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Tunnel unter Inn? Warten auf Untersuchungsergebnis

Brenner-Nordzulauf: Das ist der Stand im Gemeindebereich in Stephanskirchen

Zu den beabsichtigten Probebohrungen haben die Vertreter der Deutschen Bahn mitgeteilt, dass es aufgrund der Klage der Gemeinden Rohrdorf und Stephanskirchen gegen einen Bescheid des Landratsamtes Rosenheim vom Herbst 2021 zu Verzögerungen kommt.
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Symbolbild: Zu den beabsichtigten Probebohrungen haben die Vertreter der Deutschen Bahn mitgeteilt, dass es aufgrund der Klage der Gemeinden Rohrdorf und Stephanskirchen gegen einen Bescheid des Landratsamtes Rosenheim vom Herbst 2021 zu Verzögerungen kommt.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Es gibt noch Hoffnung für die Innleiten samt Leonhardsquellen: Voraussichtlich im September will die Deutsche Bahn das Ergebnis der Untersuchung, ob bei der Trasse des Brenner-Nordzulaufs (BNZ) ein Tunnel unter dem Inn bei Leonhardspfunzen möglich ist, präsentieren. Bisher ist dort eine Brücke geplant.

Stephanskirchen – Diese Ankündigung aus dem BNZ-Dialogforum gaben Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie Bürger) und Geschäftsleiter Dr. Andreas Uhlig jetzt an den Gemeinderat weiter.

Zu dem geplanten Tunnel „Ringelfeld“ in der Gemeinde Stephanskirchen hat die Bahn inzwischen zwei weiter im Westen liegende Varianten untersucht. Beide Varianten seien jedoch verworfen worden, so Mair. Dr. Ben Warkentin vom Brennerdialog, der Rederecht bekam, stellte sich ob dieser Untersuchungen die Frage, ob die BNZ-Trasse vielleicht doch noch nicht so feststehe, wie die Bahn immer behaupte.

Alternativroute im Südosten untersucht

Zumal auch im Bereich der Gemeinden Rohrdorf und Riedering eine Alternativroute mit verkürzter offener Strecke untersucht wurde. Diese Alternativroute würde laut Bürgermeister eine Unterquerung der Sims beinhalten und dazu führen, dass der Tunnel bei Scheiberloh eine größere Überdeckung hätte. Außerdem würde er bereits auf Riederinger Gemeindegebiet beginnen, dort sehr tief ins Gelände einschneiden.

Wird aus der Brenner-Nordzulauf-Brücke nach Langenpfunzen vielleicht doch noch ein Tunnel? Und beginnt der Tunnel Ringelfeld möglicherweise schon in Riedering? Die Bahn will sich im September dazu äußern.

Bei der aktuellen Planung mit einer Überquerung der Sims geht Warkentin davon aus, dass der Tunnel bei Scheiberloh in offener Bauweise entsteht. „Wenn die Bahn jetzt über weitere Tunnel nachdenkt, warum baut sie dann nicht gleich einen halb so langen Tunnel durch den Innkies von Großkarolinenfeld nach Feilnbach?“

Dünne Aussagen zum Brandschutz im Tunnel

Warkentin riet der Gemeinde, das Thema „Brandschutz im Tunnel“ gut im Auge zu behalten, da seien die Aussagen der Bahn bisher sehr dünn. Das Thema stehe bei der Bahn wohl nicht sonderlich weit oben auf der Prioritätenliste, wie schon „Stuttgart 21“ gezeigt habe, so Warkentin.

Klage verzögert Probebohrungen

Zu den beabsichtigten Probebohrungen haben die Vertreter der Deutschen Bahn mitgeteilt, dass es aufgrund der Klage der Gemeinden Rohrdorf und Stephanskirchen gegen einen Bescheid des Landratsamtes Rosenheim vom Herbst 2021 zu Verzögerungen kommt. Bis jetzt wurde auf Stephanskirchner Gemeindegebiet lediglich eine der zehn geplanten Bohrungen durchgeführt. Diese Bohrung fand in den Innauen auf einem Grundstück, das dem Freistaat Bayern gehört, statt.

Keine 40-Tonner der Bahn in den Innauen

Weitere Bohrungen sind geplant, unter anderem am Mühlthalweg. Das dortige Grundstück gehört der Gemeinde. Dort plant die Bahn eine mindestens zweimonatige, eventuell auch fünfmonatige Bohrung – inklusive Straßensperrung – und eine Grundwassermessstelle bis Ende 2031. Die Gemeinde hingegen versucht alles, verirrte Lkws aus der Innleitenstraße und dem Mühlthalweg herauszuhalten. Die 40-Tonner der Bahn wollen Verwaltung und Kommunalpolitiker dort definitiv nicht sehen.

Auch Zufahrten zu potenziellen Bohrstellen über Gemeindestraßen lehnte Stephanskirchen bisher immer ab, wie Mair den Räten noch mal ins Gedächtnis rief. Zumal auch die betroffenen privaten Grundeigentümer keine Probebohrungen auf ihren Grundstücken wollten. Aktuell liegen der Gemeindeverwaltung zwei Anträge der DB Netz AG auf Zustimmung der Zufahrt über Gemeindewege zu Erkundungsarbeiten in Schömering und in Leonhardspfunzen vor. In beiden Fällen gab es keine gemeindliche Zustimmung, so Uhlig.

Bürgerinitiativen bündeln Widerstand

Interessiert vernahmen die Gemeinderäte, dass Brennerdialog-Vorstandsmitglied Christoph Ohlinger 70 Bürgerinitiativen gegen Projekte der Bahn anschrieb. Sie alle hatten, so Warkentin, die gleichen Probleme. 23 Bürgerinitiativen von Fehmarn bis ins Inntal taten sich zusammen, bündeln jetzt ihren Widerstand gegen verkehrs- und klimapolitisch fragwürdige Prestigeprojekte der Bahn.

BNZ soll 2025 in den Bundestag

Nach Auskunft der Vertreter der Deutschen Bahn im jüngsten Dialogforum sollen die Vorplanungen für den Brennernordzulauf im Jahr 2024 abgeschlossen sein. Der Bundestag soll sich 2025 mit dem Projekt befassen.

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