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Radverkehrsbeauftragter berichtet

Die Arbeit trägt sichtbare Früchte – mehr Sicherheit für Stephanskirchner Radfahrer

Parkende Autos auf dem Geh- und Radweg sind in Stephanskirchen nicht nur in der Salzburger Straße ein Problem. Nach einer effektiven Lösung wird noch gesucht.
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Parkende Autos auf dem Geh- und Radweg sind in Stephanskirchen nicht nur in der Salzburger Straße ein Problem. Nach einer effektiven Lösung wird noch gesucht.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Die Kraglinger Straße ist für die Stephanskirchner Radlfahrer schon ein ganzes Stück sicherer, die Rewe-Kreuzung wird es bald und an acht anderen Kreuzungen soll eine neue Beschilderung für erhöhte Aufmerksamkeit bei Auto-, Bus- und Lkw-Fahrern sorgen. Bleibt noch das Problem der parkenden Autos.

Stephanskirchen – Frank Wiens hinterlässt zunehmend sichtbare Spuren in der Gemeinde. Erst recht, seit der Radverkehrbeauftragte mit Dr. Andreas Uhlig einen Ansprechpartner im Rathaus hat, dessen liebstes Fortbewegungsmittel ebenfalls das Fahrrad ist.

Die Sicherheit der Radfahrer ist in Stephanskirchen, Einfallstor des östlichen Landkreises nach Rosenheim, seit vielen, vielen Jahren Thema. Da die Autofahrer keine Lust auf Stau in der Salzburger Straße haben, suchen sie immer wieder innerörtliche Umgehungen. Eine, die Kraglinger Straße, ist seit einigen Monaten so verengt, dass sie als Ausweichstrecke uninteressant geworden ist.

Ampel gilt bald auch für Rechtsabbieger

Aber auch an anderen Stellen wird für mehr Sicherheit gesorgt, so Wiens bei seinem jüngsten Bericht im Umwelt- und Verkehrsausschuss. Zum Beispiel an der Rewe-Kreuzung. Dort ist das Problem, das Autofahrer von der Haidenholzstraße aus auch bei roter Ampel Richtung Prutting abbiegen – und beim Ausnützen von Lücken im Straßenverkehr den vorfahrtberechtigten Radweg kreuzen. Was ganz bös ausgehen kann. Deswegen gilt die Ampel künftig für alle Autofahrer, auch Rechtsabbieger.

Lesen Sie auch: Der Radwegbereiter: Frank Wiens ist Beauftragter für Fahrradverkehr in Stephanskirchen

An acht Kreuzungen im Gemeindebereich, an denen es nur einen einseitigen Radweg gibt, kommt laut Wiens demnächst eine spezielle Beschilderung. Das hat der Radlbeauftragte mit dem Landratsamt ausgekartelt.

Bei zwei anderen Angelegenheiten ist Wiens aufs staatliche Bauamt, Abteilung Straßenbau, angewiesen. Zum einen beim Geh- und Radweg am Schlossberg ortseinwärts. Da ist der Belag auf der einen Hälfte so schlecht, dass die bergaufschnaufenden Radler auf der besseren Hälfte fahren. Was aber heißt, dass fittere Radler und solche mit E-Bikes rechts überholen. Da sei es schon des Öfteren zu Unfällen zweier Radlfahrer bekommen, berichtet Wiens und auch Uhlig hat diese Beobachtung gemacht. Für die Erneuerung des Geh- und Radweges ist das staatliche Bauamt zuständig. Da ist Uhlig ganz optimistisch, dass das Amt „zeitnah“ tätig werden könnte.

Gehwegparker gefärden Radfahrer

Dickere Bretter sind vermutlich beim Parken auf Gehwegen zu bohren. Das ist in vielen Teilen der Gemeinde nach wie vor verbreitet, vor allem aber an der Salzburger Straße. Mit der Folge, dass der Weg für Radfahrer eng, wenn nicht unpassierbar, wird. Da gäbe es laut Wiens die Möglichkeit, etwa 30 Zentimeter hohe flexible rot-weiße Warnbaken an der Bordsteinkante anzubringen, die Autofahrern ganz deutlich machen, dass sie auf dem Gehweg nichts verloren haben. „Aber da zieht das Straßenbauamt nicht so recht“, so Wiens. Da sei vermutlich über die kommunale Verkehrsüberwachung schneller etwas zu verbessern.

Die Verwaltung tüftelt schon

Dr. Nicole Eckert (Die Grünen), selbst sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs, hat ebenfalls beobachtet, dass Radfahrer oft auf die Straße müssen, weil der Gehweg zugeparkt ist. Und das auch zu Schul- und Arbeitsanfangszeiten, was die Situation für Schulkinder schwierig mache. Die Idee, da die Überwacherinnen des ruhenden Verkehrs einzuspannen, fand nicht nur sie gut. Uhlig berichtete, dass die Verwaltung schon überlege, wie das zu machen sei. Erika Riedrich (Parteifreie) regte an, dass doch die besonders aktiven Radfahrer auf dem Gehweg parkenden Autos ein entsprechend wohlformuliertes Schreiben unter die Scheibenwischer klemmen könnten, „das bringt vielleicht mehr, als die kommunale Verkehrsüberwachung“.

Jugendliche finden Beleuchtung uncool

Wo es sonst noch wie weit fehlt und was die Gemeinde tun kann, das soll eine Bestandsaufnahme der Experten des Arbeitkreises Fahrradfreundlicher Kommunen zeigen. Eigentlich für Frühjahr 2021 geplant, ist dieser Termin auf 2022 verschoben.

Gedanken machten sich Ausschussmitglieder, Radbeauftragter und Verwaltung auch darüber, wie Jugendliche dazu zu bringen sind, dass sie mit ausreichender Beleuchtung fahren. Bürgermeister Karl Mair (Parteifrei) schlug vor, sich mit der OPS zu verbünden, sein Stellvertreter Robert Zehetmaier erinnerte sich an Besuche der Polizei in der Schule, bei denen jeder Schüler eine Mängelliste für sein Radl bekam. „Gibt‘s das eigentlich noch?“ Das will Wiens herausfinden. Er überlegt zudem, mit einem coolen Spruch beflockte Warnwesten zu verteilen. Da hatte Steffi Panhans (SPD, Mutter zweier Teenager, Bedenken, dass das etwas bringt. „In einem gewissen Alter ist das Thema einfach uncool.“

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