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„Andere sammeln Briefmarken“

Wie ein 16-jähriger Riederinger alte landwirtschaftliche Raritäten wieder auf Vordermann bringt

Baptist Daxlberger in seiner Werkstatt, in der sich neben selbst zusammengebauten Bulldogs auch Werkzeuge finden.
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Baptist Daxlberger in seiner Werkstatt, in der sich neben selbst zusammengebauten Bulldogs auch Werkzeuge finden.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Alte Dinge aus der Landwirtschaft sammeln, reparieren und pflegen oder auch mal einen Bulldog zusammenbauen: Das ist die Leidenschaft des 16-jährigen Baptist Daxlberger. Mittlerweile ist auf dem elterlichen Hof eine bunte Sammlung mit museumsähnlichen Ausmaßen zusammengekommen.

Riedering – Baptist Daxlberger vom Daxlbergerhof in der Gemeinde Riedering ist erst 16 Jahre alt, aber er hat schon allerhand Raritäten auf seinem Buckel, beziehungsweise auf dem Hof seiner Eltern Susanne und Bernhard Daxlberger. Denn Baptist sammelt alte bäuerliche Gerätschaften und Bulldogs.

Dabei geht es ihm vorwiegend um die mechanische Funktion. Diese Leidenschaft hat ihm wohl der Vater weitergegeben, der vor 40 Jahren ebenfalls als 16-Jähriger die Liebe für das Zusammentragen und Restaurieren von alten und nützlichen Dingen in der Landwirtschaft entdeckte. Baptist gewährt gerne Einblick in sein „Museum“.

Vom Getreidewagen bis zum Traktor

Begonnen hat er mit dem Sammeln von Leiterwagen und kleineren Gerätschaften, außerdem baute er Modell-Bauernhöfe. Sein Interesse wandte sich dann Größerem wie einem Getreidewagen zu oder Gerätschaften, die ungenutzt im Freien standen. Endgültig mit dem Sammelvirus infiziert war der junge Mann, als er von seinem Firm-Göd Sepp Spiel einen etwa 80 Jahre alten Odelbanzen zum Geburtstag bekam.

Besonders fasziniert den Zimmererlehrling, der einmal den Bio-Bauernhof mit 20 Kühen und eigener Nachzucht von den Eltern übernehmen will, das Auseinander- und Zusammenbauen von alten Traktoren. So kurbelt er im Beisein interessierter Spezln schon mal das Fendt Dieselross aus dem Jahr 1939 an, das sein Vater in der Jugend zum Alteisenpreis kaufte.

Stolz ist Baptist auf einen 16-PS-starken Eicher-Bulldog, den er selbst zusammenbaute. Dazu erklärt er: „Das war eher ein Zufall, dass ich Teile aus der ehemaligen DDR auftrieb, dies war dann der Grundstock.“ Einen Motor fand er bei Köln, das Getriebe im Allgäu, die Vorderachse in Niederbayern, den Tank in Vogtareuth, die Schutzbleche in Schönau und die Motorhaube in Moosburg. Der Bastler hält immer die Augen auf, um Einzelteile zu finden.

Ein Kartoffelsortierer gehört zu den Fundstücken, die Baptist häufig repariert.

Die Sammlung auf dem Hof wächst kontinuierlich. Dazu sagen die Daxlbergers: „Es wird uns schon mal was angeboten, weil wir es herrichten und aufbewahren und somit vor Verwitterungsschäden bewahren.“ Es gibt unter anderem Kartoffelsortiermaschinen, Pflüge, Butterfassl oder sogar Windmühlen für den Dreschwagen. Alte gebrauchsbereite Werkzeuge wie eine Standbohrmaschine oder bearbeitete Steine ergänzen die Raritäten. Eine alte Nähmaschine Dürrkopp, die schon für Siegfried und Roy im Einsatz war, ist ein weiteres Unikat mit geschichtlichem Hintergrund.

Wie viel Zeit Baptist für sein Hobby aufwendet, darüber führt er nicht Buch, in jedem Fall ist er sich sicher, dass er Gutes tut. „Andere sammeln Briefmarken.“ Für Vater Bernhard ist das Geschick und Interesse seines Sohnes eine Freude und Herausforderung zugleich: „Es ist schön, wenn man sieht, dass die Landwirtschaft eine Zukunft hat.“ Auf der anderen Seite müsse man Platz für die Sammlung schaffen. „Aber das haben wir bis jetzt immer geschafft.“

Bis in die Nacht wird gewerkelt

Baptist richtet gerade wieder einen alten Eicher in der Werkstatt her. Da kann es schon sein, dass der Bastler beim Hören von BR-Heimatmusik die Zeit vergisst und bis Mitternacht werkelt. Und wenn dann ein alter Bulldog wieder zu neuem Leben erweckt wird, wird auch um diese Zeit noch eine Probefahrt durchgeführt. Spätestens dann wissen seine Eltern, dass ihr Sohn zeitvergessen und erfolgreich war.

/MN

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