Corona-Pandemie und Urlaub dahoam: Wie die Tourismusgemeinde Nußdorf unter der Krise leidet

Während der Heuberg (links im Bild) ruft, bleiben die Gäste coronabedingt daheim. In Nußdorf setzt die Tourismusbranche bereits auf das Pfingstgeschäft und hofft auf zahlreiche Gästen im Sommer und Herbst. Steffenhagen

Während noch im vergangenen Jahr rund 12500 Gäste mit rund 30000 Übernachtungen für gute Umsatzzahlen im örtlichen Tourismus sorgten, herrscht heute gähnende Leere. „Auswirkungen von Covid-19“, sagt Margitta Niederhuber. Sie ist Leiterin der Touristinfo der Gemeinde.

Nußdorf – Still ist es in Nußdorf geworden. An Wochenenden kein staubedingter Autobahnumgehungsverkehr, aber auch kein Ausflugsverkehr und keine Touristen, die in unserer zweifelsohne schönen Region Erholung suchen. Die Urlaubsquartiere der 23 Beherbergungsbetriebe mit ihren 225 Gästebetten sind verwaist und die Gaststuben geschlossen.

Blick auf die Zahlen von 2019

So sah die Welt zu Ostern 2019 auch noch ganz anders aus. Im März des Vorjahres konnten 1866 Gäste begrüßt werden, während im gleichen Zeitraum heuer nur noch 556 Gäste registriert wurden. Die Zahlen für den April liegen noch nicht vor. Aber mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ist das Geschäft gänzlich zum Erliegen gekommen. Denn seit Ende März dürfen Hotels und Pensionen keine touristischen Buchungen mehr annehmen, außerdem fehlen die zahlreichen Gäste, die auf ihrer Reise von Norddeutschland nach Italien hier gerne einen Zwischenstopp einlegen.

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„Insgesamt ein tiefer finanzieller Einschnitt für unsere Tourismusbranche. Aber nicht nur für die, sondern auch für die übrigen Gewerbebetriebe, die den Beherbergungsbetrieben und der Gastronomie zuliefern. Ich denke da nur an die Bäckereien, Metzgereien, Getränkehersteller oder Souvenirgeschäfte“, stellt Niederhuber fest. Denn schließlich würde das eine mit dem anderen ja immer irgendwie zusammenhängen. Kleinere Beherbergungsbetriebe mit nur ein bis zwei Gästezimmern oder einer Ferienwohnung könnten diese Zeit besser meistern als die großen Betriebe: „Aber egal, ob groß oder klein, viel Kosten laufen bei Null-Umsatz voll weiter!“

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Im Prinzip seien die Betriebe bereit wieder Gäste zu empfangen. Gastornomen und Beherbergungsbetriebe haben sich schon Gedanken gemacht und Vorbereitungen getroffen. Abzuwarten sind jedoch die weiteren Lockerungsbestimmungen der Regierung. Davon sind die konkreten Maßnahmen abhängig, die je Betrieb umgesetzt werden müssen. „So hoffen wir aufs Pfingstgeschäft und auf zahlreiche Gäste im Sommer und im Herbst“, sagt Nußdorfs Tourist-Chefin.

Schwerpunkt auf Urlaub in Bayern

Der gesamte Tourismus in Deutschland sei betroffen. Aber optimistischer Weise gehe man davon aus, dass mit der Lockerung der Reisebedingungen innerhalb Deutschlands auch Touristen ihr Ferienquartier auf Mallorca oder Teneriffa gegen einen Aufenthalt in Oberbayern tauschen werden. „Aber noch fehlen die konkreten Anfragen und erst recht die Buchungen. Die Menschen sind zurzeit sehr zurückhaltend, weil sie aufgrund der Informationslage die künftige Entwicklung noch nicht einschätzen können“, erklärt sie.

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Eines sei jedoch klar, nach soviel „Pandemie-Stress“ brauchen die Menschen Urlaub und Erholung „und die finden sie bei uns in Nußdorf!“

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