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Jahreshauptversammlung zieht Bilanz

„Die Anzahl der Einsätze nehmen permanent zu“: Was das für die Feuerwehr Flintsbach bedeutet

62 aktive Mitglieder gehören aktuell der Feuerwehr Flintsbach an. Das Foto zeigt eine Übung aus dem vergangenen Jahr.
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62 aktive Mitglieder gehören aktuell der Feuerwehr Flintsbach an. Das Foto zeigt eine Übung aus dem vergangenen Jahr.

Freiwillige Feuerwehr Flintsbach blickt auf ein arbeitsreiches Jahr 2022 zurück. Vorsitzender appelliert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Ehrenamtlichkeit auf jeder Ebene möglich sei.

Von: Volkhard Steffenhagen

Flintsbach – Mit 38 Einsätzen und insgesamt rund 4100 geleisteten Stunden blickte die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Flintsbach auf ein arbeitsreiches Jahr 2022 zurück. „Die Anzahl der Einsätze nehmen permanent zu“, erklärte der Erste Kommandant Jörg Benkel. Hauptbrennpunkt des Einsatzgeschehens ist die angrenzende Bundesautobahn.

Noch im vergangenen Jahr konnte die Jahreshauptversammlung 2022 nicht wie gewohnt in Präsenz stattfinden. Seinerzeit wurden die Vereinsmitglieder per Post mit einem schriftlichen Jahresbericht über das Geschäftsjahr informiert. „Umso mehr freut es mich, dass wir neben dem offiziellen Teil auch den gemütlichen Teil miteinander verbringen können“, sagte Vorsitzender Alexander Heinisch zur Begrüßung.

Im September nahmen die Floriansjünger an der landesweiten Aktion „Lange Nacht der Feuerwehr“ teil. „In diesem Rahmen haben wir dann das diesjährige Feuerwehrfest nachgeholt, das wegen der Pandemie ausfallen musste“, sagte Heinisch.

Kabarettist Django Asül engagiert

Da große Ereignisse bekanntlich schon recht frühzeitig ihre Schatten vorauswerfen, kündigte der Vorsitzende an, dass das für 2024 anstehende 150-jährige Gründungsjubiläum der Feuerwehr ein großes Fest stattfinden soll. Dazu ist der mehrtägige Betrieb eines Festzelts für rund 1200 Personen geplant und wie der Erste Kommandant Jörg Benkel bereits verraten konnte, wurde für einen Kabarettabend der Kabarettist Django Asül engagiert.

Benkel sieht für die Zukunft mehr Einsätze auf die Feuerwehr zukommen. Denn eine Statistik, die die Feuerwehr seit 1970 führt, zeigt eine stetig steigende Anzahl der Einsätze. Dabei haben die Einsätze zur Technischen Hilfeleistung (THL) rapide zugelegt. Während die Feuerwehr vor 20 Jahren nur acht THL-Einsätze registrierte, kletterte deren Anzahl im Laufe der Jahre immer höher, sodass im letzten Jahr 31 dieser Einsätze auf der Agenda standen. Hauptbrennpunkt sei die angrenzende Bundesautobahn, so Benkel. Dafür ist die Feuerwehr gut gerüstet. Hierzu wurde unter anderem auch das Geld aus den Haussammlungen effektiv angelegt, für das Benkel den Spendern sehr dankbar ist.

Unter anderem konnten zwei Wärmebildkameras, neue Schaumfeuerlöscher oder fehlendes Werkzeug angeschafft werden. Neben einer guten technischen Ausrüstung sorgt Benkel für eine vorbildliche Ausbildung der 62 aktiven Mitglieder. Immerhin besuchten diese im vergangenen Jahr insgesamt 37 Lehrgänge und verbrachten somit 232 Stunden auf der Schulbank. So standen recht interessante Kurse auf dem Programm, wie etwa Flugunfälle mit Kleinflugzeugen, technische Hilfeleistung bei LKW- und Busunfälle oder auch das Praxistraining E-Mobilität, bei denen es um Unfälle mit elektrisch angetrieben PKW ging, die vermehrt auf unseren Straßen anzutreffen sind. Dieses lehrreiche Training weckte sogar beim Bayerischen Rundfunk Interesse, sodass es die Floriansjünger bis in die BR-Abendschau brachten.

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Um den Nachwuchs muss sich die Feuerwehr Flintsbach nicht sorgen, denn aktuell machen 32 Jugendliche bei der Jugendfeuerwehr mit. Im Jahr 2021 waren das noch 25 Jugendliche, berichtete der Jugendwart Dominik Ralser. Mit Erreichen der Altersgrenze wechselten bisher alle Jugendlichen schließlich in den aktiven Dienst der Feuerwehr über.

Kinderfeuerwehr gut aufgestellt

Auch um die Kleinsten kümmert man sich in Flintsbach vorbildlich, denn in der Kinderfeuerwehr „Feuersalamander“ werden 26 Kinder, deren Durchschnittsalter bei 9,4 Jahren liegt, von Barbara Reiter und ihren Kolleginnen und Kollegen betreut. Hier werden die Kinder spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt und sogar schon in Erster Hilfe ausgebildet. Erfreulicherweise wechseln die meisten Kinder später dann in die Jugendfeuerwehr.

Erster Kommandant Jörg Benkel dankte den Feuerwehrmitglieder für ihr überdurchschnittliches Engagement.

So lobte Benkel das überdurchschnittliche Engagement aller Feuerwehrmitglieder. Für die Zukunft sieht der Erste Kommandant allerdings keine rosaroten Zeiten auf sich zukommen und nimmt an, dass die Feuerwehren mit nicht ganz so einfachen Herausforderungen konfrontiert werden wird. Neben den steigenden Einsatzzahlen würde auf die Feuerwehren höhere Anforderungen an Kenntnisse, Fähigkeiten, Verwaltung und Bürokratie zukommen. So müsse die Feuerwehr mit dem größer werdenden Freizeitdruck, den alternative Freizeitangebote, den wechselnde Interesse der Mitglieder und dem steigenden beruflichen Druck umgehen.

„Es gibt immer weniger Arbeitsplätze für unsere jungen Menschen am Ort, wir stoßen auf immer weniger Akzeptanz bei den Arbeitgebern und müssen vermehrt mit Wegzug aus unserem Ort rechnen, weil bezahlbarer Wohnraum für junge Leute fehlt. Außerdem fehlt die Bereitschaft selbst in die Feuerwehr, zum Beispiel in einen LKW-Führerschein, zu investieren“, sagte Benkel.

Rahmen für Ehrenamt schaffen

Laut dem Vorsitzenden müssten neue Wege gegangen werden. „Ein, das hat es noch nie gebraucht oder das haben wir schon immer so gemacht, wird nicht mehr reichen, nicht mehr für die Feuerwehr und insbesondere auch nicht mehr für die Kommune. Denn diese muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ehrenamtlichkeit auf jeder Ebene möglich ist“, erklärte Benkel.

Dank und Grußworte der Gemeinde überbrachte Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher. Von der Kreisbrandinspektion waren Kreisbrandinspektor Martin Gruber, Kreisbrandmeister Joachim Buchmann und Kreisjugendwart Manuel Pöhmerer vertreten.

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