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Corona kann die Tradition nicht brechen

Bernhard Pichler (links) und Stefan Obermair zeigen das Gemeindewappen und die Beschreibung der Zunfttafeln.
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Bernhard Pichler (links) und Stefan Obermair zeigen das Gemeindewappen und die Beschreibung der Zunfttafeln.

– Maibaumaufstellen in Corona-Zeiten – ein schwieriges Unterfangen.

Zum einen soll die Tradition nicht gänzlich zum Erliegen kommen, andererseits müssen die geltenden Hygienevorschriften penibel eingehalten werden. Mitglieder des Flintsbacher Trachtenvereins „D’Falka stoana“ und der Musikkapelle haben dies trotz aller Hindernisse mit Bravour und größter Vorsicht gemeistert. Am Vortag des Maifeiertages und unter Geheimhaltung des Termins stellten die Helfer den Pfahl auf. Nach der Montage der 14 Zunftzeichen wurde der 34 Meter lange und insgesamt 4,2 Tonnen schwere Baum von einem 110-Tonnen-Kran in die Halterung gehoben. Nun ziert ein prächtiger Maibaum allen Unkenrufen zum Trotz für einige Jahre den Rathausvorplatz. „Wenn man heia net aufstell’n, dann kennan mia den Baam glei ois Brennhoiz ei hoaz’n“, gibt Trachtenvorstand Alex Schirmann zu bedenken, nachdem der Maibaum bei seinen „Dieben“ in Altenbeuern über ein ganzes Jahr lang auf seinen Einsatz ausharren musste. „Da war auch noch die Gefahr, dass ihn „Diebe“ von den „Dieben“ stehlen“, meint er. Darauf, dass die offizielle Zeremonie keinesfalls stattfindet, hatte Bürgermeister Stefan Lederwascher persönlich ein strenges Auge. „Bloß keine Menschenansammlung, nur keine coronaregelwidrigen Handlungen“, gab er vor. Die Gemeinde beauftragt in der Regel die Gemeinschaft von Trachtenverein und Musikkapelle mit der Aufstellung des Baums und ist für eine Auslöse an die „Altenbeurer Diebe“ sowie für eine Brotzeit zuständig. Wenn es Corona wieder erlaubt, dann sollen die „Diebe“ auf eine deftige Brotzeit eingeladen werden. Walter Wons von der hiesigen Zimmerei Untermail war es vorbehalten, seine Namenstafel als Spender des prächtigen Baums anzubringen.

Seit dem 19. Jahrhundert kam vor allem in Bayern der Ortsmaibaum als selbstbewusstes Symbol der Gemeinden auf. „Rund um den Maibaum hat sich im Laufe der Zeit allerdings sehr viel lokales Brauchtum entwickelt, das sich vielfach sogar von Dorf zu Dorf erheblich unterscheidet“, hat Petra Huber, Schriftführerin vom Trachtenverein, in Erfahrung gebracht. Der aktuelle Maibaum soll vor allem auch ein Symbol des Aufbruchs sein und Signal dafür, dass es wieder aufwärts geht.

Maibaumaufstellen in Zeiten von Corona: Von einem herkömmlichen Maibaumfest kann keine Rede sein. Keine Zuschauer, keine Musik, keine Bewirtung mit Brotzeit, Kaffee und Kuchen, fade Begleitumstände, die niemand haben will. Die Hoffnung auf ein nachträgliches Fest haben die Verantwortlichen allerdings noch nicht aufgegeben. Der prächtige Maibaum ziert den Rathausvorplatz und ist Symbol einer Tradition, die selbst Corona nicht brechen kann. Franz Ruprecht

Schweres Gerät: Ein Kran hievt den 4,2 Tonnen schweren Maibaum in seine Halterung hinein. Ruprecht

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