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Dahoam im Dorf alt werden - Pruttinger Seniorenwohnen ein Schritt weiter

Café, Metzgerei, Bushaltestelle, Mösl, Kirche, Kramer, Rathaus in Griffweite: Zwar haben sich die Gebäude des seniorenwohnens etwas verändert, der Standort mitten im Dorf aber ist geblieben. Rissland

Mittendrin, zwischen Wirt, Kirche, Kramer und Dorfweiher. Dort baut die Gemeinde ein Seniorenzentrum. Mit Wohngemeinschaften, Mehrzimmerwohnungen, mit kleinen Appartements, mit Tagespflege, Tiefgarage, mit Laubengängen, Balkons, Beamer, Lounge, Gasheizung und Photovoltaikanlage. Für etwa elf Millionen.

Prutting – Sehr detailliert stellten Architekt und Fachplaner jetzt das Projekt Seniorenzentrum im Gemeinderat vor. Knapp 4400 Quadratmeter Geschossfläche von der Tiefgarage bis zum Schlupfboden unterm Dach werden die beiden Gebäude an der Rosenheimer Straße groß werden. Zusammen mit der gegenüberliegenden, ähnlich großen und hohen Wirtschaft werden sie eine gewisse Torwirkung für die Ortsmitte entfalten.

Ziegel und Holz, Licht und Luft

Architekt René Rissland ist begeistert, dass ein Ort mit rund 3000 Einwohnern sich ein solches Vorhaben zutraut. „Das ist ein gutes, ein schönes Projekt“, findet er. Der Architekt hat die beiden Gebäude in massiver Ziegelbauweise geplant, in den oberen Stockwerken sind Holzlamellen vorgehängt, die auf den Balkons für mehr Privatsphäre sorgen, aber aufgrund des Abstands der einzelnen Lamellen trotzdem viel Licht in die Räume lassen. Der Laubengang zur Rosenheimer Straße erschließt die Wohnungen, der Laubengang Richtung Mösl ist Balkon – und im Notfall auch als Fluchtweg zu nutzen. Nach den skeptischen Blicken einiger Ratsmitglieder versprach Rissland, Modelle der Lamellen zu liefern.

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Im Erdgeschoss und ersten Stock des Hauptgebäudes entsteht jeweils eine Wohngemeinschaft mit zehn Zimmern, großer Küche mit Ess- und Aufenthaltsbereich, Fernsehzimmer, einem Pflegebad und einem Büro für den Pflegedienst. Jeweils eines der Zimmer ist rollstuhlgerecht, hat also entsprechende Freiflächen in Wohnraum und Bad. Auf Vorschlag des Architekten wird zwischen einigen Zimmern die Wand auf rund einem Meter nicht massiv, sondern in Trockenbau gestaltet, so dass ein Durchbruch leicht möglich wäre. Falls ein Paar ín die Senioren-WG einziehen möchte. Im Dachgeschoss des Haupthauses, das volle Raumhöhe hat, entstehen sieben Appartements mit rund 40 Quadratmetern, eine rollstuhlgerechte Drei-Zimmer-Wohnung und eine barrierefreie Vier-Zimmer-Wohnung.

Tagespflege mit Blick auf das Mösl

Im kleineren Nachbargebäude sind im Ersten Stock und im Dachgeschoss jeweils zwei Drei-Zimmer-Wohnungen mit rund 70 Quadratmetern vorgesehen. Im Erdgeschoss ist die Tagespflege untergebracht. In einem großen Raum mit Beamer und Küche. Und mit Fensterfront zum Mösl. Der Saal der Tagespflege könnte auch für andere Zwecke ausgeliehen werden, so der Tenor im Gemeinderat. Neben dem großen Raum der Tagespflege gibt es einen Ruheraum, in dem sechs Senioren sich zum Nickerchen lang machen können. Und einen Raum für Mitarbeiter.

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Im Untergeschoss gibt es neben der Tiefgarage mit 20 Stellplätzen – auch für Rollstuhlfahrer und zum Teil mit Ladesäulen – auch Kellerabteile, Radlkeller, Technikräume und sogar einen Aussegnungsraum.

Warme Füße

Die Technik in und hinter den von Rissland geplanten Wänden stellten Diplomingenieur Franz Maier und sein Mitarbeiter Sebastian Strohmayer vor. Das Seniorenzentrum wird mit einer Gasheizung in Kombination mit einer Luftwärmepumpe gewärmt. Von unten, mit Fußbodenheizung. Die macht es, zusammen mit den Pflegebädern, auch nötig, dass eine Enthärtungsanlage für das Trinkwasser eingebaut werden muss. Was auch nur fürs Warmwasser möglich wäre. Auch die Ausstattung der Bäder – bodengleiche Dusche, Toiletten, selbst Mischbatterien – stellte Strohmayer kurz vor. Bei den Bädern in den rollstuhlgerechten Wohnungen habe man sich auf die Erfahrungen von Bürgermeister Hans Loy gestützt und zum Beispiel auf Griffbügel am Waschbecken verzichtet.

Dachziegel mit Photovoltaikzellen

Große Photovoltaikanlagen auf dem Dach sind selten schön. Es gibt mittlerweile aber Dachziegeln mit integrierten Zellen. Mit denen lässt sich ein Dach sehr gut gestalten. Die Idee gefiel den Räten, da wollen sie aber noch den Preisvergleich abwarten. Denn teuer wird das Seniorenwohnen ohnehin schon. „Die Preise da draußen sind nicht lustig“, findet auch der Architekt.

Fördertöpfe, Kredit und Rücklagen

Da Architekt und Fachplaner sehr eng zusammenarbeiteten sind die Kosten für Baukonstruktion, Baunebenkosten und technische Anlagen schon relativ genau, so Rissland. Rund 9,5 Millionen Euro kommen dafür zusammen. Hinzu kommt der Kauf des Grundstücks für etwa 800 000 Euro, noch nicht zu berechnen sind die Kosten für die Außenanlagen, die rund um die halbe Million liegen dürften. Die Hausanschlüsse für Wasser und Abwasser müssen gelegt werden, Möbel und dekorative Elemente sind ebenfalls noch nicht zu beziffern.

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Für die Tagespflege und die Baukosten kann die Gemeinde zwei Fördertöpfe anzapfen, rund 30 Prozent der Kosten sollten laut Bürgermeister damit gedeckt sein. Die anderen 70 Prozent werden zu etwa gleichen Teilen aus den Rücklagen der Gemeinde bestritten und mit einem sehr günstigen Kredit über 30 Jahre finanziert, so Loy. Um die Fördermittel beantragen zu können, müssen die Freiflächen gestaltet sein. Den Freiflächenplaner will der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag verpflichten. Wann die ersten Pruttinger einziehen können? Wenn es nach René Rissland geht, wird es 2021 sein.

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