Vogtareuth lehnt Variante der Brenner-Nordzulauf Trasse ab - den Nachbarn zu Liebe

Knapp hinter Zaisering, aber nicht mehr auf Vogtareuther Gemeindegebiet, führt die derzeit favorisierte Trasse des Brenner-Nordzulaufs vorbei.
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Knapp hinter Zaisering, aber nicht mehr auf Vogtareuther Gemeindegebiet, führt die derzeit favorisierte Trasse des Brenner-Nordzulaufs vorbei.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Knapp daneben. Einen Kilometer läuft die violette, eine der beiden östlichen Trassenvarianten des Brenner-Nordzulaufs am Gemeindegebiet vorbei. Dennoch will der Gemeinderat eine ablehnende Stellungnahme abgeben. Auch aus Solidarität mit den Nachbarn in Stephanskirchen und Prutting.

Vogtareuth – Nicht direkt betroffen, indirekt schon. Deswegen hatte Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) die Entscheidung auf die Tagesordnung des Rates gesetzt, ob die Gemeinde eine Stellungnahme im Planfeststellungsverfahren abgeben solle oder nicht. Sie soll.

Auswirkungen reichen bis Vogtareuth

Denn selbst wenn das Gebiet der Gemeinde nicht direkt betroffen ist, die Trasse wohl bei Grasweg die Staatsstraße kreuzt, so bekomme Vogtareuth doch die Auswirkungen zu spüren, war sich der Gemeinderat einig.

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Denn wenn in Stephanskirchen über sechs, sieben oder acht Jahre lang eine Großbaustelle sei, dann müsse zum einen die gewaltige Menge des Abraums der Tunnelbauarbeiten irgendwo hin, zum anderen sei den Vogtareuthern der direkte Weg nach Rosenheim versperrt und zum dritten leide die Gemeinde unter dem Baustellenverkehr.

Wasserschutz großes Thema

Leitmannstetter selbst brachte das Wasserschutzgebiet des neuen Brunnens ins Spiel. Da sei zwar die Hauptzuströmrichtung aus Norden, nicht aus dem Süden, aber ob ein Mammutprojekt wie diese Trasse nicht doch Auswirkungen habe, könne heute wohl niemand zuverlässig sagen. Vor allen, wenn sie im Tunnel verlaufe. Josef Lechner (AfG) befürchtet, dass ein Tunnel das Überlaufwasser Richtung Inn aufstauen könnte, so den Grundwasserpegel verändern.

Kein Güterverkehr auf Brenner-Nordzulauf

Johann Bauer (CSU/Parteifreie) fand es im Prinzip ganz richtig, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Da fuhr ihm Lechner in die Parade: Auf dieser Strecke werde nie ein Güterzug fahren, es sei eine reine Schnellstrecke für den Personenverkehr von Österreich über München nach Berlin „und dafür reicht der Ausbau der bestehenden Trasse“.

Stellungnahme in der nächsten Sitzung

Aus den Reihen des Gemeinderates kam der Vorschlag, einen Vertreter der Bürgerinitiative Brennerdialog einzuladen, um sich in Sachen Stellungnahme beraten zu lassen. Ein Vorschlag, den der Bürgermeister gerne aufgriff. Sein Stellvertreter Hans Bürger-Schuster CSU) fand, mit Wasser- und Naturschutz sowie, den Problemen während der Bauzeit habe Vogtareuth durchaus Argumente, sich im Raumordnungsverfahren zu äußern. Außerdem, darin war sich der Gemeinderat einig, unterstütze man damit die Gemeinden, die direkt von der Trasse betroffen sind.

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