Brenner-Nordzulauf: Großdemonstration in Rohrdorf gegen „ein sinn- und nutzloses Projekt“

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  • vonJosef Reisner
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Traktorensternfahrt, Mahnfeuer, hunderte Demonstranten - im Rohrdorfer Ortsteil Lauterbach war am Sonntag einiges los bei der Großdemonstration gegen den Brenner-Nordzulauf. „Mit der Politik von Ramsauer, Dobrindt und Scheuer machen wir nicht mehr mit“ waren sich Veranstalter und Teilnehmer einig.

Rohrdorf-Lauterbach – Weit über 50 Traktoren aus den umliegenden Gemeinden und eine große Anzahl an Besuchern machten sich am Sonntagabend auf den Weg in Richtung Lauterbach, um ihrem Unmut Luft zu machen über die Pläne der Bahn, unberührte Landschaft mit einem ihrer Meinung nach „sinn- und nutzlosen Projekt“ kaputt zu machen. Der Protest in Unterimmelberg richtet sich gegen die Zerstörung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen, Umwelt und Lebensraum.

Versuch, die Bürger hinters Licht zu führen

Den Auftakt bei den Rednern machte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl, der in dem Vorhaben der Bahn einen Versuch sah, die Bürger hinters Licht führen zu wollen. Unverzichtbar sei es, die Bestandsstrecke in die Pläne einfließen zu lassen, bevor die Weichen für das Projekt gestellt sind. „Machen wir ihnen Feuer“ sagte Praxl.

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Josef Krapf von der örtlichen Initiative sieht in den Plänen neben der Zerstörung der Landschaft auch eine Steuerverschwendung in Milliardenhöhe. Sie bringe der Region nur Nachteile, verwandle „unsere Heimat“ in eine Jahrzehnte dauernde Baustelle mit allen negativen Auswirkungen. Krapf sagte, „wir haben nichts gegen eine sinnvolleVerlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Wir wissen, dass eine gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur wichtig sind, haben aber bereits eine Autobahn, die ausgebaut werden soll. Man muss aber vor dem unsinnigen Bahn-Neubau den Bedarf und den Nutzen nachweisen“. Rohrdorf sei Zentrum dieser Planungen. Gleich zwei Trassen würden die Gemeine regelrecht zerschneiden, sagte Krapf.

Josef Reisinger, einer der Sprecher der Bürgerinitiative Brennerdialog, bezeichnete es als Skandal, wie hier mit der Heimat umgegangen werde. Die Bauzeit für eine Trasse, die niemand braucht, bezifferte Reisinger mit rund 30 Jahren. „Mit der Politik von Ramsauer, Dobrindt und Scheuer machen wir nicht mehr mit“, sagte Reisinger. Umso mehr freute sich der Redner, dass die Bauern gegen das Projekt mit im Boot sitzen. Einziges Motiv für das Wahnsinnsprojekt sei, dass es der billigste Alpenübergang für die Lkws sei. Da helfe kein drittes oder viertes Gleis, da müsse eine andere Politik her, sagte Reisniger.

Schicksalsentscheidung für den Landkreis

Thomas Riederich, Vorsitzender der Bürgerinitiative Brennerdialog, bedankte sie bei den Bürgern für ihr Engagement. Mit der Wahl im Frühjahr stehe eine wichtige Entscheidung über einen Neubauteil oder einen ausgebauten Bestandsteil an. Dies sei eine Schicksalsentscheidung für den gesamten Landkreis.

Landratskandidat Rainer Auer bezeichnete das Vorhaben mit weiteren Gleisen unter anderen als Versuch, mehr Verkehr in die Region und ins Inntal zu bringen.

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