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Vergeblich auf den Piks gewartet

Der Wille war da, die Impfdosis nicht – Viel Frust in Stephanskirchen und Rohrdorf

Robert Zehetmaier (links) und Stefan Jenuwein erwischten die letzten Impfdosen in Stephanskirchen.
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Robert Zehetmaier (links) und Stefan Jenuwein erwischten die letzten Impfdosen in Stephanskirchen.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Stundenlang warteten Impfwillige bei den Sonderimpftagen geduldig in der Schlange. Nicht immer erfolgreich. In Stephanskirchen und Rohrdorf wurden in den vergangenen Tage viele Menschen unverrichteter Dinge nach Hause geschickt. Das Impfserum reichte schon da nicht aus.

Stephanskirchen/Rohrdorf – „Beim nächsten Impftag muss einiges besser koordiniert werden“, sagte Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) am Dienstag Abend in der Sitzung des Gemeinderates. Mittwoch Mittag stand fest: Den Impftag im Rathaus am 18. Dezember wird es nicht geben. Wegen Mangels an Impfstoff.

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Der machte allen Beteiligten auch jetzt schon das Leben schwer. Sowohl in Stephanskirchen am Samstag als auch in Rohrdorf am Mittwoch war nicht ausreichend Serum für alle Impfwilligen vorhanden, mussten Menschen ungeimpft nach Hause geschickt werden.

Schlange stehen begann um 9.30 Uhr

Wolfram Inngauer stellte sich am Mittwoch um 9.30 Uhr in die Schlange am Parkplatz Paul-Dax-Straße in Rohrdorf. „Ich hatte wartend bis 13 Uhr eine Strecke von 63 Metern zurückgelegt“, berichtet er. Wobei etliche Wartende die Schlange in der Zeit verlassen hätten.

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Um 13 Uhr sei eine kompetente und freundliche Mitarbeiterin des Malteser Hilfsdienstes vor die Tür gekommen und habe mitgeteilt, dass nur die direkt an der Tür stehenden Impfwilligen noch dran kämen, so Inngauer, für alle anderen reiche der Impfstoff sicher nicht. Für ihn und seine direkten Vorder- und Hinterleute würde die Wartezeit noch vier Stunden betragen.

Zeiten und Zahlen, die Karl Mair bekannt vorkommen dürften. Er war eigentlich nur ins Rathaus gegangen, um zu sehen ob Ursula Dreischl und Florian Retzer, seine Verwaltungsleute, klar kommen oder ob er noch etwas tun kann. Er konnte: Einen Raum als Garderobe für die dicken Winterjacken und -mäntel aufsperren, Wasser an die Wartenden verteilen, beim Ausfüllen der Formulare helfen und noch einiges mehr.

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Und ab 14.30 Uhr, als er mit einem Malteser-Mitarbeiter mehreren Dutzend Menschen mitteilen musste, dass sie an dem Tag nicht mehr drankommen, da war Mair als Beruhiger und Tröster im Einsatz. „Jetzt haben wir endlich viele Impfwilligen und dann schicken wir sie weg – das ist unmöglich“, ärgert er sich noch Tage später.

Wolfram Inngauer wurde nicht weggeschickt. Da aber in Rohrdorf nicht klar war, ob er nach weiteren vier Stunden Wartezeit überhaupt noch Impfstoff bekommen würde, erschienen ihm geschätzte 8,5 Stunden Wartezeit für den möglicherweise nicht mehr vorhandenen Booster-Schuss völlig unzumutbar.

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Von einer Kollegin, die sich schon um 8.15 Uhr angestellt hatte – losgehen sollte es um 9 Uhr – habe er später erfahren, so Inngauer, dass es nur eine Impfstation gab. Das war ein paar Tage zuvor in Stephanskirchen genauso. Wobei Mair da den Organisatoren keinen großen Vorwurf macht. „Es kann ja keiner wissen, wie viele Leute kommen“, so der Bürgermeister. Eine Terminvereinbarung ist bei den Sonderimpftagen nicht nötig. Zu den Impfbussen im September und Oktober kamen laut Mair jeweils zwischen 60 und 70 Jugendliche, Frauen und Männer. Als er sah, dass die Schlange am Rathaus in Schloßberg immer länger wurde, fing Mair an, alle möglichen Strippen zu ziehen, um eine zweite Ärztin/einen zweiten Arzt an Land zu ziehen. Was zu Mittag gelang.

Wolfram Inngauer hat ausgerechnet, dass in Rohrdorf maximal zwölf Impfungen pro Stunde erreicht wurden. Karl Mair hat es selbst erlebt: Die Ärzte und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter mussten oft erst noch beraten, Vorerkrankungen aufnehmen, Fragen beantworten. Das dauerte. Bis zu 5,5 Stunden warteten die Menschen vor dem und im Rathaus auf den Piks.

157 Impfungen im Rathaus

Am Ende des Tages standen 72 Erstimpfungen, 16 Zweitimpfungen und 69 Booster-Impfungen zu Buche. Vor allem über die vielen Erstimpfungen ist Mair froh. Und ärgert sich noch mehr, dass die nicht am 18. Dezember zur zweiten Impfung in Rathaus in Schloßberg kommen können, nachdem sie sich nun durchgerungen hätten. „Das ist unbefriedigend. Wir werden im Regen stehen gelassen.“