DISKUSSION UM NEUEN BAUHOF IN VOGTAREUTH

Eine schwere Geburt

Blick auf den Wertstoffhof in Söchtenau, der an den Bauhof grenzt. So soll es auch in Vogtareuth geplant werden.
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Blick auf den Wertstoffhof in Söchtenau, der an den Bauhof grenzt. So soll es auch in Vogtareuth geplant werden.

So oder so ähnlich könnte er einmal aussehen, der geplante Bauhof in Vogtareuth. Auf den beiden Fotos ist der Bauhof aus Söchtenau abgebildet – er dient als Vorbild für Vogtareuth. „Zeit wird’s“, hieß es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Denn seit rund 24 Jahren wird vom Bauhof geredet, doch bis heute gibt es keinen in Vogtareuth.

Vogtareuth – Seit Jahren müssen Räume angemietet werden: im Schulhaus, am Wertstoffhof oder in weiteren Hallen. „An fünf verschiedenen Stellen sind die Gerätschaften untergebracht, einen richtigen Bauhof haben wir gar nicht“, seufzt Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter. Doch das soll sich nun ändern.

Denn zum einen müssten jährlich rund 18 000 Euro an Miete gezahlt werden, kritisiert ein Gemeinderat in der Sitzung, zum anderen werde einfach unnötig viel Zeit mit Herumfahren vertan, erklärt ein anderer. Hinzu komme, dass es keine Sozialräume, keine Toiletten oder Möglichkeiten zum Händewaschen und zum Umkleiden gebe. „Ein unhaltbarer Zustand“, so der Rathauschef.

Deshalb sitze ihm auch das Arbeitsschutzgesetz im Nacken. Sehr viel länger könne er das Gewerbeaufsichtsamt nicht mehr vertrösten. „Wir müssen den Bauhof nun auf den Weg bringen“, betont Leitmannstetter im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Soweit waren sich in der Sitzung dann auch alle Gemeinderäte einig. Völlig unterschiedlich sahen sie aber den Weg dorthin: Wie groß soll der Bauhof werden, soll er „auf Zuwachs“ geplant werden, wie viele Mitarbeiter soll er haben, brauchen alle ein Auto und müssen dafür Garagen eingeplant werden?

Zu Beginn der Diskussion hatte der Bürgermeister an ein Gutachten erinnert, das von der Gemeinde in Auftrag gegeben worden war. Es hatte Personal und Organisation unter die Lupe genommen. Fazit für den Bauhof: Zu den bereits drei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräften werde für die Fülle der Aufgaben eine weitere Vollzeitkraft benötigt.

Entsprechend hatte Bautechniker Anton Wenisch zwei Vorschläge dem Gemeinderat vorgestellt: eine kleinere und eine größere Variante. Der neue Vogtareuther Bauhof soll direkt neben dem bestehenden Wertstoffhof errichtet werden, soll allerdings von ihm getrennt bleiben. Vom Wertstoffhof 50 Meter entlang der Zufahrtsstraße Richtung Süden – soweit soll er reichen. „Auf diese Weise muss auch der Jugendtreff an eine andere Stelle verpflanzt werden, denn diesen Platz wird der Bauhof benötigen“, so Leitmannstetter.

Das Grundstück ist quadratisch angelegt, es wird also auch 50 Meter in die Tiefe reichen, insgesamt sind 2 500 Quadratmeter für den neuen Bauhof vorgesehen.

Nach den Plänen von Wenisch werden sich wie in Söchtenau zwei Gebäude gegenüberstehen: der Bauhof mit Umkleiden, Sozialräumen, Technik und Werkstatt entlang der Straße vom Fußballplatz zum Wertstoffhof und parallel dazu im Grundstück eine Lagerhalle. Dort könnten Gerätschaften sowie ein Salzlager untergebracht werden. Ein außen liegender Waschplatz ist ebenfalls vorgesehen.

Der Bauhof soll in der kleinen Ausführung 33 auf 14 Meter groß werden, in der großen 39 auf 14 Meter. Dann könnten auch fünf Garagenplätze untergebracht werden. In der größeren Variante, so schlägt der Bautechniker vor, könnte über dem Technikraum eine Betondecke für weiteren Stauraum eingezogen werden.

Laut Kostenschätzung von Anton Wenisch liegen die beiden Ausführungen nicht weit auseinander: 1,2 Millionen Euro für die kleine, 1,25 Millionen Euro für die große. Sein Vorschlag: Unbedingt einen Puffer einplanen und Schritt für Schritt vorgehen!

In der Diskussion ging es dann hoch her. Während Alexander Unrecht ein grundsätzliches Konzept vermisste und sich von den vorberatenden Ausschüssen nicht ausreichend informiert fühlte, erinnerte Johann Bürger-Schuster daran, dass auch „die Technik verbraucht“ sei. Man benötige also nicht nur neue Gebäude, sondern auch neue Gerätschaften. Zudem stehe die Realisierung des Feuerwehrhauses in Zaisering an. Sein Fazit: „Wir müssen von den Kosten runter und später Schritt für Schritt bauen!“ Das ging Sepp Oberberger über die Hutschnur: „Seit nun rund 22 Jahren wird das Thema zerredet. Immer ist irgendetwas im Weg.“ Er plädierte dafür, wenn schon gebaut wird, dann „gscheid“ und zwar jetzt. Denn billiger werde es nicht.

Ähnlich sahen das auch Martin Grünhofer und Elisabeth Stadlhuber: „Gleich bauen, anbauen ist immer viel teurer.“ Andreas Bonholzer wollte das Konzept für den Bauhof unter die Lupe nehmen. Könnten Arbeiten – wie beispielsweise der Winterdienst – an Fremdfirmen vergeben werden, wie viel Personal sei nun wirklich notwendig, welche Maschinen müssen unbedingt neu angeschafft werden?

Einstimmig wurde schließlich grünes Licht für die Aufstellung des Bebauungsplanes gegeben, um zumindest grundsätzlich Baurecht zu schaffen. Wie die Ausgestaltung des Bauhofes dann aussehen wird, das soll erst noch beraten werden.

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