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Aushilfs-Priester wirbt für Heimat

Der Helferkreis Rohrdorf unterstützt seit 14 Jahren eine syrische Stiftung

Die Groß-Bäckerei im Heimatdorf Maarouneh in Syrien bietet rund 40 Menschen einen Arbeitsplatz. Sie wurde mit Spendengeldern aus der Region finanziert.
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Die Groß-Bäckerei im Heimatdorf Maarouneh in Syrien bietet rund 40 Menschen einen Arbeitsplatz. Sie wurde mit Spendengeldern aus der Region finanziert.

Wie kommt ein syrischer Priester in die Pfarreien Rohrdorf, Thansau und Lauterbach? Priester Hanna Ghoneim übt seit 25 Jahren sein Amt aus und seit nunmehr 20 Jahren hat er einen freundschaftlichen Kontakt mit den regionalen Pfarreien. Während dieser Zeit hat er bereits zehn Mal für jeweils drei Wochen die Urlaubsvertretung für den örtlichen Pfarrer gemacht.

Rohrdorf/Syrien – Den Aufenthalt, der heuer schon wieder zu Ende geht, und die Kontakte zu den Freunden im Rohrdorfer Pfarrverband hat der Priester wieder genutzt, um für seine Stiftung und für das Volk seiner syrischen Heimat zu werben.

Bereits seit 2002 in der Region tätig

Bei einem Besuch im Rohrdorfer Pfarrhof zusammen mit Jakob Opperer aus der örtlichen Unterstützergruppe erklärt Ghoneim, der Seelsorger der melkitischen (griechisch-katholischen) Gemeinde in Wien und Leiter der Stiftung Korbgemeinschaft „Hilfe für Syrien“ ist, wie seine Freundschaft zu Rohrdorf und Bayern entstand. Pfarrer Ghoneim hat von 1991 bis 1996 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert und in Wien den Doktor der Theologie gemacht. Erstmals kam Ghoneim im Jahr 2002 als junger Priester zum damaligen Ortspfarrer Gottfried Doll, um die Urlaubsvertretung zu übernehmen.

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„Damals war ich der persönliche Referent des griechisch-katholischen Patriarchen Gregorius III, der inzwischen emeritiert ist. Ich erinnere mich noch gerne, als wir den Patriarchen zu einem Gottesdienst zu Gast hatten und anschließend beim Gasthof ‚Zur Post‘ einkehrten“. Damals schon mit dabei war auch Jakob Opperer.

40.000 Euro allein aus Rohrdorf

Die Freundschaft der beiden verfestigte sich bei den Weltjugendtagen 2005 in Köln und 2011 in Spanien. Beide Male machten syrische und libanesische Christen Station in Rohrdorf und die gegenseitigen Verbindungen wurden weiter gestärkt.

40.000 Euro wurden bislang im Pfarrverband Rohrdorf für die Syrien-Stiftung gespendet und gesammelt. Auch heuer wurde dem sympathischen Werber aus und für Syrien wieder viel Zuspruch und Zuneigung bei den Gottesdiensten und bei einem öffentlichen Vortrag zuteil. Mit den Stiftungsgeldern werden verarmte, hungernde und obdachlose Menschen in verschiedenen Projekten unterstützt.

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Eines der Projekte ist eine neue Bäckerei in Ghoneims Heimatdorf Maarouneh. „Ursprünglich war nur an eine kleine Bäckerei für das Dorf gedacht, doch durch Spenden und Zusammenhelfen wurde sie so groß, dass wir bis zu 40 Arbeitsplätze anbieten und bis zu 50.000 Menschen mit gutem Brot versorgen können“, sagt der Priester.

Sozialmarkt und Suppenküche geplant

„Bald werden wir noch einen Sozialmarkt und eine Suppenküche aufbauen, um die Menschen mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen“.

Der syrische Priester Pater Dr. Hanna Ghoneim zusammen mit Jakob Opperer vom Rohrdorfer Freundeskreis.

Das Arbeiten in der Bäckerei habe bei den Menschen und Jugendlichen viel bewegt. Die Bäckerei habe „einen sehr ermutigenden Effekt und gezeigt, dass etwas gemacht werden kann. Von hier können wir viel tun für das Heil der Menschen in Syrien, wenn wir uns der Gnade Gottes bewusst sind“.

Nach der Urlaubsvertretung in Rohrdorf geht es für Pfarrer Ghoneim weiter nach Grafenau. Auch dort hilft er seelsorgerisch aus und wirbt für seine Syrien-Stiftung. Alsdann geht es wieder zurück nach Wien und so wie es die Verhältnisse im Land und zu Corona erlauben, besucht er mehrmals im Jahr sein Heimatland Syrien.

Kein Verlass auf Politik und Wirtschaft

Rund um eine 15-köpfige Reisegruppe, die 2007 mit Diakon Anton Zanker Syrien besuchte, hat sich in Rohrdorf ein Helferkreis gebildet, der die Syrienstiftung mit Projekten und Veranstaltungen unterstützt. „Es ist mir eine Ehre, im schönen Bayern Freunde zu haben. Unsere Hilfe soll die Christen in Syrien unterstützen, damit sie in ihrer Heimat bleiben und den Auftrag Christi erfüllen können“, so Ghoneim, „auf die Wirtschaft und auf die Politik kann man sich in einem so zerstörten Land mit den sehr verworrenen Situationen nicht verlassen, wir müssen für Arbeit und Lebensgrundlagen sorgen. “

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