Wunschzettel bis zum 3. Advent

Das Audorfer Christkindlpostamt hat jetzt bei der Metzgerei „Am Krandl“ geöffnet

Hand aufs Herz: Wer hätte sich als Kind nicht ein Christkindlpostamt in unmittelbarer Nähe gewünscht? Seit Sonntag steht auf der Terrasse der Metzgerei „Am Krandl“ ein hölzernes Christkind, das auf Weihnachtspost von Kindern wartet.
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Hand aufs Herz: Wer hätte sich als Kind nicht ein Christkindlpostamt in unmittelbarer Nähe gewünscht? Seit Sonntag steht auf der Terrasse der Metzgerei „Am Krandl“ ein hölzernes Christkind, das auf Weihnachtspost von Kindern wartet.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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Malstifte, Puppen, Sticker oder doch lieber etwas anderes? Was auf den Wunschlisten der Kinder steht, weiß das Christkind am besten. In Oberaudorf bei der Metzgerei „Am Krandl“ gibt es jetzt ein Christkindlpostamt. Bis zum dritten Advent können die Kinder dort noch ihre Wunschzettel einwerfen.

Oberaudorf – Der erste Advent rückt näher und damit auch der Weihnachtszauber. Und Corona hin oder her: Das Christkind sitzt bereits in den Startlöchern.

Seit Sonntag, 22. November, gibt es in Oberaudorf ein „Audorfer Christkindlpostamt“ – und zwar auf der Terrasse der Metzgerei „Am Krandl“. Bis zum dritten Advent können Kinder dort ihre Wunschzettel einwerfen. Wer diesen mit einer Adresse versieht, bekommt ein Antwortschreiben vom Christkind zurück.

Besondere Alternative in Corona-Zeiten

Ramona Laska aus Oberaudorf und ihre Tochter Celina sind sozusagen die Gehilfen des „Christkinds“ und haben vergangene Woche in dessen Auftrag ein Postamt errichtet. Nachdem für die Kinder wegen Corona keine Christkindlmärkte stattfinden können, dachte sich Ramona Laska und ihre Tochter: „Ach, so eine Christkindlpost könnten wir schon errichten.“ Und nach einer kurzen Absprache mit Bürgermeister Matthias Bernhardt setzten die Damen ihr Vorhaben prompt in die Tat um. Innerhalb einer Woche sei eigentlich alles erledigt gewesen, berichtet Laska, die als Erzieherin tätig ist. Ihr Vater hätte ein Christkind aus Holz ausgesägt und sie und ihre Tochter hätten es zusammen bemalt. Als Briefkasten dient eine Plastikbox, die mithilfe eines Holzsteckers befestigt wurde. Die Flügel des Christkinds wurden aus Hasendraht und Engelshaar geformt. Am Ende ging es nur noch darum, einen geeigneten Standort zu finden. Corona-konform sollte er sein, am besten draußen im Freien und doch vor Unwetter geschützt, erläutert Ramona Laska.

Die passende Ecke ließ sich auf der Terrasse der Metzgerei „Am Krandl“ finden. Geschäftsführer Lück, Lebensgefährte von Laska, fand die Idee eines Christkindlpostamts eine „nette Sache“. Auf der Terrasse der Metzgerei – vor Regen und Schnee geschützt – wartet das hölzerne Christkind nun auf Post von Kindern.

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Eine eigene Postanschrift gebe es nicht, sagt Laska. Die Kinder müssten sich selbst auf den Weg zum hölzernen Christkind machen, um ihre Wunschzettel dort einzuwerfen. Zwei Briefe wurden bereits abgegeben, Und wie Laska verspricht: Das Christkind sei schon dabei zu antworten.

Antwortschreiben wird innerhalb einer Woche versendet

Die Leerung findet täglich statt und jedes Kind erwartet innerhalb einer Woche ein persönliches Antwortschreiben. Manche werden per Poststempel versendet, und manche schmeißt das Christkind vielleicht sogar persönlich in den Briefkasten der Kinder. Die Adressen würden vertraulich behandelt und nur für den Zweck einer Briefrücksendung verwendet werden. Danach werden die Adressen vernichtet, betont Laska.

Die Erzieherin freut sich, wenn das Postamt auf Resonanz stößt: „Das soll wenigstens für ein bisschen Weihnachtszauber in dieser ungewohnten Zeit sorgen.“ Ob die Wünsche dann tatsächlich erfüllt wurden, sehen die Kinder dann spätestens unterm Weihnachtsbaum.

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