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Wie an Weihnachten aus einem Reihenhaus in Vogtareuth eine große Freude für Kinder wird

Das „Weihnachtshaus“ von Paula Kraus ist mitsamt seiner Märchenlandschaften mittlerweile zu einer Institution in Vogtareuth geworden.
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Das „Weihnachtshaus“ von Paula Kraus ist mitsamt seiner Märchenlandschaften mittlerweile zu einer Institution in Vogtareuth geworden.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
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Seit mehr als zwölf Jahren dekoriert Paula Kraus ihr Haus in Vogtareuth jeden Dezember. Doch sie verwendet nicht nur gewöhnlichen Weihnachtsschmuck, sondern schafft Märchenlandschaften. Ein Rundgang mit Engelschor, zu Eisbären und dem Froschkönig.

Vogtareuth – „Paulas Märchenzauber“ steht auf einem Schild vor der Einfahrt des Hauses von Paula Kraus in der Krankenhausstraße. Es weist den Weg in das Märchenland, das sie im Laufe der vergangenen zwölf Jahre aufgebaut hat. Rechts neben dem Schild steht eine Wichteldame mit rotem Hund und grau-schwarzem Kleid. Gegenüber hat die Krippe mit Josef, Maria und dem Jesuskind ihren Platz. Vom mit Tannenzweigen und Kugeln geschmückten Balkon blickt ein Engelchor herunter.

Im Garten wartet eine kleine Lokomotive auf Besucher.

Am Anfang war das Hexenhaus

Begonnen hat alles mit einem kleinen Hexenhaus aus Holz. Paula Kraus zeigt auf ein Foto, das in einem Buch klebt. Das Haus habe sie mit Lebkuchen und Süßigkeiten geschmückt aufgestellt, erzählt die Vogtareutherin. Mittlerweile hat sie mehrere Themenwelten vor ihrem Haus aufgebaut. Da gibt es den Froschkönig, eine Weihnachtsbäckerei, Hänsel und Gretel und ein Kasperltheater. Ganz hinten im Garten tummeln sich ein paar Eisbären an der Hauswand.

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Im Laufe der Jahre hat Paula Kraus die Figuren, Puppen und Dekoelemente zusammengesammelt.  Das Meiste kaufe sie auf Flohmärkten. Dort finde man noch alten, traditionellen Schmuck. Darauf legt sie viel Wert. Denn: „Alles, was man sonst bekommt, wird so amerikanisch“, kritisiert sie. Auf Flohmärkten sei sie das ganze Jahr unterwegs, um nach den Sachen Ausschau zu halten, die ihr gefallen. Manches bekomme sie zum Geburtstag geschenkt oder von Freunden mitgebracht. Vieles mache sie aber auch selbst. Sie bastelt Schmuck, näht Kleider für die Puppen oder geht in den Wald, um Latschen und Moos als Unterlagen zu holen.

Paula Kraus ist eine Perfektionistin

Vier Wochen brauche sie, um alles zum 1. Dezember zu schmücken und aufzubauen. Dabei ist sie perfektionistisch, war sie schon immer. „Das muss  alles zusammenpassen“, sagt Paula Kraus. Ihr Mann unterstütze sie tatkräftig. Er sei Hobby-Schreiner und zimmere die Möbel für die kleinen Figuren vor dem Haus selbst. Außerdem kümmere er sich als gelernter Elektriker um die Beleuchtung. „Das ist schon gut. Da braucht man jemanden, der sich auskennt.“

In der Weihnachtsbäckerei werden Plätzchen gebacken.

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Jeden Abend um 16.30 Uhr gehen die Lichter per Zeitschaltuhr an. Dann erstrahlt die Doppelhaushälfte in der Krankenhausstraße bis 23 Uhr in verschiedenen Farben. Das erfreut besonders die Kinder, die in Scharen zu Paula Kraus pilgern. Denn sie ist im Dorf bekannt. Ihr geschmücktes Haus sei eine Tradition, „gehört einfach dazu“. Auch viele schwerkranke Kinder, die in der Schön-Klinik Vogtareuth behandelt werden, würden mit ihren Eltern vorbeikommen. „Manche komme jeden Tag.“ Wenn sie sieht, wie die Kinder staunen, freue sie sich. „Das ist besonders für mich.“

Tütchen mit Lebkuchen für Kinder

Jedes Kind bekommt von ihr ein Tütchen mit einem Lebkuchen und einem kleinen Schokoladennikolaus. „Davon gehen immer viele weg“, sagt sie. Während sie spricht, kommt ein kleiner Junge mit seiner Großmutter in die Einfahrt, um die Eisenbahn zu bestaunen. Er bekommt ein Tütchen und freut sich.

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene bleiben beim Spazierengehen stehen und schauen sich die Lichter an. Unter ihnen sei auch der Bürgermeister der Gemeinde, Rudolf Leitmannstetter. „Er kommt jedes Jahr“, sagt Paula Kraus.

Bisher seien jährlich neue Dinge zu ihren Landschaften hinzugekommen. Doch das scheint 2021 zum ersten Mal ungewiss zu sein. „Ich habe einfach keinen Platz mehr.“ Sind die Feiertage vorbei, verschwindet der ganze Schmuck. Paula Kraus packt alles in Kisten und verstaut diese in der Garage und im Haus. Dort warten die Engel, der Froschkönig und die Eisbären auf ihren nächsten Einsatz in „Paulas Märchenzauber“.

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