Doppelte Kautionsforderung war dem Mieter zu viel

Rosenheim/Rohrdorf – Die Kaution für eine Wohnung in Rosenheim ließ eine 32-Jährige aus Rohrdorf jetzt über ihr Geschäftsgebaren stolpern und vor Gericht landen.

Die Frau hatte ein Ein-Zimmer-Appartement in Rosenheim angemietet, angeblich für einen Mitarbeiter. Der aber zog in die Drogentherapie ein, nicht in die Wohnung. Die durfte die 32-jährige gebürtige Rumänin untervermieten, tat das auch und ließ sich vom Untermieter, einem Kroaten, 1380 Euro Kaution auf ein rumänisches Konto überweisen, da sie sich zu diesem Zeitpunkt in ihrem Heimatland aufhielt.

Die Eigentümerin der Wohnung wollte dort nach dem Rechten schauen, traf auf den Kroaten und wollte nun mit diesem einen direkten Mietvertrag abschließen. Und natürlich von ihm Kaution. Gegen eine zweite Unterschrift unter den Mietvertrag des ohnehin schon von ihm bewohnten Appartements hatte der Kroate nichts, gegen die zweite Kaution schon: Die habe er bereits bezahlt, die könne sich die Wohnungseigentümerin ja von der 32-Jährigen übergeben lassen. Das versuchte die Wohnungseigentümerin auch, allerdings erfolglos. Worauf hin sie die 32-Jährige anzeigte.

Wie sich herausstellte, war die Kaution nicht auf einem eigenen Konto – wie gesetzlich vorgesehen – hinterlegt. Staatsanwalt Dr. Oliver Mößner schwoll der Kamm, als die Angeklagte während der Verhandlung immer wieder behauptete, die Kautionssumme liege bei ihr zu Hause in einem Kuvert. Er drohte ihr an, eine sofortige Hausdurchsuchung zu veranlassen. Dann würde sich schnell zeigen, ob diese Summe parat liege. Daraufhin gestand die Angeklagte, dass sie wohl gewillt sei, die Summe zu zahlen, dass sie diese aber erst beschaffen müsse.

Während der Verhandlung kamen auch zwei andere unsaubere Geschäfte der in Rohrdorf lebenden Angeklagten zur Sprache. Einmal ging es um den Verkauf eines schrottreifen Autos, das andere mal um eine Couch. Im ersten Fall zahlte die Angeklagte die 2018 geleistete Anzahlung jetzt, drei Tage vor Verhandlungsbeginn, endgültig zurück, im zweiten Fall wartet der Geschädigte seit über einem Jahr auf sein Geld.

Der Staatsanwalt schlug vor, bei einer geständigen Einlassung der Angeklagten hinsichtlich des Untreue-Tatbestandes wegen der Mietkaution die beiden anderen Fälle des Betruges in Sachen Auto und Couch im Hinblick auf die zu erwartende Strafe einzustellen.

Auf Anraten ihres Rechtsanwaltes, Dr. Andreas Michel, legte die 32-Jährige ein Geständnis ab. Zumal sie mehrfach einschlägig vorbestraft ist. Der Staatsanwalt beantragte, sie wegen Untreue mit einer Geldstrafe von 2250 Euro zu belegen. Der Verteidiger verwies auf die beengten finanziellen Verhältnisse und wollte es bei einer Geldstrafe von 1200 Euro belassen.

Richterin Melanie Bartschat befand eine Strafe von 1950 Euro für angemessen. Darüber hinaus muss die Angeklagte die Kautionssumme umgehend zurückerstatten. Dazu erklärte die Richterin der Verurteilten, dass sie bei weiteren solchen Vergehen sicherlich mit einer Haftstrafe rechnen müsse.

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