Drogenschmuggler als Lügenbarone

Eine drakonische Strafe verhängte das Schöffengericht Rosenheim gegen einen italienischen Drogenschmuggler.

Landkreis - Geschickt hatten sich die Drogenschmuggler nicht angestellt. Zunächst war einer bayerischen Schleierfahndern auf der Salzburger Autobahn ins Netz gegangen. Seine dummdreiste Version, ihm völlig Unbekannte hätten ihm die Pakete mit zweieinhalb Kilogramm Haschisch in den Kofferraum gelegt, war schnell widerlegt. Es fanden sich schließlich seine DNA und seine Fingerabdrücke innerhalb der Verpackung auf der Klarsichtfolie. Seine Haftstrafe von über drei Jahren sitzt er derzeit, wie berichtet, in Bernau ab.

Damals fanden sich auf dieser Folie jedoch auch ebenso Fingerabdrücke eines Komplizen, über den er sich nicht weiter ausließ. Der Mittäter wurde schnell ermittelt.

Es handelte sich um einen Mann, dessen Spezialgebiet allerdings der Vertrieb von Falschgeld zu sein scheint. Er hatte sich zwischenzeitig nach Italien abgesetzt, was ihn aber nicht vor der Strafverfolgung schützte. Weil er auch in Italien bereits einschlägig vorbestraft war, nahm ihn die dortige Justiz fest und lieferte ihn an die deutsche Strafverfolgung aus.

Ein verworrenes

Geständnis abgelegt

Sein Mittäter, der bereits verurteilte Drogenschmuggler, log vor Gericht, dass sich die Balken bogen. Zwischen "kenne ich nicht" und "hat mir nur in Deutschland beim besser Einpacken geholfen" pendelten die genuschelten Lügen. Der mehrfache Hinweis auf die Wahrheitspflicht eines Zeugen, der bereits rechtskräftig verurteilt ist, beeindruckte den Hartgesottenen nicht im Geringsten.

Nachdem das Rosenheimer Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Jacqueline Aßbichler in einem Rechtsgespräch der Verteidigerin, Rechtsanwältin Barbara Geiger, klar gemacht hatte, dass sich nur ein umfassendes Geständnis ihres Mandanten bei der Strafzumessung positiv niederschlagen könne, war dieser bereit, ein zwar verworrenes, letztlich doch glaubhaftes Geständnis abzulegen.

Der Staatsanwalt beantragte eine Haftstrafe von 32 Monaten. Die Verteidigerin, deren Spielraum gering geworden war, hielt 30 Monate für genug. Das Gericht schickte den Angeklagten für 31 Monate hinter Gitter.

So bleibt er der deutschen Justiz erhalten. Die Münchener Staatsanwaltschaft hatte ihn ebenfalls gesucht - wegen einer Falschgeld-Sache, die ihm den Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen wohl noch einmal verlängern dürfte.

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