Bohrende Fragen zur Kostensteigerung

Die energetische Sanierung der Otfried-Preußler-Schule Stephanskirchen bereitet dem Gemeinderat zunehmend Kopfzerbrechen. Die Kosten haben sich erneut in die Höhe geschraubt. Aktueller Stand: 2,9 Millionen Euro.

Stephanskirchen - Auf 2,57 Millionen Euro hatte der Gemeinderat die Kosten für die Sanierung gedrückt und dafür zahlreiche Maßnahmen gestrichen. Denn die große Lösung für den gesamten Komplex mit optimaler Ausführung hätte sogar sechs Millionen Euro verschlungen. Zuschüsse aus dem Konjunkturprogramm des Bundes erhält Stephanskirchen jedoch nicht - allerdings eine Förderung für die Dämmung der Turnhalle.

Weiterführende Planungen haben jetzt einen Mehraufwand ergeben. Unter anderem liegt dies an Maßnahmen, die im Rahmen der Sanierung mit durchgeführt werden sollen - wie die Umrüstung des Wasserleitungssystems im Mittelbau der Grundschule, die Erneuerung der Telefonanlage sowie der Außenbeschallung und die Umstellung der Schließanlage. Im Hauptschultrakt sollen zusätzliche Duschmöglichkeiten eingerichtet werden. Die Änderungsvorschläge hatten sich nach der letzten Beratung des Arbeitskreises, in dem Vertreter der Fraktionen, des Bauamtes, der Schule und der Planer Mitglied sind, ergeben.

Zahlreiche Ratsmitglieder reagierten auf die Kostensteigerung jedoch mit bohrenden Nachfragen. Die Kritik biss sich unter anderem an missverständlich angegebenen Kosten für Beamer in den Klassenräumen fest. Die veranschlagten 137 000 Euro gehen in erster Linie jedoch auf die notwendige EDV-Vernetzung der 25 Klassenzimmer zurück. Da in den Räumen alle Heizungen ausgetauscht und dafür die Wände aufgerissen werden, sollen die Leitungen und Anschlüsse für Internet und Beamer gleich mitverlegt werden. Eine sinnvolle Maßnahme, welche die Mehrheit auch mittrug.

Trotzdem sieht Jürgen Richter von der CSU in diesem Kostenpunkt ein Anzeichen dafür, dass in einem 2,9 Millionen-Programm stolze Summen wie jene 137 000 Euro unterzugehen drohen. Ratsmitglieder wie Christian Helget von den Parteifreien Bürgern und Michael Schweinsteiger von der SPD-Fraktion wiesen auf weitere Kostenansätze hin, die ihnen zu hoch erschienen. CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Rolf-Jürgen Löffler fühlte sich von der neuen Kostenaufstellung sogar "übertölpelt". Ihm fehle die Transparenz, kritisierte er offen. Verärgert wiesen einige Mitglieder auch darauf hin, dass keine Vorberatung im Bauausschuss möglich gewesen war.

Bürgermeister Rainer Auer reagierte ebenfalls leicht genervt. Warum die Informationen aus dem Arbeitskreis, in dem jede Fraktion vertreten sei, nicht ausreichend an diese weitergegeben würden, fragte er. Hans-Peter Hofmeister, Konrektor der Otfried-Preußler-Schule, sah sich genötigt, Kritik am Wunsch der Schule nach einer EDV-Verkabelung der Klassen zurückzuweisen. "Wie sollen wir unsere Schüler, wie von der Wirtschaft gefordert, auf dem aktuellen Stand der Technik ausbilden, wenn wir über genau diese Technik nicht verfügen können."

Löffler stimmte am Ende verärgert als einziger gegen die neue Entwurfsplanung der Bürogemeinschaft Kröff, Kas und Meixner, die ebenfalls einen anstrengenden Abend im "Kreuzverhör" erlebte. Die 2,9 Millionen Euro sind auf Wunsch von Richter nun gedeckelt.

Der schnelle Beschluss war notwendig. Denn die Zeit drängt. Für die Arbeiten, die in den Pfingstferien beginnen, stehen bis Ende der Sommerferien nun 16 Wochen zur Verfügung. duc

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