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Brenner-Trasse

Diskussion im Gemeinderat: Riedering will sich gegen Brenner-Zulaufstrecke wehren

Die violette Trasse wurde am 13. April 2021 als Wunsch-Strecke der Deutschen Bahn vorgestellt. Klinger
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Die violette Trasse wurde am 13. April 2021 als Wunsch-Strecke der Deutschen Bahn vorgestellt.
  • VonElisabeth Kirchner
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„Der Nutzen ist für uns gleich Null!“: Bürgermeister Christoph Vodermaier (FW) informierte den Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung über den Sachstand bei der Trassenplanung für den Brennerbasistunnel. Glücklich war der Bürgermeister nicht.

Riedering Quer durchs Gemeindegebiet, direkt vorbei an Niedermoosen und Holzen, werden die Züge fahren, sagte Vodermaier. Das bedeute für die Gemeinde ein „unvorstellbares Ausmaß.“ Und dass dem so wird, belege ein Video der Bürgerinitiativen, die die geplante Strecke mit einem Zug von Ostermünchen kommend über Stephanskirchen und Riedering Richtung Rohrdorf abfahren, und das Vodermaier für den Gemeinderat abspielte.

Auswirkungen auf das Simssee-Schutzgebiet?

Da werde die Landschaft zerschnitten, neun bis zehn Meter hohe Dämme plus teilweise eine drei Meter hohe Lärmschutzwand, ganz zu schweigen von den Auswirkungen für das Schutzgebiet Simssee sowie für die Anwohner und für die Landwirtschaft, so Vodermaier.

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Dass die Trasse in dieser Dimension kommt, zeigte er mittels einer Karte, auf der die unterschiedlichen Geländeverläufe und Trassen eingezeichnet waren. Die Höhenschnitte sprechen eine eindeutige Sprache, Riedering sei von der Trasse massiv betroffen: „Da müssen wir uns wehren.“ Man wolle schauen, was politisch und juristisch alles möglich sei. Zulgeich betonte Vodermaier, dass es wichtig sei, mit der Bahn konstruktive Gespräche zu führen.

„Oberirdische Planung einstellen“

Noch sei nicht entschieden, ob die Trasse ober- und unterirdisch angelegt werde. Die Planung für eine oberirdische Trasse müsse aber eingestellt werden, so Vodermaiers Forderung: „So nicht.“ Am Samstag, 24. April, sei eine Protestwelle entlang der geplanten Trasse geplant, unter brenneraktion.de gebe es weitere Infos zu der Aktion.

Dominik Summerer (CSU) äußerte sich ähnlich: „Wir müssen uns wehren“, und das mit allen Betroffenen im Landkreis. Mit der Trassenplanung werde der westliche Teil der Gemeinde abgeschnitten. Wenn es denn eine Trasse sein müsse, dann nur eine unterirdische, „auch wenn dies nicht einfach ist und sicher teurer wird.“

Josef Loferer (FW) beklagte die jetzt schon im Raum stehenden Kosten von sieben Milliarden Euro, bei der Summe werde es sicher nicht bleiben. Da werde die teuerste Variante gewählt, Schneisen würden durch den Wald geschlagen, über die neue B15 soll die Bahntrasse führen: „Da hat die Politik verspielt … und wir sind die Verlierer.“

Grundstückseigentümer können enteignet werden

Dr. Georg Kasberger (CSU) meinte, dass die Eigentümer von Grundstücken den Klageweg ausreizen sollten, und der Gemeinde dafür das Recht dafür übertragen könnten. „So weit sind wir noch nicht“, meinte Bürgermeister Vodermaier. Die Trassenführung sei noch immer unscharf.

Zum derzeitigen Zeitpunkt könne man nicht gegen das Raumordnungsverfahren und die Trassenwahl angehen. Aber klar sei, dass es keine oberirische Variante geben dürfe. Irmgard Wagner (SPD) hakte nach, ob Grundstückseigentümer auch enteignet werden können, was laut Vodermaier möglich sei.

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Christine Kreuz (FW) erklärte, dass sie vor einem halben Jahr schon einmal mit einem Bahnvertreter gesprochen habe, und dass dabei deutlich geworden sei, dass die Bahn eine offene Tunnelführung präferiere. Ein Einwand, den Vodermaier zum Anlass nahm, noch einmal auf die geplante Trassenführung zu verweisen. „Ein massiver Eingriff mit erschreckendem Ausmaß.“

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