Die Bayern kommen: Ein Campus für Nachwuchs-Kicker in Stephanskirchen

Der Kunstrasenplatz in Waldering, auf dem der Sv Schloßberg-Stephanskirchen seine Heimspiele austrägt, wird ab nächstem Jahr Teil des Fc Bayern Campus für das Kadertrainig der Jugendmannschaften bis U10.

„Die Bayern kommen“ – in der Fußball-Bundesliga sorgt dieser Satz für Anspannung. In Stephanskirchen für Begeisterung. Im Sportverein Schloßberg-Stephanskirchen (SVS) genauso, wie im Gemeinderat. dort stellten die Fußballer vor, wie sie von der Zusammenarbeit profitieren.

Von Sylvia Hampell

Stephanskirchen – Fußball-Abteilungsleiter Andreas Jörns und Jugendleiter Chris Fleischmann stellten den Kommunalpolitikern die Kooperation mit dem FC Bayern München im Jugendfußball vor. Als der Anruf aus München kam, sei er sich erst einmal verkohlt vorgekommen, erzählte Jörns amüsiert. Bis die ersten Terminvorschläge für ein Gespräch kamen. Mitte Mai fuhren Jörns und Fleischmann zum FC Bayern nach München.

Nachwuchstalente ohne Druck sichten

Der FC Bayern habe sich entschlossen, die Ausbildung der jüngsten Fußballer bis einschließlich D-Jugend zu dezentralisieren, so Fleischmann. Weil sie dem talentierten Nachwuchs den Druck ersparen wollen, im FCB-Trikot aufzulaufen. „Druck hat im Trikot des erfolgreichsten deutschen Vereins jeder, auch schon die Kleinsten“, so Fleischmann. Und davon wolle der FCB bei den Jüngsten weg. Außerdem sollen Trainingsanfahrten von 90 Minuten und mehr vermieden werden.

Stephanskirchen erste Anlaufstelle des FCB

Vier Förderkader in Oberbayern sind der Ersatz. Und einer der Standorte ist Stephanskirchen. „Wir waren der erste Ansprechpartner“, erklärte ein sichtlich stolzer Abteilungsleiter. Das sei auch eineAnerkennung der guten Jugendarbeit des SVS, so Fleischmann. Die kennt der FCB, denn in der D-Jugend treten die Nachwuchskicker in der Bezirksoberliga unter anderem gegen den FCB an. Und Stephanskirchen ist DFB-Stützpunkt.

Hoffnung für den eigenen Nachwuchs

Natürlich hoffen die Verantwortlichen des SVS-Fußballs, dass der eine oder andere Bub aus dem Gemeindegebiet zum Kadertraining eingeladen wird, Einfluss darauf haben sie keinen: Der FCB lädt die Spieler aus der Region zum wöchentlichen Training am Sonntag Vormittag ein, „wir stellen lediglich Platz und Material“, so Fleischmann.

FC Bayern schult SVS-Trainer

Und trotzdem könne der SVS von der zunächst für vier Jahre ab der Saison 2021/2022 vereinbarten Zusammenarbeit profitieren. Zum einen durch den kurzen Draht zum FCB, zum anderen „können wir uns für Training etwas abschauen und in die Spielphilosophie hineinschnuppern.“ Die Fortbildung der SVS-Trainer sei abgemacht und auch die Unterstützung bei der Organisation großer Jugendturniere. „Außerdem gibt es einmal pro Jahr eine komplette Trainingsausrüstung für unsere Jugendmannschaften“ – was sich bei 14 Mannschaften, darunter zwei Mädchen-Teams, durchaus bemerkbar macht.

Viele Kinder, zuwenig Trainer

Der SVS bleibe ein Breitensportverein, versicherte Fleischmann, in dem jedes fußballbegeisterte Kind der Gemeinde Stephanskirchen willkommen sei. Und das sind viele Kinder. Allein in der F-Jugend tummeln sich 45 Kinder in drei Mannschaften. „Uns gehen die Ehrenamtlichen, die Trainer und Co-Trainer aus. Wir brauchen Manpower!“ Vielleicht habe ja der eine oder andere stolze Papa – oder eine stolze Mama – eines kleinen Kickers Lust. Fortbildung durch den FCB höchst wahrscheinlich.

Anerkennung der guten Jugendarbeit

„Eine tolle Bereicherung für den Sportverein“, freute sich Petra Hofmann (parteilos), Steffi Panhans (SPD), die dritte Bürgermeisterin, fand es eine „Anerkennung ihrer guten Arbeit – Sie dürfen zu Recht stolz sein“. Hubert Lechner (Parteifreie) gratulierte. Es sei bemerkenswert, dass erst 2012 der Kunstrasenplatz eingeweiht worden sei und heute der SVS Kooperationspartner des FC Bayern ist. „Und die Trainingszeit am Sonntag Vormittag tut dem SVS nicht weh.“

Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) hielt fest, dass diese Zusammenarbeit nach den schwierigen Monaten, in denen wegen des Corona-Viruses im Jugendfußball gar nichts ging, „eine ganz besonders tolle Auszeichnung“ sei.

Die Freude im Gemeinderat war groß, ein Beschluss nicht nötig.

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