Brasiliens Reize auf "Road to Brazil"

In eine "Road to Brazil", Straße nach Brasilien, verwandelte sich die Dorfstraße in Oberaudorf beim Nachtfaschingszug des Wintersportvereins. Hunderte Narren bewunderten brasilianische Dorfschönheiten - darunter auch viele rassige Männer.

Oberaudorf - Das Motto "Road to Brazil" erforderte bei der inzwischen 17. Auflage des Oberaudorfer Nachtfaschingszuges von den Teilnehmern oft Ganzkörpereinsatz. Viele Männer griffen zum Glitzer-Oberteil, den High-Heels und zeigten den staunenden Zuschauern gekonnte Hüftschwünge im Sambarhythmus.

Am Samstagabend schlängelte sich der Gaudiwurm von der Alten Post vorbei an der Pfarrkirche hin zum Rathausplatz. Waren es am Anfang nur einige wenige, die dem Aufruf des Wintersportvereins mit seinem Faschingsorganisator Stefan Hirnböck folgten, nutzen mittlerweile richtige viele Gruppen diesen närrischen Abend als Plattform.

Unter den Teilnehmern befand sich 2014 auch eine Abordnung etwas "mitgenommener" Samba-Damen, die es sich trotz erheblicher Figurprobleme und nach mehreren Gebisskorrekturen nicht nehmen ließen, der bayerischen Nacht brasilianischen Glanz zu verleihen.

Die "Hintergruaber Wongbauer" brillierten mit ihrer eindrucksvollen Darstellung des brasilianischen Faschings unter dem Zuckerhut. Sogar "Christo Retendor", Christus der Erlöser, breitete mit mildem Blick über die Narren seine Arme aus.

Nicht fehlen durfte ein Seitenhieb auf die Verschwendungssucht des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst: In einer goldenen Badewanne schlürfte der Gottesmann perlenden Sekt, umgeben von Ergebenen. Die "Müibecka Weiba" kündigten an, künftig Mautflüchtlinge, die in Oberaudorf nichts konsumieren, kurzerhand Mithilfe eines Sondereinsatzkommandos ins eigens eingerichtete Gemeinde-Gefängnis zu werfen. "Audorf und Kiefer greift durch - wer nur durchfährt wird eingesperrt", wurde gedroht. Zwei elektrisch beleuchtete Zuckerhüte prognostizierten dem heimischen Skigebiet Hocheck eine große Zukunft: "Audorf, Rio, Sudelfeld - Nachtskifahren auf der ganzen Welt!"

Völlige Verwirrung herrschte im Dschungelcamp der Fußballdamen. Sie brachten sogar einen Maibaum zu Fall. "Die Prüfung war a Graus, den Bam griang ma ned im ganzen raus", bedauerten sie unter dem Gelächter der Faschingsfreunde.

Mehrere fantasievoll maskierte Fußgruppen rundeten die Straßengaudi ab. Zielsicher fanden sich nach den Zug alle am Rathausplatz und im Kursaal zum großen WSV-Faschingsball, organisiert von der Bob- und Rodelabteilung, ein. Dort geriet das bayerische Blut beim "Carneval Latino" endgültig in brasilianische Wallung. ge

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