Lage wird weiterhin beobachtet

Blaualgen im Simssee bei Baierbach ziehen kein Badeverbot nach sich

Der Verdacht auf Blaualgen im Simsseewasser, den die Gemeinde Stephanskirchen hier auf einem Schild in der Badebucht von Baierbach beschreibt, hat sich bestätigt.
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Der Verdacht auf Blaualgen im Simsseewasser, den die Gemeinde Stephanskirchen hier auf einem Schild in der Badebucht von Baierbach beschreibt, hat sich bestätigt.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
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Im Simssee im Bereich der Badebucht Baierbach schwimmen Blaualgen im Wasser. Das Landratsamt spricht kein generelles Badeverbot aus, appelliert aber an die Eigenverantwortung der Bürger.

Stephanskirchen – Die gute Nachricht vorneweg: Die Höhe der Konzentration der Blaualgen ist laut Landratsamtssprecherin Ina Krug nicht gesundheitsschädigend. In der Baierbacher Badebucht seien die Algen, oder auch Cyanobakterien, nur „vereinzelt“ nachgewiesen worden.

Wasserproben genommen

Der Verdacht der Gemeinde Stephanskirchen hat sich demnach bestätigt. Diese habe dem Landratsamt am vergangenen Freitag gemeldet, dass möglicherweise Blaualgen im Wasser schwimmen.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes habe am nächsten Tag eine Wasserprobe an beiden Seiten der Bucht genommen und diese zum Bayerischen Landesamt für Gesundheit gebracht, sagt Krug.

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Aufgrund des Ergebnisses werde man in der Badebucht Schilder aufstellen und so darüber informieren. Außerdem soll die Lage vor Ort weiter beobachtet werden, „da wir nicht wissen, wie sich die Situation in den kommenden Tagen bei schönem, warmen Wetter entwickelt“, erklärt Krug.

Kein generelles Badeverbot

Sollte es erneut einen Verdacht auf eine größere Blaualgenkonzentration geben, würden noch einmal Wasserproben genommen. Sie macht aber deutlich: „Ein generelles Badeverbot, falls jetzt schon jemand bei sieben Grad Wassertemperatur schwimmen geht, gibt es aktuell nicht.“ Dennoch appelliert sie an Schwimmer, sich eigenverantwortlich zu verhalten.

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Eine Prognose für den Sommer will Krug nicht abgeben. Wie sich die Situation mit den Algen in den warmen Monaten entwickle, wäre reine Spekulation.

Mehr Informationen zu Blaualgen:

Trotz ihres Namens sehen Blaualgen, oder auch „Cyanobakterien“, eher grün als blau aus. Der Grund: Das blaue Pigment sei meist unter dem grünen Chlorophyll-a versteckt, erklärt Gesundheitsamtssprecherin Ina Krug. Grundsätzlich kämen Blaualgen in geringer Menge in jedem Gewässer vor. Unter speziellen Bedingungen, wie warmen Temperaturen in den Sommermonaten und vermehrtem Nährstoffeintrag, könnten sie sich massiv vermehren. Die Blaualgen seien vor allem dann ein Gesundheitsrisiko, wenn Wasser mit hohen Konzentrationen geschluckt werde oder in die Atemwege gelange. Eine mögliche Folge: Atemwegs- und Magen-Darmerkrankungen. Eine Aufnahme über die Haut sei aber unwahrscheinlich. Allerdings könnten die Bakterien die Haut reizen beziehungsweise Entzündungen oder allergische Reaktionen auslösen.

Messstellen am Simssee:

Am Simssee gibt es fünf Messstellen: in der Badebucht in Baierbach, bei der Badestelle neben der Simssee-Stuben in der Gemeinde Söchtenau, beim Campingplatz Stein in Bad Endorf, im Kinderbad Ecking in Riedering und in Pietzing (ebenfalls Gemeinde Riedering). Die Badeseen werden laut Gesundheitsamtssprecherin Ina Krug in der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September „regelmäßig hygienisch überprüft“. Um die Wasserqualität zu ermitteln, würden Wasserproben genommen und auf die Bakterien Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht. Diese sind Indikatoren für Verunreinigungen. Außerdem würden Wassertemperatur und Sichttiefe untersucht. Die Ergebnisse gibt es in Tabellen auf der Webseite des Landratsamtes unter ww.landkreis-rosenheim.de/landkreis-gemeinden/#tab-qualitaet-der-badeseen.

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