NACHRUF

Ein Wasserburger Erzgebirgler ist tot: Franz Höll wurde 93 Jahre alt

Ernst Höll † ist tot.
+
Ernst Höll † ist tot.

Er war fleißig, engagiert und arbeitete hart: Ernst Höll. Nun ist der Wasserburger, der viele ehrenamtliche Aufgaben inne hatte, im Alter von 93 Jahren friedlich daheim bei der Familie für immer eingeschlafen.

Wasserburg– Ernst Höll ist tot. Er wurde von seiner Familie im Altstadtfriedhof verabschiedet. Die Trauerfeier zelebrierte Stadtpfarrer Bruno Bibinger.

Ernst Höll erblickte im Erzgebirge das Licht der Welt. Seine Kindheit verbrachte er in der elterlichen Leder-Handschuhmacherei. Nach der Schulzeit trat er eine Lehre zum Bürokaufmann in einer Textilfabrik an, aber noch während der Ausbildung im Alter von nicht einmal 17 Jahren wurde er zum Reichsarbeitsdienst und dann zur Wehrmacht verpflichtet. Erst dreieinhalb Jahre nach Kriegsende kam er aus französischer Gefangenschaft zurück und fand die Eltern und den Bruder in Zell bei Wasserburg als Vertriebene wieder.

Erst Gleisbauer, dann Schaffner

Zunächst sicherte er sich sein Auskommen durch landwirtschaftliche Arbeiten, zusätzlich zu Tätigkeiten in seinem erlernten Beruf. 1955 fand Ernst Höll eine Anstellung bei der Bundesbahn, arbeitete anfangs im Gleisbau und dann als Zugschaffner, bis er als Zugführer in den Ruhestand ging.Auch interessant:Ein Waldkraiburger der ersten Stunde

Verheiratet war er mit Therese Seidler, mit der er eine Tochter und einen Sohn bekam. Zusammen mit seiner Frau erbaute er am Fröschlanger ein Eigenheim, in dem auch seine Eltern eine neue Heimat fanden. Dafür arbeitete Herr Höll zusätzlich zum Beruf zweiundzwanzig Jahre als Filmvorführer, trug außerdem Kohlen in die Speicher und Keller der Altstadt.

Ernst Höll übernahm auch ehrenamtliche Aufgaben. So war er bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft als Schatzmeister und Fahnenträger tätig. Er übernahm sechzehn Jahre lang den Ortsvorsitz für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Ein besonderes Anliegen war ihm der Erzgebirgsverein in Waldkraiburg, bei dem er in der Vorstandschaft mitarbeitete und viele Freunde fand.

Das könnte Sie auch interessieren: 70 Jahre Blasmusik in Waldkraiburg: Die Egerländer Trachtenkapelle erinnert an eine große Geschichte

Auch in seinem Garten werkelte er gemeinsam mit seiner Frau gerne, kümmerte sich als gläubiger Christ zudem um die Kapelle am Fröschlanger, die er pflegte und dafür sorgte, dass immer eine Kerze brannte. Bis ins hohe Alter führte er eine Geburtstags- und Namensliste mithilfe seines Computers, hielt damit Kontakt zu seinen Freunden, Verwandten und Weggefährten.

Ruhig eingeschlafen

Nach dem Tod seiner Frau Resi vor zehn Jahren war er nicht allein, fand Trost und Unterstützung im Familienverband. Viel Liebe schenkte er seinen beiden Enkelkindern, freute sich über Besuche der Urenkel.

Nun durfte er im Alter von fast 93 Jahren im eigenen Heim, umsorgt von seinem Enkel und begleitet von der Familie ruhig entschlafen.

Mehr zum Thema

Kommentare