LESERFORUM

Ein Stück Lebensfreude genommen

Zum Bericht „Mehrere Falschparker am Badesee“ (Lokalteil):

Was für viele nur eine Randnotiz ist, dass man an den „Pi-See“ in Nußdorf nicht mehr mit dem Auto fahren darf, ist für einige ältere Stammbadegäste dort ein ernsthaftes Problem. Einige von diesen Senioren sind weit über 80 Jahre alt und verbringen ihre Sommer schon seit über 30 Jahren am „Pi-See“. Dabei sind sie noch so fit, dass sie das Baden dort genießen können, aber natürlich sind sie jetzt im hohen Alter nicht mehr in der Lage, mit dem Radl zum See zu fahren – weder von Nußdorf noch von Fischbach oder Brannenburg aus. Und gerade heuer im Corona-Sommer gibt es für sie auch keine Alternative, denn weder Freibäder noch überlaufene Badeseen mit Parkplätzen kommen für sie in Frage – von wegen Solidarität mit unseren älteren Herrschaften! Dazu kommt, dass die Zufahrt schon seit Jahrzehnten gesperrt ist, der Badeverkehr bisher jedoch immer geduldet wurde. Am meisten verwundert die amtliche Begründung für die Sperrung der Straße: „Der massive Wildtier-Rückgang“. Diese Begründung lässt einen nur den Kopf schütteln, denn gleichzeitig wird die Straße täglich von zig Lkw, die oft mit hoher Geschwindigkeit und viel Lärm unterwegs sind, auf dem Weg vom und zum Asphaltwerk befahren. Reh und Hase haben sich aus dieser „Lastwagen-Rennbahn“ schon längst verabschiedet. Da stören die paar parkenden Autos der Badenden die Wildtiere wohl am wenigsten. Es ist sehr bedauerlich, dass mit einem Bußgeld von 30 Euro für das „Falschparken“ am See, den „Pi-See-Veteranen“ ein großes Stück Lebensfreude genommen wird.

Cornelia Scheinkönig

Brannenburg

Kommentare