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Blick ins Wasser

Was wächst in den Tiefen des Simssees?

Zum Schwimmen und Herumtoben ist der Simssee nach Expertenansicht problemlos geeignet. Auch wenn ihn die Armleuchteralgen als Lebensumfeld nicht so sehr schätzen.
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Zum Schwimmen und Herumtoben ist der Simssee nach Expertenansicht problemlos geeignet. Auch wenn ihn die Armleuchteralgen als Lebensumfeld nicht so sehr schätzen.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Drei Jahre lang waren Taucher im Simssee unterwegs, untersuchten in verschiedenen Tiefen den gesamten See auf den Bewuchs mit Wasserpflanzen und kartierten diese. Das Ergebnis stellten Dr.Thomas Bittl und Dr.Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim jetzt vor.

Simssee – Von 2018 bis 2020 dauerte die Untersuchung des Simssees auf Makrophyten (Wasserpflanzen, die als Einzelexemplare mit bloßem Auge zu erkennen sind, Anm. der Red.) durch Wiener Wissenschaftler. Die Auswertung und Aufbereitung ist voraussichtlich zum Jahresende fertig. In Kürze, so Roch in der Sitzung des Abwasserzweckverbandes Simssee, soll das Ergebnis dann auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt zu finden sein.

Kein umfassendes Seegutachten

Was beiden Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes sehr wichtig ist: Es handelt sich nicht um ein umfassendes Seegutachten. Dazu hätten noch ganz andere Daten – zum Beispiel das Vorkommen von Algen, das Plankton im See, die Nährstoffe im Wasser (Phosphor, Sauerstoff und andere) in verschiedenen Tiefen, etc. – gesammelt werden müssen.

Was wächst wo im Simssee? Der Frage gingen Taucher drei Jahre im Auftrag von Wiener Wissenschaftlern auf den Grund.

Die vorliegende Arbeit sei eine dreijährige Bestandsaufnahme des Pflanzenbewuchses des Sees. Trends ließen sich an den Daten von drei Jahren kaum ableiten, so Bittl. Zumal nicht, wenn ein Dürrejahr wie 2018 dabei ist. Denn in dem Jahr gab es mangels Regen deutlich weniger Eintrag in den See.

40 verschiedene Wasserpflanzen in 41 Kartierungsgebieten

In den 41 Kartierungsgebieten, in die der Simssee unterteilt wurde, wurden 40 verschiedene Wasserpflanzentypen gefunden. Die Hälfte davon war in allen drei Jahren nachweisbar, die andere Hälfte nur in einem oder zwei Jahren. Von den 20 Pflanzenarten, die den Tauchern in allen drei Jahren vor die Masken kamen, sind nahezu alle typisch für alle bayerischen Voralpenseen, so Bittl. „Das Artenspektrum ist nicht schlecht, aber die Gewichtung nicht ideal“, so Bittl, zum Beispiel seien die Armleuchteralgen zurückgegangen, „kein gutes Zeichen, denn die sind sensibel“.

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Belastungsschwerpunkte seien vor allem an den größeren Zuflüssen zum See auszumachen, so Bittl. Das Artenspektrum hat sich seit der letzten größeren Untersuchung 1991 nicht wesentlich verändert, sagt Bittl, allerdings die Häufigkeit der einzelnen Arten. Verbandsrat Richard Mühlbauer merkte an, dass auch die 1990er Jahre verhältnismäßig trocken gewesen seien, der Eintrag an Nährstoffen deswegen eher gering.

Effekte erst nach Jahrzehnten zu sehen

Es könne niemand beurteilen, wie der Simssee heute aussehe, hätte der AZV nicht Schutzmaßnahmen ergriffen, fügte Roch an. Verbandsrat Christof Schlaipfer merkte an: „Wir sehen erst nach Jahren und Jahrzehnten die Effekte unserer Handlungen. Und genau das ist das Problem.“ Noch dazu, so Bittl, reagiere ein See träger als ein Fließgewässer.

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Das Einzugsgebiet des Simssees gehört seit 2020 für die Landwirtschaftsverwaltung zum „gelben Gebiet“, so Bittl, das heißt, die Verwaltung definiert Maßnahmen zur Phosphorreduzierung, die Landwirte umsetzen müssen.

Was sowohl Riederings Bürgermeister Christoph Vodermaier als auch Roch freut: Die gute Zusammenarbeit von AZV, Wasserwirtschaftsamt, Edeltraut Wissinger vom Büro Ecozept, Landwirten und Gemeinden. Er sprach sich dafür aus, auch den Bund für Umwelt- und Naturschutz mit einzubinden. „Es ist der große Vorteil, dass hier alle Beteiligten an einem Strang ziehen – nur so geht‘s“, befand Roch.

Eine ganze Note zu schlecht

Wenn es um die Wasserrahmenrichtlinie der EU geht, die die Qualität des Seewassers angeht, verfehlt der Simssee seit vielen Jahren den geforderten „guten Zustand“, so Bittl. „Er ist ein satter Dreier statt des angestrebten Zweiers“, formuliert es Stephanskirchens Bürgermeister Karl Mair, Vorsitzender des AZV. Er nahm die Studie als Ansporn, mit den Schutzmaßnahmen weiterzumachen.

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Auf die Badeseequalität hätten die Wasserpflanzen keine Auswirkungen, so Bittl, und an den großen Badeplätzen zeige der Pflanzenbewuchs eher weniger Nährstoffeintrag an. Eines dürfe man allerdings nicht vergessen: „Der Simssee ist ein Ökosystem, kein Freibad.“

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