Der Burschenverein steht mit fast 50 Mitgliedern für andere bereit

Für Einkäufe und Besorgungen für ihre Brannenburger Mitbürger sind nicht nur Martin Holzner (links) und Anton Kern bestens gerüstet, auch alle anderen 43 Mitglieder des Burschenvereins bringen sich in dieses Hilfsangebot mit ein. Thomae

Brannenburg –. Die Nachbarschaftshilfe in Brannenburg hat einen Sprung nach vorne gemacht.

Bisher gab es schon einzelne Bürger, die ihre Hilfe für Besorgungen und Einkäufe angeboten haben, doch seit dieser Woche ist der gesamte Brannenburger Burschenverein dabei.

Der Ablauf ist einfach: Wer sich vormittags, vor elf Uhr, unter der Telefonnummer 0 15 11/8 16 89 22 bei Wolfgang Bliemetsrieder, dem Kassier des Burschenvereins, meldet und seine Besorgungswünsche durchgibt, hat Gewissheit, dass ihm das Benötigte noch am selben Tag nach Haus geliefert wird.

Für den Vorsitzenden Martin Holzner ist die Tatsache, dass der Burschenverein auf diese Idee kam, ebenso selbstverständlich wie der Fakt, dass sich alle aktiven Mitglieder ohne Ausnahme zum Mitmachen bereit erklärt haben: Es ist ein Stück gelebte Tradition.

Der Brannenburger Burschenverein wurde im Juli 1901 als Burschen-Krankenunterstützungsverein gegründet. In einer Zeit, in der es noch kein richtiges soziales Netz gab, bot der Burschenverein seinen Mitgliedern eine Rettungsleine. Die war auch nötig, denn nicht nur Krankheiten nahmen bei dem damaligen medizinischen Wissensstand oft einen ernsteren Verlauf, auch Arbeitsunfälle waren häufig, nicht zuletzt weil viele der jungen Brannenburger Männer in unfallträchtigen Berufen arbeiteten.

Für die Brannenburger Burschen ist ihr Engagement deshalb die Möglichkeit, an diesen Gründergeist wieder anzuknüpfen und heute das zu tun, was sie schon damals taten: Tatkräftig dort anpacken, wo Hilfe im Moment benötigt wird. jt

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