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Neue Lok für Wendelsteinbahn

Brannenburg: Ab Ende Oktober wird auch die Lok „Nummer 5“ Personen auf den Berg befördern

Florian Vogt, Geschäftsführer der Wendelsteinbahn, posiert vor der alten „Lok 3“ in Brannenburg.
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Florian Vogt, Geschäftsführer der Wendelsteinbahn, posiert vor der alten „Lok 3“ in Brannenburg.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
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Die Wendelsteinbahn bekommt eine neue Lok. Produziert wird die neue Maschine in der Schweiz von der Firma Stadler. Florian Vogt, Geschäftsführer der Wendelstein GmbH, freut sich über den Zuwachs: „Wenn man ein neues Fahrzeug kaufen darf, ist das natürlich ein Highlight.“

Brannenburg – Bestellt wurde die neue Lok im August 2019. Im Januar wurden die ersten Stahlteile produziert und vor einigen Wochen wurde das Gehäuse auf das Untergestell gesetzt. „Das war schon ein emotionaler Moment“, findet Vogt. Ende Oktober soll die Lok mithilfe eines Schwertransporters nach Brannenburg gebracht werden.

Sobald die Aufsichtsbehörde, die Regierung von Oberbayern, die Lok genehmigt hat, kann es losgehen. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass die Lok „Nummer 5“ Ende Oktober ihre Jungfernfahrt starten kann.

Keine Ersatzteile mehr verfügbar

Hintergrund für die Neuanschaffung sind fehlende Ersatzteile für die beiden Doppeltriebwagen „Otto von Steinbeis“ und „Prinzregend Luitpold“. Die für das bisherige System notwendigen Ersatzteile seien „nicht mehr verfügbar“, sagt Vogt.

Deshalb müssen die Doppeltriebwagen, die seit 1990 im Einsatz sind, mit einer neuen Elektrotechnik ausgestattet werden. Damit in dieser Umbauzeit, die Vogt auf etwa sechs Monate schätzt, der Fahrgastbetrieb weiterlaufen kann, müssen die alten Personenwagen aus der Gründerzeit eingesetzt werden. Weil der Zeitplan eingehalten werden muss, braucht es aber eine leistungsfähigere Lok: „ Die anderen zwei Loks sind viel zu langsam“, sagt Vogt. In erster Linie sind die alten Maschinen für Versorgungsfahrten im Einsatz.

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Insgesamt gibt es fünf Loks, erzählt der Geschäftsführer. Die „Lok 1“ ist schon länger nicht mehr in Betrieb und befindet sich in Freilassing im Deutschen Museum. Die „Lok 4“ ist seit Juni 2019 wegen eines Kurzschlusses am Motor im „Ruhestand“ (wir berichteten). Nach wie vor im Einsatz sind die „Lok 2“ und „Lok 3“.

Die beiden „alten Damen“ kurven schon seit 1910 die Wendelsteinbahn auf und ab. Vogt sei selbst verwundert, weshalb die gut 25 Jahre älteren Maschinen noch einwandfrei intakt sind, während die „Lok 4“, die erst 1936 erbaut wurde, schon vor einiger Zeit ausgedient habe.

Es geht voran: Die neue Lok baut derzeit die Firma Stadler in der Schweiz.

Neue Lok soll schneller sein

Die neue Maschine, die „Nummer 5“, soll schneller und effizienter als ihre Vorgänger sein: Mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h soll das künftige Fahrzeug die Strecke bergaufwärts zurücklegen. Zum Vergleich: Die alten Maschinen fahren zehn beziehungsweise 15 km/h. Aus diesem Grund werden die Fahrzeuge auch nur noch in Ausnahmefällen (beispielsweise Mondscheinfahrten) für den Personenverkehr verwendet. Talwärts soll die neue Lok etwa 15 bis 16 km/h fahren, damit die Bremswege eingehalten werden können.

Kosten liegen bei 2,5 Millionen Euro

Optisch soll das geplante Fahrzeug den alten Loks ähneln. „Man wird der Lok schon ansehen, dass es ein Neufahrzeug ist. Aber farblich und größentechnisch wird sie den anderen Loks gleichen“, sagt Vogt. Das Gesamtgewicht des Dampfers schätzt der Geschäftsführer auf 23,5 Tonnen. Und theoretisch könne die Lok auch ferngesteuert fahren. „Es muss kein Lokführer mehr drinsitzen.“

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Billig ist die Neuanschaffung nicht: 2,5 Millionen Euro kostet die Lok. „Und es gibt weder eine Förderung noch Zuschüsse“, bedauert Vogt. Nichtsdestotrotz freut er sich auf das Fahrzeug: „Der Planungsprozess dauerte etwa ein Jahr und der Bauprozess wird ein Dreiviertel Jahr beanspruchen. Nach so langer Zeit wollen wir die Lok natürlich bald fahren sehen.“

Gemeinde Brannenburg hat noch immer keinen Standort für alte Lok gefunden

Die „Lok 4“, die 2019 wegen eines Kurzschlusses am Motor aus dem Verkehr gezogen wurde, steht seither im Depot der Wendelsteinbahn, sagt Geschäftsführer Florian Vogt. Geplant war, dass die Gemeinde Brannenburg die „alte Dame“ als historisches Wahrzeichen auf einen Kreisel im Bereich Nußdorfer Straße/Inntalstraße platziert. Weil sich aber der neue Gemeinderat für eine Ampelanlage an der Kreuzung ausgesprochen hatte, fehlt nun der nötige Platz (wir berichteten). Auf erneute Nachfrage erklärte Florian Hörhammer, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Brannenburg, dass nach wie vor unklar sei, wo die alte Lok hinsoll: „Der Kreisel wäre ein wunderschöner Platz gewesen“, bedauert er. Jetzt sei man gar nicht mehr sicher, ob man die Lok überhaupt noch haben will – bislang habe sich das Gremium noch auf keinen anderen Standort geeinigt: „Es gibt keinen fixen Beschluss darüber.“ Problematisch sei auch die Instandhaltung der Lok, sie müsse überdacht platziert werden. Vogt sieht das gelassen: Die Lok warte weiterhin im Depot, versichert er.

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