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AUS DEM GEMEINDERAT

Eine App soll Besucherströme in Oberaudorf lenken: Wettbewerb „Kommunal?Digital!“ soll helfen

An beliebten Ausflugszielen wie beispielsweise an der Bergstation Hocheck, tummeln sich immer viele Wanderer. Mit einer speziellen App will die Gemeinde Oberaudorf die Besucherströme gezielt lenken.
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An beliebten Ausflugszielen wie beispielsweise an der Bergstation Hocheck, tummeln sich immer viele Wanderer. Mit einer speziellen App will die Gemeinde Oberaudorf die Besucherströme gezielt lenken.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
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Weil sich in Oberaudorf immer mehr Touristen tummeln, müssten die Besucherströme gelenkt werden. Dies könnte mithilfe einer App geschehen, die der Gemeinderat im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Kommunal?Digital!“ konzipieren will. Die App soll dabei Teil des Projekts „Alpines Kapazitätsmanagement“ sein.

Oberaudorf – Der Umwelttourismus hat sich durch die Corona-Pandemie zunehmend verstärkt, ist Bürgermeister Matthias Bernhardt (FWO) überzeugt. Immer mehr Besucher strömen in das Dorf, wollen die Gegend erkunden. Das Problem: Die Ströme können nicht gesteuert werden – sehr zum Leidwesen der Almbauern. „Im Winter ist der Suchverkehr extrem“, merkte Bernhardt in der jüngsten Gemeinderatssitzung an. Mit einer App, konzipiert im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Kommunal?Digital!“, könnte Abhilfe geschaffen werden, hofft der Bürgermeister.

Parküberwachung und digitale Infos zu Wanderzielen

Die erste Phase des zweistufigen Förderverfahrens hat die Gemeinde bereits erfolgreich bestritten, dazu wurde eine knappe Projektskizze eingereicht. Bernhardt wollte von den Ratsmitgliedern nun wissen, ob man nun auch in die zweite Phase einsteigen will. Mit 16:1 Stimmen beschloss das Gremium, dass die Verwaltung das Projekt weiterverfolgen und einen Vollantrag ausarbeiten soll.

Das von Bernhardt ausgedachte Projekt nennt sich „Alkapa“ (Alpines Kapazitätsmanagement). „Dabei geht es um eine kapazitätsbezogene Besuchersteuerung.“ Optische Sensoren könnten feststellen, wo es Warteschlangen gebe und wie viele Parkplätze belegt oder frei wären. „Man hätte eine digitale Belegungskarte im ganzen Dorf. Und eine App“, erklärte Bernhardt das Konzept. Der dazu nötige Server würde im Rathaus lokalisiert werden. Kosten entstünden dabei nicht, weil das Projekt zu 100 förderfähig wäre (Förderhöhe 500 000 Euro). Auch die anderen Gemeinden könnten von der Idee profitieren: „Es ist prinzipiell ausbaufähig“, so Bernhardt. Allerdings könnte nicht in jeder Gemeinde ein eigener Server untergebracht werden.

Die dazugehörige App soll nicht nur als intelligentes Verkehrssystem fungieren, sondern zugleich auch als „Wander-App“ genutzt werden. „Es wäre auch mit angedacht, Regionen zu kennzeichnen, in die die Leute nicht hineingehen dürfen“, erläuterte der Bürgermeister. Darüber hinaus könnte auch eine „Unwetterwarnung“ in die App integriert werden. Nachdem Bernhardt das Projekt erläutert hatte, forderte er das Gremium zu einer Diskussion auf.

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Martin Baumann (CSU) wollte wissen, ob die Gemeinde das Geld zunächst vorstrecken müsse. Bernhardt entgegnete, er sei sich diesbezüglich nicht ganz sicher, vermutet aber, dass man bereits vor Projektbeginn ausgezahlt werden würde.

Katharina Kern (CSU) erkundigte sich, ob die Kamera die Gesichter der Besucher aufzeichnen würde. Der Rathauschef erklärte, dass die Aufzeichnung am Ende des Tages aus Datenschutzgründen wieder gelöscht werden müssten.

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Positiv äußerte sich Stefan Hirnböck (FWO) zu der App-Idee: „Das find‘ ich total super“. Durch diese sinnvolle Lenkung könnte der Tourismus gefördert werden. Susi März (FWO) hingegen schlug eher kritische Töne an und gab zu Bedenken, dass der Server auch defekt werden könnte. „Muss die Gemeinde die Folgekosten dann selber zahlen?“ Der Bürgermeister bejahte diese Frage, fügte aber hinzu: „Normalerweise kauft man einen, der passt.“ All diese Fragen, so machte Bernhardt deutlich, könnte man zu einem späteren Zeitpunkt im Detail klären. Zunächst gehe es nur darum, zu entscheiden, ob sich die Gemeinde an der zweiten Phase des Wettbewerbs beteiligen und dafür ein detailliertes Konzept ausarbeiten soll. Am Ende befürwortete das Gremium mit einer Gegenstimme diesen Vorschlag. Die Gemeinde hat nun bis 21. Mai Zeit, zusammen mit einer wissenschaftlichen Einrichtung ein Konzept zum Projekt „Alkapa“ einzureichen. Der Zweck des Wettbewerbs bestehe darin, die Kommunen lebenswerter, umweltfreundlicher und smarter zu machen, heißt es auf der Homepage des Staatsministeriums für Digitales.

Freistaat fördert prämierte Projekte:

Durch die Digitalisierung schreitet zugleich die Technologie voran. Weil die Gesellschaft auch von Städten und Gemeinden erwartet, dass sie diese Potenziale nutzen, startet das Digitalministerium den Wettbewerb „Kommunal?Digital!“. Dabei sollen die besten digitalen Lösungen gefördert werden: Insgesamt stünden fünf Millionen Euro „für Bayerns Top 10 der smarten Ideen zur Verfügung“, heißt es auf der Homepage des Digitalministeriums. Im Klartext bedeutet das, dass jedes prämierte Projekt vom Freistaat mit bis zu 500 000 Euro gefördert wird. Das Motto des Wettbewerbs lautet „Von Kommunen für Kommunen.“ Denn das Ziel soll sein, dass auch andere Kommunen von den Projekten profitieren.

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