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Vogtareuther gründen Bürgerhilfe: Wir alle sind Nachbarn!

Für andere Einkaufen gehen: Berta Frai aus Vogtareuth tut es seit langem, in Zukunft könnten derartige kleine Alltagshilfen in der ganzen Gemeinde zur Selbstverständlichkeit werden, eine neue Vereinsgründung solls möglich machen. thomae

Eine gesamte Gemeinde zur Nachbarschaftszone erklären? Mit dem Konzept einer Bürgerhilfe soll das in Vogtareuth umgesetzt werden. Die Resonanz ist groß: Jetzt steht die Gründungsversammlung an.

Vogtareuth – Früher war sicher nicht alles besser, aber einfacher war manches schon. Wer Hilfe braucht, hat es gerade in dörflichen Gemeinden leicht, er brauchte bloß zum Nachbarn gehen, und wenn er den nicht mochte, halt zwei Häuser weiter. Heute kann man da schon anklopfen, nur antreffen wird man selten jemand, weil schlicht alle in der Arbeit sind. Andererseits gibt es dafür heute das Telefon. Wäre es da nicht eine Lösung, so dachte sich eine Gruppe von Vogtareuther Bürgern, einfach die ganze Gemeinde zur Nachbarschaftszone zu erklären, mit einer zentralen Anlaufstelle, bei der man anrufen kann, wenn man Hilfe benötigt?

Kernmannschaft und Konzept steht

Aus dieser Idee wuchs das Projekt einer Bürgerhilfe, das am Mittwoch, 9. Oktober, um 19.30 Uhr im Pfarrheim in Vogtareuth seinen Anfang nehmen soll. Eine Kernmannschaft steht, ein erstes Konzept für den Verein ist auch schon da, jetzt hofft man auf möglichst zahlreiche Mitmacher und – nicht zuletzt – auch noch auf zusätzliche Anregungen. Dabei ist die Grundidee relativ einfach: Viele – nicht zuletzt ältere Mitbürger – stehen immer wieder vor Situationen, die sie selbst nicht lösen können.

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Das sind meist ganz einfache Dinge: Man kann im Moment selbst nicht zum Einkaufen fahren oder hat im Garten einen Haufen Äpfel, aber im Augenblick nicht die Kraft, sie einzusammeln und niemand im Umfeld, den man fragen könnte.

Situationen, sagt Berta Frai, eine der Initatorinnen des Projektes, die den Betroffenen ernste Sorgen machen können, für andere aber mit wenig Zeitaufwand zu lösen wären, sie müssten nur davon erfahren. Berta Frai weiß, wovon sie spricht, denn sie engagiert sich schon seit längerem für einige ältere Mitbewohner, indem sie für sie einkaufen fährt.

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Dabei soll die Bürgerhilfe, sowie sie den Initiatoren vorschwebt, auch über das unmittelbare Helfen hinausgehen. Um beim Beispiel mit den Äpfeln zu bleiben: Wenn man feststellt, dass das im nächsten Jahr nicht anders sein wird, das im dazwischenliegenden Winter auch das Problem mit dem Schneeräumen hinzukommen wird, würde man versuchen, so die Vorstellung, beim Finden einer Lösung auf Dauer zu helfen. Etwa indem man die Verbindung zu einem günstigen Hausmeisterservice herstellt oder vielleicht auch nur einen jungen Mann findet, der bereit wäre, gegen geringes Entgelt hier längerfristig zu helfen.

Zusätzliche Ideen beraten

Vorstellbar wäre schon jetzt noch viel Weiteres, von Nachmittagen, bei denen man noch einmal das Handy erklärt bekommt bis zur Hilfe beim Ausfüllen von Behördenformularen. Die Gründungsversammlung wird, so hofft man, da nicht nur zusätzliche Ideen bringen, sondern auch schon konkrete Vorschläge zur Umsetzung. Bürgermeister Rudolf Leitmanstetter, der sich selbst mitengagiert und für die Anfangsphase auch die Rathaustelefonnummer als Anlaufadresse bereitstellt, denkt in dem Zusammenhang auch an die Zeit, als es in Vogtareuth vorübergehend keine Einkaufsmöglichkeit mehr gab. Da habe man, so erzählt er, kurzerhand für diejenigen, die selbst kein Auto hatten, gemeinsame Einkaufsfahrten organisiert.

Und die seien bald so beliebt gewesen, dass viele beinah enttäuscht gewesen wären, als es wieder einen Supermarkt im Ort gab: „Bei den Fahrten ging es nicht nur ums Einkaufen, es ging auch ums Ratschen, nicht zuletzt, weil man nach dem Einkaufen oft auch noch gemeinsam zum Kaffee trinken ging“.

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Vielleicht so seine Hoffnung, könnten sich im Zuge der Bürgerhilfe ähnliche Gemeinschaftsprojekte ergeben, weil sich dabei das größte Problem, das der Anfahrt, relativ leicht in den Griff bekommen ließe. Für eine Gemeinde wie Vogtareuth, die aus 50 teilweise weit verstreuten Ortsteilen besteht, wäre so etwas durchaus ein Gewinn, denn ob sich ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und Bestand haben kann, hängt nun mal wesentlich davon ab, ob man auch wirklich ab und an zusammenkommt.

Daran, dass sich auf Dauer genügend Helfer finden, haben die Initatoren keinen Zweifel. „Alle, denen wir bislang davon erzählt haben, fanden die Idee großartig“, sagt Berta Frai und Franz Dutz ergänzt scherzhaft: „Schon allein weil jeder weiß, dass es grad noch zehn, fünfzehn oder meinetwegen auch zwanzig Jahre dauert, bis wir zu denen gehören, die froh sind, wenn man ihnen ab und an hilft“. Es geht, so meinen alle, jetzt nur darum, dass sich schon am Mittwochabend möglichst viele Interessierte finden, die zur Gründungsveranstaltung kommen, damit der Verein gleich von Anfang an richtig Fahrt aufnehmen kann.

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