Baustelle auf der A93: Die Autobahn flüstert nur noch

Verengte Fahrbahn:Die Inntalautobahn (A93) erhält auf einer Strecke von vier Kilometern einen neuen Fahrbahnbelag, der den Verkehrslärm dämmen soll. Dafür muss die Anschlussstelle Brannenburg gesperrt werden. Reisner

Auf einer Strecke von vier Kilometern bekommt die Inntalautobahn einen neuen Belag, der den Lärm dämmen soll. Was Anwohner freut, bedeutet für Autofahrer und Berufspendler ab sofort Einschränkungen.

Brannenburg/Raubling – „Wir haben bereits vor ein paar Jahren die Betonschicht erneuert. Jetzt ist der Fahrbelag an der Reihe“, sagt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Aufgrund von anderen Baumaßnahmen wie beispielsweise der Bahnbrückenerneuerung bei Reischenhart habe sich die Beschichtung der Fahrbahn verzögert.

Corona erleichtert die Arbeiten

Wegen des starken Rückgangs des Verkehrs infolge der Corona-Pandemie (Lesen Sie hierzu auch diesen Beitrag)erfolgte der Aufbau der Baustellenverkehrsführung schneller als vorgesehen. „Normalerweise ist es sehr aufwendig, eine Baustelle erst einmal aufzubauen. Die gelben Fahrbahnmarkierungen müssen angebracht und die Trennwände aufgestellt werden“, sagt Seebacher. Auf Baustellen käme die Corona-Krise der Autobahndirektion derzeit sehr entgegen.

90 Prozent weniger Verkehr

Die Arbeiter seien innerhalb weniger Tage damit fertig geworden, da derzeit so gut wie keine Autos unterwegs sind. „Wir verzeichnen auf der A93 derzeit einen der höchsten Verkehrsrückgänge auf deutschen Autobahnen“, sagt Seebacher. Zuletzt waren bis zu 90 Prozent weniger Pkw auf der Inntal Richtung Österreich unterwegs.

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Der Verkehr wird bereits seit dem frühen Montagnachmittag in die Baustellenverkehrsführung umgelegt – die Ein- und Ausfahrt an der Anschlussstelle Brannenburg ist damit ab sofort in Fahrtrichtung Kiefersfelden bis Mitte Juni gesperrt.

Zweite Bauphase

Der Ausbau erfolgt im ersten Schritt auf der Fahrbahn in Richtung Kiefersfelden. In einer zweiten Bauphase wird anschließend die östliche Fahrbahnseite in Fahrtrichtung Rosenheim ebenfalls mit der lärmreduzierenden Beschichtung versehen. Während der Arbeiten wird der Verkehr in beiden Richtungen jeweils zweispurig in einer verengten Baustellenverkehrsführung auf der jeweils anderen Fahrbahnseite geführt.

In den Jahren 2013 und 2016 wurde die alte Fahr-bahn durch eine neue Betonfahrbahn ersetzt. Mit der lärmmindernden Beschichtung wird die Sanierung der Autobahn in diesem Bereich abgeschlossen. Im ersten Schritt wird die Betonschicht durch sogenanntes Grinding für das Aufbringen der lärmmindernden Beschichtungen vorbereitet. „Die Fahrbahn ist ja relativ neu. Trotzdem muss sie an einigen Stellen mit der Fräse auf die Beschichtung vorbereitet werden“, sagt Seebacher.

Fahrbahnbeschichtungen werden erprobt

Erprobt werden bei dieser Gelegenheit jeweils unterschiedliche Beschichtungen: In Fahrtrichtung Kiefersfelden wird eine Beschichtung auf Epoxidharzbasis aufgebracht. „Dadurch ist die Farbe der Autobahn etwas gelblich. Das liegt am Epoxit und ist normal“, so Stocker. In Fahrtrichtung Rosenheim wird eine dünne Asphaltschicht (DSH-V) aufgebracht. Anhand verschiedener Beläge wolle die Autobahndirektion verschiedenen Modelle für die Zukunft testen. „Das geht nur in der Praxis“, sagt der Pressesprecher.

Umleitung über Reischenhart

Autofahrer, die aus Richtung Rosenheim kommen, werden ab der Anschlussstelle Reischenhart über die Rosenheimer Straße (Staatsstraße 2363) in Richtung Brannenburg geleitet. Verkehrsteilnehmer, die weiter in Richtung Kiefersfelden auf die Autobahn auffahren wollen, werden über die beschilderte Bedarfsumleitungsstrecke zur Anschlussstelle Oberaudorf geleitet. Dort können sie auf die Autobahn nach Kiefersfelden aufzufahren.

Im Zeitraum von Mitte bis Ende Juni wird die Baustellenverkehrsführung umgebaut und der Verkehr auf die frisch beschichtete Fahrbahnseite umgelegt. Während der Umbauarbeiten steht zeitweise in beiden Fahrtrichtungen nur eine Fahrspur für den Verkehr zur Verfügung.

Bislang nur Arbeiten am Tag geplant

Sollte das Verkehrsaufkommen bis zum Umbauzeitpunkt weiterhin so niedrig bleiben wie aktuell, erfolgen die Umbauarbeiten an der Verkehrsführung tagsüber. Andernfalls werden die Arbeiten in der Nacht ausgeführt. Die Autobahndirektion wird hierzu rechtzeitig informieren. „Das betrifft vor allem die Anwohner, die nachts vom Baulärm gestört werden könnten. Bislang können wir aber am Tag arbeiten“, sagt Seebacher.

Zweite Phasestartet Ende Juni

Nach Abschluss des Umbaus erfolgt während der zweiten Bauphase die Sperrung der Anschlussstelle Brannenburg in Fahrtrichtung Rosenheim. Es ist von Ende Juni bis Mitte August 2020 keine Einfahrt in Richtung Rosenheim beziehungsweise keine Ausfahrt von Kiefersfelden kommend möglich.

Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Kiefersfelden kommen und nach Brannenburg wollen, werden ab der Anschlussstelle Reischenhart über die Staatsstraße 2363 zurück nach Brannenburg geleitet. Autofahrer, die in Richtung Rosenheim an der Anschlussstelle Brannenburg auffahren wollen, folgen der ausgeschilderten Umleitungsstrecke zur Anschlussstelle Reischenhart. Dort können Autofahrer wieder auf die Autobahn auffahren.

Die gesamte Baustellenlänge beträgt rund sechs Kilometer. Für den gesamten Zeitraum des Baus sind die beiden Parkplätze Petersberg und Heuberg gesperrt. Außerdem gilt aus Gründen der Verkehrssicherheit im gesamten Baustellenbereich eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 80.

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