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Severin Grätz veröffentlicht Wanderführer

007 Etappen für den Bond-Fan: 14-Jähriger läuft vom Simssee nach München

Severin Grätz und sein Opa Günter wanderten vom Simssee nach München. Einmal, kurz vor Schluss, war auch Alexandra Volz-Grätz dabei.
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Severin Grätz und sein Opa Günter wanderten vom Simssee nach München. Einmal, kurz vor Schluss, war auch Alexandra Volz-Grätz dabei.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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117,72 Kilometer sind es von Neukirchen am Simssee nach München. Das weiß Severin Grätz ganz genau. Denn der 14-Jährige ist die Strecke gelaufen. Wie es sich für einen Bond-Fan gehört in 007 Etappen. Aus seinem Marsch nach München wurde ein Wanderführer.

Riedering – Wie kommt ein 14-Jähriger auf die Idee, einen Wanderführer zu machen? Es war Severins Abschlussarbeit der 8. Klasse an einer Privatschule. Während seine Mitschülerinnen und Mitschüler kochten, backten, nähten, werkten oder schrottreife Mofa restaurierten, ging Severin wandern.

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Das wollte er eigentlich gerne in England, entlang des Hadrianswalls, aber da spielte im Frühjahr Corona nicht mit. Also wanderte er daheim, beginnend an der eigenen Haustür. Die ersten zwei Etappen mit seiner Mentorin von der Schule, ab Etappe drei mit Opa Günter. Der stellt gleich klar: „Severin war der Chef, ich bin nur mitgegangen.“

Strecken mitten in der Natur

Wie sich das für einen 14-Jährigen gehört, plante er seine Touren nicht mit Karten, sondern mit einer Wander-App. „Die ist echt praktisch. Ich habe Start und Ziel eingegeben, dann kam ein Vorschlag – und wenn mir der zu viel über Straßen oder durch Orte ging, konnte ich die Strecke ganz leicht ändern“, sagte er. Denn Severin wollte so viel wie möglich durch Wälder und über Wiesen laufen, „ich bin einfach gerne in der Natur.“ Kulturelles wurde nebenbei mitgenommen.

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Besonders begeistert waren Opa und Enkel von der sechsten Etappe von Peretshofen nach Aumühle. „Das war die Allerschönste“, schwärmt Severin. „Die Isar smaragdgrün, umgefallene, leicht bizarre Bäume, blühende Heide – und das Wetter hat bestens gepasst.“ Günter Grätz war überrascht, wie viel schöne Natur es in der Nähe der Großstadt gibt. „Es ist unglaublich.“

Keine Lust auf Großstadtgetümmel

Aufgehört haben Severin und Günter Grätz dann doch nicht in der Münchner Innenstadt. Im Nobelvorort Grünwald mit seinen Villen war es Severin schon zu städtisch. Da musste er sich nicht noch ins Großstadtgetümmel stürzen.

Pro Etappe ein Faltblatt mit allen Informationen

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Nun ist eine Wanderung, auch bei 35 Stunden reiner Laufzeit, noch keine Abschlussarbeit. Die benötigt Nacharbeit. Und das nicht zu knapp. Severin zeichnete von jeder Etappe eine Karte und recherchierte, was entlang des Weges so alles geboten war. Da hat, gibt Severin zu, seine Mutter, Alexandra Volz-Grätz, ihn unterstützt. Deswegen gibt es nicht nur Routenbeschreibung, GPS-Daten und Tourensteckbrief, sondern auch reichlich Piktogramme, die auf Sehenswertes, Wirtschaften, Einkaufsmöglichkeiten, Unterkünften, ÖPNV-Anbindung und vieles mehr hinweisen.

117,72 Kilometer in der Jackentasche

Gut, wenn man in der Familie auch eine Grafikerin hat. Die hat die entsprechende Software und viele Tipps, sodass Severin seine Erlebnisse und Recherchen übersichtlich darstellen konnte. Für jede Etappe einzeln. Und eine Übersicht über die gesamte Strecke mit vielen Fotos und praktischen Hinweisen. Alle verpackt in einer handlichen Box für die Jackentasche.

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Die hat er dann in einer Kleinserie von 25 Exemplaren produziert. Einige hat er schon verschenkt, ein paar hat er noch. Nebenbei entstand noch der theoretische Teil der Jahresarbeit zu den bayerischen Königen. Kein Wunder, dass Severin sagt, es sei stressig gewesen. Aber er ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich finde, es ist etwas Schönes herausgekommen.“

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