BÜRGERVERSAMMLUNG IN VOGTAREUTH ZUM THEMA „WASSER“

„Bohrversuche sind vielversprechend“

Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter hatte eine gute Nachricht für die Vogtareuther: Die Bohrung am Brunnen Buchwald/Lochen lasse sich gut an. „Besonders die Nitratwerte liegen mit 10 Milligramm/Liter erfreulich niedrig.“ Knothe
+
Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter hatte eine gute Nachricht für die Vogtareuther: Die Bohrung am Brunnen Buchwald/Lochen lasse sich gut an. „Besonders die Nitratwerte liegen mit 10 Milligramm/Liter erfreulich niedrig.“ Knothe

Das Thema Wasser ist für die Vogtareuther ein „heißes Eisen“. Das zeigte sich auch bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus in Vogtareuth. Der Saal musste sogar ins Treppenhaus hinein geöffnet werden, um alle Besucher zu fassen. Vier Experten aus dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt standen den Bürgern Rede und Antwort.

Vogtareuth– Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter hatte bewusst so frühzeitig wie möglich eingeladen, um seinen Bürgern die neuesten Informationen zur aktuellen Versuchsbohrung an der neuen Stelle Buchwald/Lochen geben zu können. Und endlich: Die ersten Wasseranalysen seien vielversprechend, so der Rathauschef. Besonders der Nitratgehalt sei erfreulich niedrig.

Er hoffe nun nach den ersten positiven Ergebnissen, die das Ingenieurbüro Dr. Walter Knorr aus München lieferte, dass die Standortwahl des eigenen Brunnens für Vogtareuth die richtige ist. Zuvor war bei Zaißberg gebohrt worden, doch war dort letztlich die Wasserqualität zu schlecht. „Zu viel Nitrat“, so der Bürgermeister.

Ihm brennt das Thema unter den Nägeln. Denn viele junge Familien bekommen seit Jahren trotz Bauwunsch keine Genehmigung, weil die Wasserversorgung nicht gesichert ist. „Die wandern schließlich ab. Und wer einmal weg ist, kommt auch nicht zurück“, bedauert er.

Ausführlich legte er den Bürgern an Hand einer Po wer-Point-Präsentation dar, wie intensiv in der Vergangenheit die Gespräche mit den Stadtwerken Rosenheim geführt worden seien. Immer wieder sei von Seiten der Gemeinde der Gesprächsfaden aufgenommen worden, doch seien die Verhandlungen letztlich an der Haltung der Stadtwerke gescheitert, so Leitmannstetter. „Stur ist das richtige Wort“, wurde dazu aus dem Publikum gerufen.

Eine Gruppe von Zaiseringer Bürgern forderten, trotzdem „gemeinsame Sache“ mit den Stadtwerken Rosenheim zu machen und mit ihnen zusammen nach Wasser zu bohren. Das komme unterm Strich billiger, argumentierten sie. Außerdem sei deren Bohrung am „Brunnen Moosen“ möglicherweise schneller von Erfolg gekrönt – weshalb man letztlich schneller an Wasser komme.

Versuchsbohrungen vorerst beendet

Ausgesprochen positiv bewertete Dr. Werner Knorr die ersten Ergebnisse der Bohrungen am Brunnen Buchwald/Lochen. Sein gleichnamiges Planungsbüro ist von der Gemeinde Vogtareuth mit der Trinkwassererschließung beauftragt. Er erklärte der OVB-Heimatzeitung auf Anfrage, dass gestern die zweite Bohrung erfolgreich beendet worden sei. Nun folge eine Zäsur, in der die Wasserqualität und die mögliche Fördermenge genau unter die Lupe genommen werden. „Zehn Milligramm/Liter Nitrat wurden bisher ermittelt“, so Knorr. Das sei ein sehr guter Wert; 50 Milligramm sei der erlaubte Grenzwert. Und auch die von Leitmannstetter gewünschte Wassermenge von 250 000 Kubikmeter pro Jahr zeichne sich ab. „Die Bohrung zeigt ein sehr ergiebiges Wasservorkommen.“ Anschließend werde die Größe des Schutzgebietes berechnet und alle Ergebnisse an das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim zur Begutachtung weitergeleitet.

Grundsätzlich – wenn keine Störungen auftreten – könnte dieser Brunnen dann im Jahr 2020 „an die Wasserleitung gehen“, so die vorsichtige Einschätzung des Fachmanns.

Und das würde genau mit der „beschränkten Erlaubnis“ für die Quelle Zaisering, die am 31. Dezember 2020 ausläuft, harmonieren.

Nur ein Punkt sei laut Knorr noch zu klären: die Größe des Schutzgebietes. Plump gesagt: je größer die Wasserentnahme, umso größer das Schutzgebiet. Sollte auch der „Brunnen Moosen“, an dem derzeit Probebohrungen im Auftrag der Stadtwerke durchgeführt werden, erfolgreich sein, würden diese beiden Brunnen wegen der räumlichen Nähe für die Ausweisung des Schutzgebiets zusammengelegt. Doch wie groß dieses Gebiet dann letzlich werde, dazu wollte er sich gestern nicht äußern.

Entgegen mancher Befürchtungen aus der Bevölkerung könne die – auch hohe – Wasserentnahme am Brunnen in Moosen die Fördermenge für den Vogtareuther Brunnen Buchwald/Lochen nicht beeinflussen: „Er ist oberstromig. Der Vogtareuther Brunnen liegt im Anstrom des Grundwassers.“ Was soviel bedeutet, dass das Wasser zuerst den Vogtareuther Brunnen erreicht, bevor es weiter zum „Brunnen Moosen“ fließt.

Kommentare