einem bayerisch-ukrainischen Fest mit Musik und kulinarischen Spezialitäten konnten erste Kontakte geknüpft werden. Für die Zukunft möchte sich der Helferkreis noch mehr mit Angeboten insbesondere für die Kinder engagieren.

Dringende Suche nach günstigen Wohnungen

Aktuell sehr gefordert ist der Freundeskreis Asyl bei der Suche nach günstigen Wohnmöglichkeiten. Viele Flüchtlinge sind derzeit noch privat untergebracht, können dort aber nicht auf Dauer bleiben. Falls dann keine andere Wohnmöglichkeit gefunden wird, droht die Rückführung ins Ankerzentrum und damit eine Verlegung in Turnhallen, was zu erneuten Traumatisierungen der Kriegsflüchtlinge führen könne, befürchtet Barbara Weidenthaler.

Mehr zum Thema

Kommentare