Edeka-Markt: Sorge wegen Flächenfraß

Auf dieser Flächesoll der neue Edeka-Markt in Riedering gebaut werden. Erneut war die Planung Thema im Gemeinderat. Behandelt wurden die Einwände vom Bayerischen Bauernverband und von Bürgern. Kirchner

Riedering – Mit großer Mehrheit stimmten die Riederinger Gemeinderäte in ihrer Sitzung, die wegen der aktuell nötigen Sicherheitsabstände im Hirzinger Stadl stattfand, der Änderung des Flächennutzungsplans für den Ortsteil südöstlich der Mehrzweckhalle zu.

Dort soll, wie vor knapp zwei Jahren in einem Bürgerentscheid entschieden, ein Edeka-Markt samt darüberliegenden Wohnungen errichtet werden. In der jüngsten Sitzung ging es um zwei Stellungnahmen bezüglich des geplanten Neubaus, die Architekt Ferdinand Feirer-Kornprobst vortrug.

Kein Potenzialfür Innenentwicklung

Der Bayerische Bauernverband Rosenheim hatte angemerkt, dass „landwirtschaftlich genutzte Flächen nur in unbedingt notwendigem Umfang umgenutzt werden“. Den Vorwurf des erheblichen Flächenverbrauchs entkräftete Feirer-Kornprobst damit, dass „keine sachgerechten Planungsalternativen unter Rückgriff auf die Potenziale der Innenentwicklung zur Verfügung stehen.“

Demzufolge bedürfe es keiner Änderung des Flächennutzungsplans, so der Beschlussvorschlag, dem sich bis auf Sebastian Hamberger (Wählergemeinschaft Söllhuben) und Josef Lindner (Bürgerwahlgemeinschaft Neukirchen) die übrigen Gemeinderäte anschlossen.

Ein Bürger hatte ebenfalls Einwände erhoben, die Feirer-Kornprobst vortrug und dahingehend abwog, dass eine weitere Änderung des Flächennutzungsplans nicht nötig sei. So sei „im Gemeindeentwicklungsplan das Plangebiet als Dispositionsfläche für kommunale Entwicklung, also als Baufläche, dargestellt“. „Kommunale Entwicklung … umfasst die gesamte kommunale Infrastruktur, also auch Versorgungseinrichtungen, wie zum Beispiel im vorliegenden Fall einen Lebensmittelmarkt.“ Insofern entspreche die Planung den Zielvorstellungen des Gemeindeentwicklungsplans.

Des Weiteren könne, wie auch die verkehrstechnische Stellungnahme eines Planungsbüros festgestellt habe, der Verkehr leistungsfähig abgewickelt werden.

Es seien auch keine negativen Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche und die wohnortnahe Versorgung der Gemeinde Riedering zu erwarten.

In dem Schreiben heiße es auch, so Feirer-Kornprobst, dass „Wohnungsmangel kein Thema“ sei, ein Einwand, der nicht zutreffe. Ebenso abzulehnen sei die Bitte nach der Suche nach einem alternativen Standort. Der Bürgerentscheid habe sich mehrheitlich genau für diesen Standort ausgesprochen.

Richard Mühlbauer (Freie Bürger Pietzing) wandte ein, dass auch er das Verkehrsgutachten als unbefriedigend empfinde. Der Verkehr werde sicher mit dem neuen Supermarkt zunehmen, so seine Befürchtung.

Josef Halbbitter (Freie Wählergemeinschaft Riedering) hakte nach, ob man sicherstellen könne, dass aus den Wohnungen nicht nur Zweitwohnungen werden.

Laut Bauwerber hätten Einheimische hier ein Vormietrecht, so Feirer-Kornprobst und Bürgermeister Josef Häusler (Wählergemeinschaft Söllhuben) unisono.

Mit den Gegenstimmen von Hamberger, Lindner und Thomas Grüber (CSU) stimmten die übrigen Gemeinderäte dafür, dass die Einwände keine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich machten.

Auslegung desPlans „problematisch“

Beim abschließenden Beschlussvorschlag, die Änderung des Flächennutzungsplans für den Ortsteil Riedering südöstlich der Mehrzweckhalle einschließlich der Begründung und des Umweltberichtes festzustellen und die Genehmigung dafür einzuholen, ergab sich das gleiche Abstimmungsverhältnis.

Die Auslegung des vorhabensbezogenen Bebauungsplans werde sich verzögern, gab Geschäftsleiter Andreas Uhlig abschließend bekannt. Sie sei momentan wegen der coronabedingten Ausgangsbeschränkung problematisch, da der Plan nicht im Rathaus nicht eingesehen werden könne.

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