Dorfplatz nur eine Parkfläche: „Achenmühle braucht unbedingt ein Dorfzentrum“

Mit der Unterstützung durch Verkehrsplaner will die Gemeinde einen erneuten Vorstoß starten, um die prekäre Verkehrssituation bei der Autobahnunterführung am Rohrdorfer Kreisel zu verbessern.thomae

„Achenmühle ist ein Durchgangsort ohne Zentrum, er wird auch so empfunden – und das muss verbessert werden“ So begründete Gemeinderat Markus Unterseher in der Rohrdorfer Gemeinderatssitzung den Antrag des Freien Wählerblocks Höhenmoos-Achenmühle auf ein Verkehrs- und Entwicklungskonzept.

Von Johannes Thomae

Achenmühle – Der Wunsch nach Umgestaltung ist nicht neu. Schon der „alte“ Gemeinderat hatte im Januar beschlossen, über eine Veränderung des Dorfplatzes in Achenmühle nachzudenken und damit Überlegungen wieder aufgegriffen, die bereits aus dem Jahr 2015 stammen.

Dorfplatzeine Parkfläche

Damals war die Idee, auf dem Dorfplatz ein neues „Multifunktionsgebäude“ zu errichten und damit einen neuen Ortsschwerpunkt zu schaffen, durch einen Bürgerentscheid zu Fall gebracht worden. Das den Entscheid hervorrufende Bürgerbegehren richtete sich, so der initiierende Bürgerblock damals, in erster Linie gegen die Kosten des Gebäudes, das neben dem Schützenverein auch eine Eisdiele oder ein Café hätte beherbergen sollen. Die Notwendigkeit einer Neugestaltung des Dorfplatzes sei davon nicht berührt, so hieß es im Herbst 2015, allerdings waren faktisch mit dem Bürgerentscheid auch diese Überlegungen gekippt. Seit 2015 ist jedenfalls alles beim Alten geblieben, der Dorfplatz wird nach wie vor hauptsächlich als Parkfläche genützt.

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Der aktuelle Vorstoß in Sachen Dorferneuerung kommt nun ohne neues Gebäude am Dorfplatz aus, setzt mit dem jüngsten Antrag vielmehr eindeutig einen Schwerpunkt beim Verkehr. Nach dem Beschluss des Gemeinderates sollen zusätzlich zu den Entwürfen von drei Städteplanern, die man bereits nach der Januarsitzung des alten Gemeinderates um erste Vorschläge gebeten hatte, noch drei Kostenangebote von Verkehrsplanern eingeholt werden. Aus ihren Reihen hofft man, im Laufe dieses Jahres einen schlagkräftigen Plan schmieden zu können, der Ortsentwicklungsideen und ein Verkehrskonzept ineinander verweben kann.

Schon konkrete Wünsche

Ist man bei den Ortsentwicklungsideen noch weitgehend offen und hofft auf inspirierende Vorschläge der Fachplaner, so gibt es in Sachen Verkehr durchaus schon konkrete Wünsche. Am östlichen Dorfausgang, Richtung Frasdorf, soll zum Beispiel die unlängst vom Landkreis durchgeführte Änderung der Geschwindigkeitsbegrenzung rückgängig gemacht werden. Der Landkreis hatte die dort erlaubte Geschwindigkeit von Tempo 60 auf 70 erhöht, trotz des Einwandes der Gemeinde, es handele sich hier auch um einen Schulweg, der über keinen Geh- oder Fahrradstreifen verfüge.

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Das Wunschziel der Gemeinde wäre hier nicht nur das Wiederherstellen der alten Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern man hofft auf eine Verschiebung des Ortsschildes Richtung Frasdorf und damit auf eine Begrenzung auf Tempo 50 . Mit dem zukünftigen neuen Baugebiet am Weissbachweg sei in diesem Bereich zweifellos eine geschlossene Ortslage gegeben, die die Verlagerung des Ortschildes rechtfertige. Überlegungen, für die nach Ansicht der Gemeinderäte beim Landkreis leichter Gehör zu bekommen ist, wenn sie von einem integrierten Dorfentwicklungs- und Verkehrskonzept getragen werden, als wenn sie nur als isoliertes Einzelprojekt vorgebracht würden.

Übergang für Fußgänger sichern

Gleiches gilt für Ortsmitte: Hier besteht der Wunsch, im Bereich von Kindergarten und Dorfplatz einen gesicherten Straßenübergang zu schaffen. Die Idealvorstellung wäre hier eine Fußgängerampel, einem Ansinnen, bei dem vom Landkreis der Nachweis hoher „Straßenquerungszahlen“ gefordert wird. An diesen allein, so die Ansicht der Gemeinde, sei die Frage nach der Notwendigkeit einer Ampel jedoch nicht festzumachen. Auch hier hofft man deshalb, durch ein in sich geschlossenes Konzept aus Ortsentwicklungsideen und Verkehrsüberlegungen, den nötigen fachlichen Beweis liefern zu können.

Unterführung Autobahn ein Thema

Um fachliche Begleitung ging es in der Gemeinderatssitzung auch bei einem anderen Verkehrsproblempunkt der Gemeinde: der Autobahnunterführung an der Staatsstraße Richtung Thansau. Dort hat man schon seit Jahren immer wieder versucht, eine Verbesserung der Situation für die Fußgänger und Radfahrer zu erreichen. Bislang erfolglos, denn immer wieder wurde auf den bevorstehenden sechsstreifigen Ausbau der Autobahn verwiesen, der dann sowieso ein neues Brückenbauwerk mit sich brächte. Für einen erneuten Vorstoß möchte man nun auch hier Verkehrsplaner mit ins Boot holen, von denen man sich verschiedene Alternativen erhofft. 4

Gesonderter Durchstich?

Also nicht nur Überlegungen, wie zum Beispiel ein gesonderter Durchstich für Fußgänger und Radfahrer realisiert werden könnte, sondern durchaus auch Vorstellungen, wie die bestehende Autobahnunterführung ohne großen Umbau in ihrer „Restlaufzeit“ zu optimieren wäre. Dem Gemeinderat ist dabei klar, dass die Erfolgsaussichten dieses erneuten Vorstoßes auch mit einer „Fachplanerbasis“ durchaus unsicher sind, aber angesichts des enormen Gefahrenpotenzials der jetzigen Situation, so die einhellige Meinung des Gremiums, sei es angeraten, wirklich alles nur Denkbare zu versuchen.

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