Brenner-Nordzulauf: Die Kieferer nehmen‘s ganz entspannt

Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber stellte sich ebenfalls der Diskussion mit den Bürgern und erklärte gegebenenfalls auch persönlich den derzeitigen Planungsstand. Steffenhagen

Die Trassen führen alle unter dem Ort durch, verschwinden schon vor Kufstein im Erdreich. Kein Wunder, dass die Kiefersfeldener dem Brenner-Nordzulauf entspannt entgegensehen. Zumal der Tunnel unterirdisch vorangetrieben wird, was Lärm und Dreck einschränkt.

Kiefersfelden – Entspannt zeigten sich die Besucher des Infomarktes zum Brenner-Nordzulauf. Der Grund dafür ist wohl insbesondere, dass alle fünf aktuell vorgestellten Grobtrassen unterirdisch die Gemeinde passieren werden.

Bereits kurz vor Kufstein, in Höhe von Schaftenau, wird die Neubautrasse in einem Tunnel verschwinden, um – je nach Variante – erst zwischen Flintsbach und Brannenburg wieder ans Tageslicht zu kommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden bleibt Kiefersfelden damit von oberirdischen Bahnbauwerken wie Verknüpfungsstellen weitgehend verschont.

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Eventuell kommen Revisionsschächte

Allerdings könnte es zum Einbau von Revisionsschächten kommen. Ob es die geben wird und wo sich diese befinden könnten, konnten die Planer allerdings nach dem heutigen Stand nicht sagen.

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Den Verkehr schnell von der Straße auf die Schiene bringen

Mit dem Ergebnis der Planung kann auch Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber leben, weil oberirdisch geführte Varianten zu einer weiteren Belastung der ohnehin schon durch die Verkehrsentwicklung leidgeprüfter Gemeinde führen würden. „Für uns ist es wichtig, dass wir möglichst schnell den Verkehr von der Straße auf die Schiene bekommen, um die Verkehrssituation im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol zu entspannen“, sagte Gruber, für den es ebenfalls wichtig ist, dass die Entwicklung der Planung schnell voranschreitet, um schon bald in die Umsetzungsphase treten zu können.

Kann man den Fahrbetrieb trotz Tunnel hören?

So informierten sich die Bürger insbesondere über den möglichen Ablauf der Bauphasen und darüber welche Belastungen in dieser Zeit auf sie zu kommen könnten. Einige Bürger, unter deren Grundstücken oder Häusern der Tunnel verlaufen könnte, äußerten sich besorgt, weil sie annehmen, dass sie vielleicht den Fahrbetrieb im Tunnel hören und dadurch ihre Lebensqualität sinken könnte.

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In diesem Zusammenhang kam die Frage auf, wie tief der Tunnel unterhalb der Gemeinde verlaufen könnte, damit man keine Geräusche mehr wahrnehmen kann. Ein Bahnsprecher dazu: „Aufgrund des heutigen Planungsstandes, wir sprechen von Grobtrassen, können wir noch keine Angaben dazu machen.“ Allerdings würde es Geländemarken geben, die bei der Höhenplanung zu berücksichtigen seien, wie zum Beispiel der Kieferbach.

Kein Vergleich mit Kölner U-Bahn

Noch aufgeschreckt von den Bildern einer eingestürzten U-Bahn Baustelle in Köln im Jahre 2011 äußerten Anwohner ihre Skepsis, dass es auch in Kiefersfelden zu solchen Unglücken kommen könnte. Ein Bahnsprecher konnte die Bürger insbesondere deswegen beruhigen, weil in Köln in einer offenen Bauweise gearbeitet wurde und nicht im Tunnelvortrieb. Außerdem seien die geologischen Gegebenheit zwischen den beiden Baustellen recht unterschiedlich.

Mehr Details erst in gut einem Jahr

So konnten nicht alle Fragen zur vollen Zufriedenheit beantwortet werden, weil der Planungsstand keine gehaltvollen Aussagen zulässt. Ein Bürger zeigte Verständnis: „Die Menschen wollen immer das wissen, was noch gar nicht erarbeitet wurde. Man muss den Planern dazu aber auch die notwendige Zeit einräumen und einfach das weitere Geschehen abwarten.“ So stellte der Bahnsprecher in Aussicht, dass man erst in gut einem Jahr mehr sagen könne.

Aktuelle Informationen sind immer unter der Internet-Adresse www.brennernordzulauf.eu zu erhalten.

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