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Stephanskirchner Bücherei versorgt Leser per Klick oder Anruf

Ursula Dreischl und ihre Mitarbeiterinnen sortieren die Bestellungen in bunte Körbe – der Fairness halber streng nach der Eihenfolge des Eingangs.
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Ursula Dreischl und ihre Mitarbeiterinnen sortieren die Bestellungen in bunte Körbe – der Fairness halber streng nach der Eihenfolge des Eingangs.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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7.000 Bücher, Zeitschriften und Hörbücher – und phasenweise kam niemand dran. Außer Ursula Dreischl und ihren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Bücherei im roten Schulhaus. Aktuell können sich Leseratten und Bücherwürmer wieder eindecken, denn auch Bibliotheken dürfen „click&collect“ machen.

Stephanskirchen – „Damit erreichen wir Berufstätige, Kinder und junge Familien auch gut“, erzählt Ursula Dreischl. Die gehen auf die Internetseite der Bücherei www.buecherei-stephanskirchen.de, suchen sich aus, was sie lesen wollen, schauen nach, ob die Bücher verfügbar sind und bestellen bis Freitag, 12 Uhr, maximal zehn Stück per E-Mail an info@buecherei-stephanskirchen.de.

Wer zuerst bestellt, kriegt zuerst

Dann macht sich das Bücherei-Team an die Arbeit, sucht die gewünschten Bücher oder andere Medien zusammen – streng nach Eingang der Bestellungen, denn die neuesten Bücher sind besonders gefragt. Und von 16 bis 18 Uhr können freitags die Bücherpakete kontaktlos im Vorraum der Bücherei abgeholt werden. „Funktioniert einwandfrei“, sagt Ursula Dreischl.

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Wer kein Internet hat, darf anrufen

Sorgen machen ihr allerdings ihre älteren Leser, die oft kein Internet haben – „die sind für uns gerade schwierig zu erreichen.“ Deswegen haben die Bücherei-Damen beschlossen, Bestellungen der älteren Stephanskirchner auch telefonisch unter 08031/8877018 anzunehmen . Da geht zwar meist der Anrufbeantworter dran, aber dem kann man aufs Band reden, was gewünscht wird – eher Krimis, eher Romane oder auch mal ein Sachbuch – oder um Rückruf bitten. „Bei vielen unserer Stammleser wissen wir ja auch, was die mögen“, sagt Ursula Dreischl. Und es hat sich noch immer eine Mitarbeiterin der Bücherei gefunden, die eine Bestellung auf dem Heimweg auslieferte, wenn es jemand gar nicht zum roten Schulhaus schaffte.

Bücher gehen mindestens zwei Tage in Quarantäne

Zurückgegeben werden die Bücher und andere Medien in Kisten im Vorraum. Fast alle am Freitag. Und dann bleiben die Medien mindestens übers Wochenende in Quarantäne. So lange überlebt das Corona-Virus laut Studien – unter anderem von der nationalen Gesundheitsbehörde der USA – auf Papier und Pappe nicht. 24 Stunden sind wohl das Maximum.

Aktualität ist großes Ziel

Fernweh mittels Reiseführer stillen, das geht in der Bücherei im roten Schulhaus nicht. „Wir haben keine – die sind zu schnell überholt“, erklärt Ursula Dreischl. Und das will niemand aus dem Team: „Wir sind stolz drauf, dass wir immer auf dem aktuellen Stand sind. Das ist unser großes Ziel.“ Deswegen werden die Regale regelmäßig durchsortiert, landen jährlich mindestens zehn Prozent der Medien im Bücherflohmarkt. Zweimal im Monat wird Nachschub bestellt. Und der ist begehrt.

90 neue Leser gewonnen

Was die Büchereileiterin freut: Trotz der monatelangen Schließungszeiten im vergangenen Jahr stieg die Zahl der aktiven Leser um 90 auf jetzt knapp 670 an. Da waren allerdings zwei Grundschulklassen dabei. Und viele Neu-Stephanskirchner. Von coronabedingten Neulesern wisse sie nichts. „Jemand, der während des Lockdowns das Lesen für sich entdeckt hat, hat sich bei uns zumindest nicht zu erkennen gegeben.“

Als erstes ein Bücherflohmarkt

Ursula Dreischl ist Optimistin, sie schmiedet schon Pläne für die eine oder andere kleine Veranstaltung im Sommer. Aber das erste, was organisiert wird, sobald es geht, ist ein großer Bücherflohmarkt: „Wir haben so viele Bücher dafür, dass wir langsam die Statik des Hauses gefährden. . .“

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