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Fünfeinhalb Kilo Cannabis

Drogenkonsum durch Dealen finanziert: 32-jähriger Rosenheimer zu Haft und Langzeit-Therapie verdonnert

Neben einer Therapie blüht dem Angeklagten auch eine Haft- und Geldstrafe als Konsequenz.
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Neben einer Therapie blüht dem Angeklagten auch eine Haft- und Geldstrafe als Konsequenz.
  • VonTheo Auer
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Ein 32-jähriger Werkzeugmacher aus Rosenheim stand vor dem Schöffengericht Rosenheim. Er wurde beschuldigt, von einem Landwirt aus dem östlichen Landkreis, Drogen gekauft zu haben. Es setzte eine Haftstrafe und einiges mehr.

Samerberg/Rosenheim – Im Laufe der zurückliegenden sechs Jahre hatte er fünfeinhalb Kilogramm Cannabis von dem Bauern bezogen, dessen illegale Plantage 2014 aufflog. Aufgrund der Mengen ging das Gericht davon aus, dass die Drogen nicht nur für den Eigenkonsum bestimmt waren. In der Hauptverhandlung gestand er ein, dass er diese Menge nicht nur erworben, sondern einen Teil verkauft und auch gegen andere Drogen eingetauscht hatte.

Haar-Analyse zeigt Drogenkonsum an

Und dies war aus mehreren Gründen glaubhaft: Zum einen belegte das Haargutachten des Landeskriminalamtes an die zehn verschiedene Drogen und Psychopharmaka, die der Angeklagte in der Vergangenheit konsumiert haben musste.

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Darüber hinaus berichtete Dr. Stefan Gerl, forensischer Psychiater und Chefarzt im Innsalzachklinikum zu Gabersee, dass der Angeklagte bereits im Jahre 2020 daselbst entgiftet worden war und eine Mehrfachvergiftung festgestellt werden musste.

Angeklagter nahm bereits als Jugendlicher Drogen

Bereits mit 15 Jahren habe der Angeklagte begonnen, Haschisch zu rauchen. Er sei über Amphetamine und Kokain schließlich auch bei Heroin und Fentanyl gelandet. Eine verminderte Schuldfähigkeit gemäß Paragraf 21 Strafgesetzbuch mochte der Psychiater dem Angeklagten nicht zugestehen.

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Wohl aber könne eine Unterbringung im Maßregelvollzug zu einer Langzeit-Therapie erfolgversprechend sein.

Der Angeklagte selber sei, so seine Einschätzung, therapiewillig und strebe ein solches Verfahren an. Denn ohne eine Therapie bestehe immer die Gefahr der Rückfälligkeit in die Drogenszene.

Anwälte sprechen sich für Therapie aus

Der Staatsanwalt merkte in seinem Plädoyer an, dass er – wenn kein umfassendes Geständnis des Angeklagten gekommen wäre – aufgrund der Drogenmenge einen Strafantrag von wenigstens dreieinhalb Jahren gestellt hätte. Angesichts der glaubhaften Einlassungen könne er die Sache aber nun mit einer Strafe von zwei Jahren und elf Monaten belassen.

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Auch folgte der Staatsanwalt der Anregung des Gutachters und beantragte die Unterbringung in einer Langzeit-Therapie.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Marc Herzog, verwies darauf, dass sein Mandant bislang völlig unbescholten sei und dass sein Geständnis von Einsicht und Reue getragen sei. Er beantragte eine Strafe von zwei Jahren und drei Monaten Haft und befürwortete ebenfalls, dass dem Angeklagten die Therapie ermöglicht werde.

11 425 Euro an den Staat zurückzahlen

Das Gericht befand eine Strafe von zwei Jahren und acht Monaten für angemessen. Dazu ordnete es die Therapie-Unterbringung im Maßregelvollzug an.

Allerdings müsse der Angeklagte den Verdienst aus seinen Drogengeschäften als Wertersatz in Höhe von 11.425 Euro an den Staat zurückzahlen. Damit soll erreicht werden, dass sich illegale Geschäfte für verurteilte Täter nicht lohnen.

Der Werkzeugmacher war nicht der Einzige, der von dem Cannabis anbauenden Landwirt Drogen gekauft hatte. Es sollen noch weitere Verfahren aus diesem Täterkreis folgen.

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