Schulen und Corona

„Ein komischer Start in die Weihnachtszeit“: Schüler Luca Elias Hönert aus Flintsbach über den Lockdown

Homeschooling ist für viele Schüler zum Alltag geworden. Von sich und wie es ihm mit dem Coronavirus bisher erging, berichtet Luca Elias Hönert aus Flintsbach.
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Homeschooling ist für viele Schüler zum Alltag geworden. Von sich und wie es ihm mit dem Coronavirus bisher erging, berichtet Luca Elias Hönert aus Flintsbach.

Die Corona-Pandemie stellt die ganze Gesellschaft vor Herausforderungen. Die Zahl der Infizierten bleibt auf einem hohen Niveau. Deutschland und die ganze Welt werden derzeit auf eine harte Probe gestellt.

Von Luca Elias Hönert und Volkhard Steffenhagen

Flintsbach – Das Virus sorgt nicht nur für erhebliche Einschränkungen in der Wirtschaft, sondern hat zudem enorme Auswirkungen auf unsere privaten Bereiche. Schulen und Kitas mussten schließen, Veranstaltungen fallen aus.

Wie geht es da den Schülern mit den zahlreichen Einschränkungen und den ständigen Anpassungen der Regeln? Darüber berichtet Luca Elias Hönert aus Flintsbach. Er ist zwölf Jahre alt und besucht die 7. Klasse des Ignaz-Günther-Gymnasiums in Rosenheim.

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Ein wahrer Unglückstag

Begonnen hat alles an einem Freitag, dem 13. – dem 13. März. Eigentlich ein ganz normaler Freitag. Hätte ich gewusst, was danach noch alles passiert, wäre dieser Tag wohl vollkommen anders verlaufen. Bestimmt hätte ich die Zeit viel bewusster erlebt. Mich viel mehr mit meinen Freunden getroffen. Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind, mehr geschätzt.

Keine Schule, leere Regale in den Geschäften, Mund-Nasen-Bedeckung

Jener Freitag der 13. war wohl wirklich ein „Unglückstag“ – der Tag des Lockdowns. Auf einmal war es also da: Corona. Keine Schule, leere Regale in den Geschäften, Mund-Nasen-Bedeckung – Homeschooling also. Die ersten Wochen, in denen mein Bruder und ich die Vormittage zuhause waren, verliefen gut. Doch ich bemerkte schnell, dass ich weniger leistungsfähig war, da es daheim, anders als in der Schule, viele Ablenkungen gab.

„Unsere Eltern waren immer für uns da“

So anstrengend Homeschooling auch ist, beispielsweise wenn die Technik wieder mal streikt, umso mehr hat es mich aber auch selbstständig gemacht.

Und wenn es doch mal Probleme gab, waren unsere Eltern immer für uns da. Ich weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zumal beide Elternteile arbeiten gehen und wir vormittags alleine unsere Aufgaben erledigen.

Fragen über Fragen

Im Sommer gab dann endlich wieder etwas mehr Freiheit. Aber was für ein Sommer sollte das werden? War doch der Urlaub ans Meer längst storniert worden. Die Wochen gingen vorbei, immer und immer wieder neue Regeln. Was gilt heute noch und ist morgen schon strikt verboten? Darf ich mich mit meinen Freunden treffen, oder nicht? Maske ja oder nein?

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Kaum andere Nachrichten als über Corona

Das sind Dinge, die für Erwachsene schon schwer zu begreifen sind. Aber für einen Siebtklässler sind sie einfach komplett verwirrend. Für meinen Bruder umso mehr. Er ist gerade erst neun geworden. In den Nachrichten hört man kaum noch etwas anderes als Corona. Da ist es richtig spannend in der Tagesschau mal etwas über die Präsidentenwahl in Amerika zu erfahren. Endlich mal nicht Corona.

Selbstverständliches wird plötzlich kostbar

Aber nicht alles ist schlecht an diesem Virus: Man lernt die wertvolle Zeit, die man mit Freunden und Familie verbringen darf, vielmehr zu schätzen. Ich beispielsweise telefoniere regelmäßig, oft stundenlang mit meinen Freunden. Oder wir machen Blödsinn via Videochat.

Ich wurde oft gefragt, ob ich froh war, dass die Schule geöffnet war. Was soll man da schon antworten? Schule war bis zu letzt komisch, eben irgendwie bedrückend. Man hält aus Reflex Abstand und das gemeinsame Tun und Machen macht viel weniger bis gar keinen Spaß.

Schulklasse schon zwei Mal in Quarantäne

Seit Beginn des neuen Schuljahres war ich zweimal mit meiner Klasse in Quarantäne – trotz Maskenpflicht im Unterricht. Mein Bruder einmal. Und da ich mit dem Zug zur Schule fahre, hieß es täglich acht Stunden Maske auf. Aber ich tue es gerne, um mich und andere zu schützen. Und wenn das der Preis ist, in die Schule gehen zu dürfen, zahle ich diesen gerne.

Komischer Start in die Weihnachtszeit

Leider sind die Fallzahlen wieder sehr stark angestiegen, sodass nun erneut der Lockdown beschlossen wurde. Die Schließung von Läden trifft mich eher weniger. Die der Schulen dafür umso mehr.

So war am 15. Dezember mein letzter Schultag für dieses Jahr. Ein komischer Start in die Weihnachtszeit. Beunruhigend ist das alles, weil ich ja nicht weiß, wann ich wieder in die Schule gehen darf und unter welchen Bedingungen.

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