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Diplombiologin Christiane Mayr im Gespräch

Expertin klärt auf: Warum auf der Hochries Bäume für den Artenschutz gefällt werden müssen

Fichten werden gefällt, damit die Spatenauer Alm wieder eine Lichtweide mit Magerrasen wird und bedrohten Tieren Lebensraum bietet.
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Fichten werden gefällt - um zahlreiche Tiere vor dem Aussterben zu bewahren.
  • VonElisabeth Kirchner
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Die Natur einfach sich selber überlassen und dann wird das schon - so einfach ist es nicht. Diplombiologin Christiane Mayr vom Landschaftspflegeverband Rosenheim erklärt, warum auf der Hochries Bäume gefällt werden und wo der Mensch eingreifen muss, um die Schönheit der Natur zu erhalten.

Söchtenau – Kürzlich erfolgte auf der Spatenauer Alm im Hochriesgebiet eine Abholzungsaktion. Notwendige Maßnahmen, wie Christiane Mayr vom Landschaftspflegeverband (LPV) mit Sitz in Söchtenau in einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt.

Warum werden auf der Spatenauer Alm Bäume gefällt?

Christiane Mayr: Die Abholzung betrifft fast ausschließlich Fichtenaufwuchs und dient der Auflichtung bestehender Almflächen. Damit stellen wir wieder offene, sonnige Lichtweiden und Magerrasen her, was wiederum dazu führt, dass hier zahlreiche vom Aussterben bedrohte Schmetterlinge, Heuschrecken, Orchideen und viele weitere Pflanzen- und Tierarten neuen Lebensraum finden. Schlussendlich sichern wir dadurch die alpine Kulturlandschaft und ihre Artenvielfalt.

Diplombiologin Christiane Mayr ist „die Frau vor Ort“ beim Landschaftspflegeverband Rosenheim.

Für viele ist die Alpenlandschaft natürlich und ursprünglich, der Bewuchs bis auf 1500 Meter und höher vertraut. War das schon immer so?

Mayr: In den Augen vieler ist die beliebte Landschaft der Alpen natürlich und ursprünglich, doch die offenen Flächen und artenreichen Wiesen sind ein Produkt der Almwirtschaft, also der Beweidung, heutzutage meist mit Jungrindern. Ohne die nach einigen Quellen bereits mehrere tausend Jahre zurückreichende Kultivierung und beständige Nutzung und Pflege wäre ein Großteil der Landschaft in den Alpen bewaldet und verbuscht, die Baumgrenze wäre stellenweise um bis zu 300 Meter höher. Wanderungen über sonnenbeschienene Hänge und Fernblicke unmöglich. Unsere Almen sind von Menschenhand geprägt. Einfach nur Tiere auf die Alm bringen und laufen lassen, reicht da nicht. Es braucht Verständnis für Tiere und Pflanzen und Leidenschaft, um die Almflächen gepflegt zu halten.

Was würde passieren, wenn man die Bäume auf der Spatenauer Alm nicht entfernen würde?

Mayr. Die Almweide würde sich zu Wald entwickeln. Die Weidenutzung müsste aufgegeben werden. Das ist ein schleichender schrittweiser Prozess, der im gesamten Alpenraum schon lange zu beobachten ist. Jahr für Jahr werden verbuschte Almweiden aus der Nutzung genommen. Das führt nicht nur zum Artensterben: Auch die Landschaft verliert dadurch ihren einzigartigen Charakter und Reiz beispielsweise für den sanften Tourismus. Die Aufrechterhaltung einer funktionierenden natürlichen Kulturlandschaft in den Alpen ist daher ein wertvoller und unverzichtbarer Dienst an der Allgemeinheit, den die Almbewirtschafter hier mit Unterstützung des LPV Rosenheim leisten.

Wer ist für die Maßnahmen verantwortlich?

Mayr: Der Landschaftspflegeverband Rosenheim e.V. mit Sitz in Söchtenau führt diese Arbeiten in Zusammenarbeit mit den Almbewirtschaftern und Eigentümern durch. Wir haben jetzt gefällt, die Holzbringung erfolgt demnächst bei passender Witterung.

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