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WSC Kiefersfelden-Rosenheim

Der „FC Bayern des Wasserskis“ wird 50

Der ehemalige Leistungssportler Thomas Bauer ist Vereinsvorsitzender und gemeinsam mit Ralf Müller einer der beiden Liftbetreiber.
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Der ehemalige Leistungssportler Thomas Bauer ist Vereinsvorsitzender und gemeinsam mit Ralf Müller einer der beiden Liftbetreiber.

„Der FC-Bayern des Wasserskis“ – so wird Deutschlands erfolgreichster Wasserkiclub (WSC) Kiefersfelden Rosenheim von vielen bezeichnet. Dieses Jahr feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen.

Kiefersfelden – Während all den Jahren hat der WSC unzählige Titel in den drei Disziplinen – Slalom, Trickski und Springen- gesammelt. Bereits 25-mal ist der Verein schon deutscher Meister geworden. Aktuell halten Jana Wittenbrock und Simon Herrmann jeweils einen Weltrekord im Slalom. Laut Thomas Bauer, Vorsitzender des Vereins, sind es die sportlichen Erfolge, die den Verein auszeichnen.

Aber auch die Geselligkeit sei ein wichtiger Bestandteil des Clubs. Schließlich werde dadurch alles zusammengehalten. Schon seit 1977 gibt es jeden Dienstag einen Stammtisch. Mit dabei: Viele Leute von früher. „Manche sind schon 83 und fahren bei schönem Wetter immer noch Wasserski“, schildert Bauer.

Jugendarbeit ist sehr wichtig

Um das Vereinsleben aufrechtzuerhalten, war dem WSC von Anfang an eine aktive Jugendarbeit wichtig. Für die Anfänger gibt es daher „little Bro“ (dt.: kleinerer Bruder). Der Übungslift ist im Gegensatz zu dem Normalen, viel kleiner. Laut Bauer gebe es auch nur einen Fahrer und einen Trainer, der die Anlage bedient.

Der Verein bietet zudem seit ein paar Jahren ein kostenloses Schnuppertraining für Kinder an. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme: Sie müssen schwimmen können. „Wir haben dadurch die komplette Nachwuchsmannschaft in den vergangen Jahren aufgebaut“, erzählt Bauer.

Slalom-Weltrekordhalterin Jana Wittenbrock zeigt, was man alles für das Wasserskifahren braucht.

Training für den ganzen Körper

Zu den jüngeren Wasserkifahrern im Verein gehört Anouk Pilgram. Der 12-Jährige ist seit mehreren Jahren regelmäßig auf dem Wasser unterwegs. Eindrucksvolle Drehungen und andere Kunststücke gehören zu seinen Fähigkeiten.

Die Jugendarbeit leitet seit einiger Zeit Bauer und das mit großer Freude.

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„Es ist schon toll, wenn die Kinder mir mit strahlenden Augen erzählen, dass sie jetzt eine ganze Runde geschafft haben.“

Der Sport habe laut ihm auch einige Vorteile für die Kleinen. Schließlich seien sie dadurch viel an der frischen Luft und trainieren ihren Körper. Laut Bauer lernen die Kinder auch eine wichtige Sache: "Nach jedem Sturz wieder aufstehen." Der Vereinsvorsitzende spricht aus Erfahrung. Jahrelang hat er erfolgreich Leistungssport betrieben. Für Bauer bedeute aber nicht nur der Sport sehr viel, sondern auch der Verein. Schließlich sei er damit aufgewachsen.

Alles hat mit dem Bau der Autobahn begonnen

Angefangen hat beim WSC damals alles mit dem Bau einer Autobahn in den 60er-Jahren. „Dafür wurde Kies gebraucht und ein See ausgebaggert“, erzählt Bauer. Die Wasserskiseilbahn wurde 1969 am Hödenauersee im Gemeindebereich Kiefersfelden eröffnet. Zwei Jahre später ist der Verein entstanden. Bereits in den 70er-Jahren haben Axel Müller und Ingo Heidrich die ersten Titel geholt. 1976 richtete der Club die erste deutsche Meisterschaft aus.

Nach und nach hat sich auch die Anlage des Vereins weiterentwickelt.

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Inzwischen gibt es unter anderem eine große Gastronomie und einen kleinen Campingstellplatz. Für Bauer war es wichtig, einen Ort zu schaffen, wo sich die Besucher den ganzen Tag aufhalten können. Finanziert hat sich der Verein all die Jahre über staatliche Zuschüsse, Vereinsbeiträge und Wettkämpfe. Seit 1992 sponsert „Auerbräu“ den Club.

In den 50 Jahren des Vereins gab es nur wenige Hürden. Laut Bauer habe Corona den WSC aber schon sehr getroffen. Heuer sollte eigentlich auch die deutsche Meisterschaft in Holland stattfinden. Jedoch wurde sie abgesagt. Der Grund: Es durften keine Sportveranstaltungen mit Teilnehmern aus dem Ausland stattfinden. Einen Ersatz gab es nicht. „So schnell kann man keine deutsche Meisterschaft aus den Ärmeln schütteln.“

Der 12-Jährige Anouk Pilgram betreibt bereits seit er klein ist die Sportart.

Zeigen, wie schön der Sport ist

Trotz Corona konnte das 50-jährige Vereinsbestehen bei einem Fest gefeiert werden. Passenderweise gab es dazu einen 50-minütigen Film mit dem Titel „The Legend“ (zu Deutsch: die Legende). Darin zu sehen: Viele alte Fernsehbilder und Filmaufnahmen über den Wasserskilift und den Club.

Für die Zukunft gibt es auch schon einige Pläne. Nächstes Jahr soll ein hauptberuflicher Trainer eingestellt werden. Zudem hoffe Bauer weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Das Wichtigste für den Verein sei aber, dass sie ihre Philosophie – den Sport in die Welt tragen – weiterleben. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass das echt was Schönes ist. (re)

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