Corona-Virus in Nußdorf: Das Rathaus ist leer

Idylle ist anders: In Nußdorf sind zwei Mitarbeiter der Gmeinde und zwei Wahlhelfr positiv getestet, das Rathaus ist aktuell geschlossen und leer.
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Idylle ist anders: In Nußdorf sind zwei Mitarbeiter der Gmeinde und zwei Wahlhelfr positiv getestet, das Rathaus ist aktuell geschlossen und leer.

Zwei bestätigte Fälle bei den Mitarbeitern, zwei bestätigte Fälle bei den Wahlhelfern – da hat Bürgermeister Sepp Oberauer sein Rathaus erstmal zugesperrt. Was geht, wird von zuhause erledigt. Und was nicht geht, geht eben derzeit nicht. „Die Gesundheit der Bevölkerung ist wichtiger.“

von Sylvia Hampel

Nußdorf – Das Rathaus der kleinen Gemeinde im Inntal ist nicht nur für den Publikumsverkehr geschlossen, es ist leer. „Wir haben eine bestätige Corona-Infektion im Rathaus und eine im Bauhof. Auch unter den Wahlhelfern gibt es zwei bestätigte Fälle. Und solange die Ergebnisse der Corona-Tests nicht da sind, bleibt das Rathaus leer“, sagt Bürgermeister Sepp Oberauer.

Blühwiesen blühen auch nächstes Jahr

Im Notfall ließe er das Rathaus auch zwei Woche zu, sagt Oberauer, „das ist gerade eine Ausnahmesituation, durch die wir durch müssen“. E-Mails kann er von zuhause abrufen und filtern, „derzeit steht bei uns auch nichts Dringendes an“. Denn ob weitere Blühwiesen wie geplant nächsten Monat oder erst nächstes Jahr angelegt werden, das sei nicht entscheidend.

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Oberauer hatte, wie er sagt, schnell ein ungutes Gefühl und erließ am Montag nach der Wahl bereits Dienstanweisungen, dass seine Mitarbeiter entsprechend Abstand voneinander zu halten haben, dass Besprechungen nur noch Minuten dauern sollen. Aber da war es wohl schon zu spät. Denn: Bei der Kommunalwahl hatten die vielen Wahlhelfer und -vorstände zwangsweise auch Kontakte untereinander, wenn auch nicht unbedingt enge. Und zwei aus der Gruppe sind bereits positiv getestet. Bei einem Mitarbeiter der Gemeinde ist die Ehefrau positiv getestet, er folglich in Quarantäne. Das Testergebnis steht aus.

Der Bürgermeistr wartet auf sei Testergebnis

Auch beim Bürgermeister. „Wenn es nach den Gerüchten geht, bin ich schon schwer krank“, sagt Oberauer amüsiert, ihn gehe es aber gut „und Symptome habe ich auch keine“. Allerdings seien in seinem Bekanntenkreis so viele Personen positiv getestet, dass er nicht sagen könne, wo er sich angesteckt hat, solle sein Test positiv ausfallen – zumal er ja auch aufgrund seines Amtes mit vielen Menschen in Kontakt kommt.

Sollten drei oder vier seiner Mitarbeiter negativ getestet werden, dann will Oberauer zusehen, dass zumindest das Kerngeschäft der Verwaltung aufrecht erhalten werden kann. Wie das zu organisieren ist, da sei er in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, das derzeit auch am Wochenende besetzt ist.

Spedition will sich zu Gerücht nicht äußern

Getroffen haben soll die Corona-Epidemie auch den größten Arbeitgeber im Ort, die international agierende Spedition Dettendorfer mit zwölf Standorten in Europa und knapp 600 Mitarbeitern. Die Assistentin der Geschäftsleitung erklärt auf Anfrage: „Die Geschäftsleitung möchte vom Thema Corona Abstand halten, sich nicht äußern.“

„Verrückt, verrückt, verrückt“, findet Oberauer die Lage. Kann ihr aber auch etwas Positives abgewinnen: „Es ist zwar traurig, dass es dazu einen so grausigen Virus braucht, aber man merkt jetzt, was wirklich wichtig ist.“

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