BLUMEN AN VALENTINSTAG

Blumenläden haben am Valentinstag vier Stunden geöffnet – Abholungen nur mit Vorbestellungen möglich

Markus Böck, Inhaber des Blumenladens „Blumen Böck“ mit seinen beiden Mitarbeiterinnen Anna-Maria Kirchhuber (links) und Christiane Inoubli.
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Markus Böck, Inhaber des Blumenladens „Blumen Böck“ mit seinen beiden Mitarbeiterinnen Anna-Maria Kirchhuber (links) und Christiane Inoubli.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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Trotz des Lockdowns müssen Verliebte nicht auf Blumen verzichten: Das bayerische Sozialministerium hat bekanntgegeben, dass Blumenläden am Valentinstag vier Stunden lang für Abholungen geöffnet werden dürfen. Auch im Inntal machen Läden davon Gebrauch.

Inntal – Blumen gehören zum Valentinstag wie Schokolade zu einem rauchigen Whisky. Aber was tun, wenn der Tag der Liebenden in den Lockdown und obendrein auf einen Sonntag fällt? Panische Ehemänner können aufatmen: Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat bekanntgegeben, dass am Valentinstag Blumensträuße für vier Stunden (von 8 bis 12 Uhr) vor den Läden abgeholt werden dürfen – wenn sie denn per „Click&Collect“ oder telefonisch vorbestellt wurden. „Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist es wichtig, dem Partner oder der Partnerin seine Wertschätzung zu zeigen und zu verwöhnen“, sagt die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner in einer Pressemitteilung.

90 Prozent der Kunden seien Männer

Diese Meinung teilen auch die Blumenläden-Besitzer im Inntal. „Die Leute sind hungrig nach Blumen“, sagt Christian Hauser, Ladeninhaber von „Blumen Hauser“ in Brannenburg. Aber mit Bedauern stellt er auch fest, dass viele ihre Blumen im Supermarkt besorgen. Dass die großen Discounter öffnen dürfen und die Blumenläden nicht, findet er fragwürdig: „Wir haben sämtliche Sicherheitsvorkehrungen. Wir erfüllen eigentlich alles und werden trotzdem bestraft.“

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Umso mehr wisse er es zu schätzen, dass, wenn es um den Valentinstag gehe, auf die Stammkunden Verlass sei. Auf den Zug der sozialen Medien sei das Unternehmen noch nicht aufgesprungen. „Wir sind noch sehr altbacken.“ Deshalb können Bestellungen nur telefonisch entgegengenommen werden – aber auch mit dem Vorteil, dass die Kunden ihre individuellen Wünsche äußern können oder beraten werden.

Von 8 bis 12 Uhr steht Hauser am Sonntag für Abholungen bereit. „Gut wäre es, wenn uns die Leute ein wenig Vorlaufzeit gönnen.“ Aus Erfahrung weiß der Ladenbesitzer, dass seine besten Kunden am Valentinstag Männer sind „Etwa 90 Prozent.“

Auch Markus Böck, Inhaber des Geschäfts „Blumen Böck“ in Raubling, hat schon einige Blumenanfragen. Auch, wenn das Ganze „eher schleppend“ anlaufe: „Die Leute wollen sich selber was aussuchen“, so sein Eindruck. Der Blumenkauf sei eine spontane Sache. Aber Böck will nicht jammern, er sei derzeit „froh um alles“. „Wir haben einfach mal Vertrauen, dass die Leute den Valentinstag nicht vergessen.“ Und um den Kunden eine schöne Auswahl zu bieten, lässt er sich nicht lumpen: „Wir haben ein ausreichendes Sortiment da, sodass wir kurzfristig noch Wünsche erfüllen können. Von Rosen bis hin zu Frühlingsblühern.“ Am Valentinstag können die Käufer die duftende Ware von 8 bis 12 Uhr abholen.

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Gabriele Koller, Inhaberin des Blumenladens „Blumen Koller“ in Oberaudorf, ist ebenfalls gewappnet: „Die Leute wollen ganz klar Blumen an Valentin“, sagt sie. Einige treue Kunden hätten schon Sträuße in Auftrag gegeben. Aber es könnten mehr sein. Wie sie festgestellt habe, möchten die Leute lieber selbst in den Laden gehen, um sich inspirieren zu lassen. „Sehen, riechen, fühlen – das ist unsere Branche“, verdeutlicht Koller das Dilemma. Und da helfe es nicht gerade, dass Supermärkte ebenfalls Sträuße im Angebot haben. „Da sollte man eigentlich mal einen Riegel vorschieben“, findet die Blumenexpertin.

Da der Valentinstag aber heuer auf einen Sonntag fällt, haben die Blumenläden einen Vorteil: Sie können flexibel auf Kurzentschlossene reagieren. Gabriele Koller zumindest lässt Spontankäufer nicht im Stich: „Auch am Sonntag sind Vorbestellungen noch möglich.“

„Die Leute wollen Qualität“

Von positiven Erfahrungen berichtet Thorsten Maltenberger, Besitzer des Ladens „Blumen-Trend-Floristik“ in Nußdorf. Er sagt: „Wir sind gut beschäftigt und ausgebucht. Wir haben am Samstag noch einmal nachbestellt.“ Auch, wenn man die Resonanz nicht mit der des vorherigen Jahres vergleichen könne.

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Per Mail oder per Telefon können die Kunden ihre Wünsche äußern. Und seine Feststellung: „Die Leute wollen Qualität.“ Supermärkte sehe er deshalb nicht als Konkurrenz. Denn die Liebe, die Floristen in Blumensträuße stecken, die komme beim Empfänger auch an.

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