Bomben machen Sorgen

Knapp sieben Jahrzehnte nach Kriegsende will Rohrdorf etwaigen Blindgängern auf die Spur kommen. Das beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung. Ein Ingenieurbüro soll sich nun auf die Suche nach nicht explodierten Bomben machen.

Rohrdorf - Bei Luftangriffen in den Jahren 1944 und 1945 waren Teile der Ortschaften Rohrdorf und Thansau stark bombardiert worden. Niemand weiß jedoch, ob alle abgeworfenen Bomben auch tatsächlich explodiert sind. Deshalb soll nun ein Münchner Ingenieurbüro anhand alter Luftbilder gezielt nach möglichen hochbrisanten Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg suchen, die seither unentdeckt im Boden schlummern. Einen entsprechenden Auftrag - Kostenpunkt rund 7000 Euro - vergab der Gemeinderat jetzt einstimmig.

"Fatale Auswirkungen befürchtet"

"Bauen könnte fatale Auswirkungen haben", brachte Bürgermeister Christian Praxl die Notwendigkeit dieses Schrittes auf den Punkt. Beispielsweise musste im vergangenen August eine Fliegerbombe mitten im Münchner Stadtteil Schwabing gesprengt werden.

In der Gemeinde Rohrdorf hatte letztlich der Verdacht, Grundstücke an der Fabrikstraße in Thansau könnten Altlasten bergen, den Stein ins Rollen gebracht. Dort war, wie in der Gemeindechronik nachzulesen ist, im September 1918 die Munitionsfabrik explodiert, in der Militärsprengstoffe wie TNT (Trinitrotoluol) hergestellt wurden; zwei Jahre später ereignete sich eine weitere Explosion in der Trinolfabrik.

Nach engmaschigen Boden- und Wasseruntersuchungen konnte inzwischen aber für Privatgrundstücke Entwarnung gegeben werden; sie wurden, wie Praxl weiter ausführte, inzwischen aus dem Altlastenkataster entfernt.

Anders verhalte es sich beispielsweise mit dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik, auf dem heute die Firmen Planatol und Renolit (vormals Alkor) liegen. Bei Planatol etwa lagere derzeit unter Folien belasteter Aushub; und es sei noch zu klären, wer die Entsorgung bezahlen müsse. pil

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