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Gemeinde steht unter Schock

Dreijähriger Bub stirbt bei Traktorunfall – Ganz Brannenburg trauert mit der Familie

Krankenwagen
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Ein Krankenwagen fährt mit Blaulicht auf einer Straße. (Symbolbild)
  • VonKatharina Koppetsch
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„Ich bin tief betroffen und ganz Brannenburg trauert mit der Familie“, äußert sich Bürgermeister Matthias Jokisch zu dem tragischen Unfall, der sich am Sonntagabend (12. September) im Ortsteil Brunnthal ereignet hat.

Brannenburg – Ein dreijähriger Bub kam dabei ums Leben. „Für alle, die der Familie nahe stehen, steht die Welt jetzt still“, sagt Jokisch. Der Bub saß mit seinen zwei Geschwistern auf einem Traktor, der vom Großvater gelenkt wurde. Nach derzeitigem Ermittlungsstand fuhr der 65-jährige Brannenburger gegen 18.30 Uhr aus einem Waldstück kommend über eine kleine Brücke, um auf das landwirtschaftliche Anwesen zu gelangen. Der Fahrer kam mit dem Vorderreifen von der Brücke ab und der Traktor stürzte rund eineinhalb Meter in die Tiefe. Dabei überschlug sich das Fahrzeug. Da der Traktor keine Kabine, sondern nur ein Überrollbügel hatte, wurden die Kinder und der Großvater aus dem Traktor geschleudert.

Verstarb noch an der Unfallstelle

Der Dreijährige zog sich dabei so schwere Verletzungen zu, dass er noch an der Unfallstelle starb. Eine eingeleitete Reanimation blieb erfolglos. Die beiden anderen Jungen im Alter von sieben und neun Jahren sowie der 65-Jährige blieben unverletzt.

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Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, ist derzeit nicht bekannt. „Die Ermittlungen laufen“, sagt Josef Mühlbacher, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Brannenburg. Ein unfallanalytisches sowie ein technisches Gutachten seitens der Staatsanwaltschaft wurden angefordert. Der Traktor wurde sichergestellt.

„Es waren zwölf Einsatzkräfte der Feuerwehr Großbrannenberg sowie ein Rettungshubschrauber im Einsatz“, sagt Mühlbacher. Ein Seelsorgerteam sei ebenfalls vor Ort gewesen, um die Angehörigen der Familie zu betreuen, so der Dienststellenleiter.

Notfallseelsorge war vor Ort

Die Notfallseelsorge wird von den Einsatzkräften vor Ort angefordert, erklärt Pfarrer Peter Peischl, Dekanatsbeauftragter für die Notfallseelsorge im evangelischen Dekanatsbezirk Rosenheim. „Wir werden dann von der Leitstelle allarmiert. Im konkreten Fall waren wir innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort“, so Peischl. Unterstützungen bekam die Notfallseelsorge von einem Kriseninterventionsteam des Bayerischen Roten Kreuzes.

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Die Notfallseelsorge versucht bei einem solchen Einsatz, „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten. „Da kommen Gefühle auf, die sich außerhalb des normalen Lebenrahmens befinden“, sagt Peischl. „Darüber hinaus stellt die Notfallseelsorge zusätzliche Ressourcen und Adressen zur Verfügung, an die sich Betroffene wenden können.“ Die Notfallseesorge gehe dann meist in eine Gemeindeseelsorge über.

Die Trauer und der Schock in der Gemeinde Brannenburg sitzen tief. „Die Polizei Brannenburg ist in Gedanken bei den Angehörigen und wünscht diesen viel Kraft zur Bewältigung dieses tragischen Unglücks“, nimmt Dienstellenleiter Mühlbacher Anteil. „Das ist ein schwerer Schicksalsschlag, den alle Beteiligten, ein Leben lang begleiten wird“, sagt Jokisch, „Jeder trauert mit.“

2200 Unfälle mit dem Arbeitsmittel Traktor

Der tragische Unfall ist kein Einzelfall. Die Landwirtschaft sei traditionell risikobehaftet, wie Sebastian Dittmar von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau erklärt: „Im Jahr 2020 wurden uns 2200 Unfälle mit dem Arbeitsmittel Traktor gemeldet. Davon waren 16 tödlich. Ältere Traktoren haben in der Regel keine Kabine, Sitzgurte sind auch erst seit 2018 vorgeschrieben und müssen bei alten Modellen nicht nachgerüstet werden.“ Dittmar sieht hier ein Problem. Viele Traktoren werden jahrzehntelang gefahren. Er kennt die Lebensrealität auf den Höfen: „Die Kinder wachsen mit den Maschinen auf, und für sie ist es sicher das Höchste, mit dem Opa Traktor zu fahren.“ Deshalb rät er zur Vorsicht: „Gerade moderne Traktorkabinen haben einen sogenannten Überlebensraum, in dem die Insassen - wenn sie angeschnallt sind - durch die Konstruktion der Kabine geschützt sind.

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