Nachruf

Mathias Lederer aus Brannenburg ist verstorben

Mathias Lederer aus Brannenburg ist verstorben.
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Mathias Lederer aus Brannenburg ist verstorben.

Er war ein gebürtiger Großbrannenberger und gehört dem letzten Gemeinderat der kleinen Gemeinde an, bevor diese 1978 in der Gemeinde Brannenburg aufging. Jetzt starb Mathias Lederer im Alter von 97 Jahren.

Brannenburg – Mit seiner Frau hatte er dieses Jahr den 70. Hochzeitstag gefeiert. Kennengelernt hatten die beiden sich, als Mathias Lederer nach Krieg und Gefangenschaft die Eltern seines gefallenen Freundes besuchte, wo sie in der Landwirtschaft und im Haushalt aushalf. Aus der Ehe gingen drei Buben hervor, das 1912 erbaute Elternhaus wurde immer wieder an den Platzbedarf angepasst, je nach den finanziellen Möglichkeiten. Schulden zu machen kam für Lederer nicht in Frage.

Nicht selbstverständlich und für ihn nicht leicht war die Entscheidung Jahrzehnte später, sein Elternhaus abreißen zu lassen, um einem Sohn so die Möglichkeit zu geben, passenden Wohnraum zu schaffen.

Am 2. Januar 1937 begann Mathias Lederer die Lehrzeit bei der Wendelsteinbahn als Elektriker, durfte aus Altersgründen anfangs nur sechs Stunden am Tag arbeiten – für einen Stundenlohn von zehn Pfennig. Nur von Krieg und Gefangenschaft unterbrochen, blieb er sein Berufsleben lang ein überzeugter Wendelsteinbahner.

Großes Glück hatte er bei einigen Lawinen. Einmal wollte ein Kollege seinen Dienst tauschen, weshalb er bei einem Unglück nicht dabei war, bei dem es viele Tote gab. Ein anderes Mal konnte er aus den Schneemassen befreit werden.

Im Ruhestand widmete er sich der Familie – seine drei Söhne sorgten für sechs Enkel und 15 Urenkel. Der Verlust eines Sohnes, der im Alter von 60 Jahren verstarb, schmerzte ihm sehr.

Mathias Lederer kümmerte sich um Haus und Garten und verbrachte viel Zeit in seiner kleinen Bastelwerkstatt. Es gab nichts, was er nicht versuchte zu reparieren. Er traute sich sogar an das Unfallauto eines Sohnes – weshalb er ziemlich spät noch den Autoführerschein machte, um es zu fahren.

Der ehemalige Gemeinderat Lederer freute sich, dass eine mit der Gebietsreform getroffene Vereinbarung, dass zum Beispiel Feuerwehren in kleinen Orten wie in Großbrannenberg erhalten werden müssen, bis heute gehalten hat.

Er unterstützte bis zum Schluss den Unterhalt von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen und war eines der letzten Mitglieder im Krieger- und Veteranenverein Brannenburg, das noch am 2. Weltkrieg teilgenommen hatte. syl/re

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