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„Ich will doch nur...“

Wilder Westen am Fuße des Schloßbergs: Warum eine Einbahnstraße einfach ignoriert wird

„Einbahnstraße? Wieso Einbahnstraße - ich fahre hier doch immer“. Kann sein, ist aber derzeit wegen der Bauarbeiten am Fuße des Schloßbergs in der Kuglmoostraße verboten. Auch da, wo diese Radfahrerin unterwegs ist.
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„Einbahnstraße? Wieso Einbahnstraße - ich fahre hier doch immer“. Kann sein, ist aber derzeit wegen der Bauarbeiten am Fuße des Schloßbergs in der Kuglmoostraße verboten. Auch da, wo diese Radfahrerin unterwegs ist.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Wild West am Schloßberg: Seit Montag ist die Rohrdorfer Straße wegen Arbeiten am Hochwasserschutz stadteinwärts und die Kuglmoosstraße bergabwärts gesperrt. Was Auto- und Fahrradfahrer nur mäßig interessiert. Sie fahren fröhlich gegen die Einbahnstraße. Bis jetzt.

Stephanskirchen –„Ich bin immer wieder erstaunt, was an Verkehrszeichen ignoriert wird und was für Diskussionen ich dann noch führen muss“, sagt Sabine Gerke, die Verkehrsexpertin der Polizeiinspektion Rosenheim.

Die Verbund AG verbessert in diesem Bereich gerade den Hochwasserschutz. Auf der Baustelle sind dementsprechend große Fahrzeuge mit entsprechend schweren Materialien unterwegs. Um wenigstens den Verkehr stadtauswärts einigermaßen zügig weg zu bringen, entschlossen sich die Verantwortlichen zu einer Einbahnstraßenregelung zwischen den beiden Innbrücken. Die auch schon in Teilen der Kuglmoosstraße gilt. Und die auch für Radfahrer gilt.

Beschilderung war nicht optimal

Fußgänger sind komplett von der Baustelle ausgesperrt. Was manche bisher nicht verstanden haben, „oder nicht verstehen wollen“, so Gerkes Kollege Thomas Opetnik. „Es ist einfach nicht genug Platz, nicht genug Straßenbreite“, erklärt Sabine Gerke, warum Radfahrer und Fußgänger ausgesperrt sind.

Sabine Gerke verbrachte, teilweise von ihrem Kollegen Dieter Pohl unterstützt, nahezu den gesamten Dienstag an der und um die Baustelle. Stellte fest, was auch der eine oder andere Auto- und auch Busfahrer bereits gemerkt hatte: Die Beschilderung ist nicht optimal.

Radlfahrer eher uneinsichtig

Der zuständige Mitarbeiter des Landratsamtes wurde hinzugerufen, der wiederum benachrichtigte die Verkehrssicherungsfirma. „Bis dann alle da waren, dauerte es eine Weile und ich diskutierte immer wieder mit Auto- und Radfahrern, die eher uneinsichtig waren“, so Sabine Gerke. Einige hätten auf ihr Zeichen hin ja umgedreht und seien der beschilderten Umleitung gefolgt, aber gerade von Radfahrern aller Altersklassen auf allen denkbaren Radtypen kam laut Sabine Gerke immer wieder „Ich will doch nur...“

Besonders erschreckt hat die Verkehrsexpertin der PI Rosenheim ein Rennradfahrer „mit Stöpseln in den Ohren“, der mit vollem Schwung gegen die Einbahnstraße in die Baustelle fuhr. Nur geistesgegenwärtige Vollbremsungen hätten da Schlimmeres verhindert. Im Gespräch mit der Polizistin habe der Mann nur gesagt „Ich fahre immer da lang“.

Warnbake sollte wachrütteln

Ein „Stammhirnfahrer“. So hat Sabine Gerke Fahrer – gleich ob mit zwei oder vier Rädern – getauft, die nahezu täglich die gleiche Strecke fahren. „Da ist natürlich keiner so konzentriert, wie auf einer unbekannten Route. Aber spätestens am Einbahnstraßenschild oder der Warnbake muss mir doch auffallen, dass gerade etwas anders ist.“

Beschilderungund Warnbaken verdoppelt

Unfälle hat es bisher noch nicht gegeben, aber Sabine Gerke und Dieter Pohl haben am Dienstag einige Verwarnungen verteilt.

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Nachdem die Verkehrssicherungsfirma gestern nochmal zurück nach Tirol fuhr, fehlende Schilder holte, noch mehr Warnbaken aufstellte und die Beschilderung verdoppelte, hofft die Expertin der Polizei, dass sich die Lage in den nächsten Tagen bessert. Denn die Einbahnstraßenregelung gilt noch bis 26. August. Erfahrung einer Kollegin am heutigen Mittwoch: Ist schon besser.

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