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BAUEN AUF DEM LAND

Baukulturregion: Kreisbaumeister Rupert Seeholzer zu Besuch am Samerberg

Die Samerberger Gemeinderäte und die Experten Tobias Hanig (Diplom-Ingenieur) und Rupert Seeholzer (Kreisbaumeister) bei der Ortsbegehung vor der Gemeinderatssitzung.
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Die Samerberger Gemeinderäte und die Experten Tobias Hanig (Diplom-Ingenieur) und Rupert Seeholzer (Kreisbaumeister) bei der Ortsbegehung vor der Gemeinderatssitzung.

Die jüngste Sitzung des Samerberger Gemeinderates war geprägt von dem Thema „Baukultur“. Zwei Vorträge dazu brachten viele Anregungen. Diplom-Ingenieur Tobias Hanig, der als Vertreter des Leader-Projektes „Baukulturregion Alpenvorland“ die Gemeinde Samerberg betreut, gab einen Sachstandsbericht.

Von Beate Leitner

Samerberg – Start des Projekts war im Oktober 2020. Die bereits durchgeführten Aktionen fanden aufgrund der Corona-Beschränkungen größtenteils online statt.

Private Tour über das Hochplateau

Hanig gab einen Ausblick auf weitere anvisierte Themen und legte den Gemeinderäten eine für Anfang Oktober geplante Exkursion in den Bregenzer Wald ans Herz. Hier könne man bei einem Besuch Anregungen zur regionalen Architektur sammeln. „Sie werden danach mit ganz anderen Augen Ihre eigene Gemeinde sehen“, meinte Hanig, „vielleicht sogar mit ein bisschen Neid.“

Neid? Vielleicht eher was für Andere. So jedenfalls das Fazit aus dem darauffolgenden Vortrag des neuen Kreisbaumeisters Rupert Seeholzer. Als Vorbereitung für seinen Antrittsbesuch am Samerberg hatte dieser einen Sonntagnachmittag „geopfert“ und eine private Tour quer über das Hochplateau unternommen.

Viele gelungene Beispiele für regional angepasstes Bauen

Anhand des dabei gesammelten Bildmaterials hielt er den Samerbergern den Spiegel vor, in dem sie sich als eine der Schönsten im Land bewundern durften. Es waren viele gelungene Beispiele für ländliches, regional angepasstes Bauen zu sehen und entsprechend lobende Kommentare von Seeholzer zu hören.

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Allerdings gebe es auch hier den einen oder anderen Ausreißer, der nicht so recht ins schöne Ortsbild passen möchte: Auf Kritik stießen unter anderem der Maschendrahtzaun am Kindergarten, ein Rasenroboter auf einer öffentlichen Wiese und unsensibel und rein zweckmäßig auf Hausdächer aufgeklatschte Gauben. Industriell anmutende landwirtschaftliche Bauten wurden mit „Kostet ein schöner Stall wirklich mehr als eine Gewerbehalle?“ hinterfragt. Toskanahäuser gehören nach Ansicht des Kreisbaumeisters nach Norditalien und nicht ins oberbayrische Voralpenland.

Gemeinde soll aufmerksam bleiben

Seeholzer empfahl der Gemeinde, weiterhin aufmerksam zu bleiben und die Wohn- und Gewerbebebauung behutsam weiterzuentwickeln, wenn man die Ortsbilder in Grainbach und Törwang und der anderen Siedlungen auf dem Samerberg bewahren wolle. Bürgermeister Georg Huber (ÜPW) bedankte sich beim Kreisbaumeister für den „Vortrag, der uns aus der Seele spricht“.

Die nachfolgende Diskussion drehte sich zu großen Teilen um die Frage, mit welchen Instrumenten die Gemeinde Einfluss auf zukünftige Bauvorhaben nehmen könnte. Bauberatung, noch vor der Planerstellung, Umnutzung von Bauernhöfen in Mehrgenerationenprojekte oder Gewerbe und Dokumentation von Leerständen waren nur einige der Vorschläge von Seeholzer.

Gestaltungssatzung wird gerne unterlaufen

Man diskutierte die Problematik von Gestaltungssatzungen und Bebauungsplänen, bei denen Gemeinden eher Regelungswut als Augenmaß unterstellt werde und die demzufolge gerne mit Befreiungsanträgen unterlaufen würden.

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Gemeinderätin Christine Eckert (ÜPW) legte zu guter Letzt noch den Finger in die Wunde der Tekturen, mittels derer Bauherren die ursprünglich durchgewunkenen Baugenehmigungen gerne zu ihren Gunsten „verbessern“ möchten. Aber leider nicht immer im Sinne der Gemeinde. Überdies merkte sie an, dass den eigenen Gremien leider der Mut fehle, in solchen Fällen auch mal die Zustimmung zu verweigern.

Zum Ende bekräftigte Seeholzer seine Sicht der Dinge: „Eine Baugenehmigung ist kein Vorschlag, den man annehmen kann oder nicht“ und „ein Schwarzbau ist kein Kavaliersdelikt.“

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