LESERFORUM

Bahnstrecke nach Rohrdorf reaktivieren

Leserbrief zum Artikel „Heute vor 50 Jahren fuhr der letzte Zug“ (Lokalteil)

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Die Einstellung des Personenverkehrs auf dieser Strecke vor 50 Jahren aus heutiger Sicht zu bewerten, bringt sicher nichts. Dennoch bleibt festzustellen, dass es in Anbetracht der Verkehrssituation in und um Rosenheim heute an der Zeit wäre, mindestens die Strecke bis Rohrdorf zu reaktivieren. Mittelfristig wäre sogar zu überlegen, die Strecke nach Frasdorf mit Fortführung bis Aschau neu zu bauen.

Leider wird heute oft verlangt, dass sich eine Bahnstrecke oder ein neuer Bahnhalt wirtschaftlich rentieren muss. Bei einer kleinen Gemeindeverbindungsstraße zwischen Weilern, auf der pro Tag weniger als 50 Autos fahren, stellt diese Frage keiner, weil es zur Grundversorgung gehört. Genauso sollte es zur Grundversorgung gehören, Bahnlinien (noch dazu bereits vorhandene) im Personenverkehr zu betreiben, wenn dadurch mehrere Orte und eine gewisse Anzahl von Einwohnern die Chance bekommen, in weniger als fünf Kilometer Entfernung zum Wohnort einen Bahnhalt zu bekommen. Denn nur wer die Chance hat, in der Nähe des Wohnortes in die Bahn zu steigen, fährt eventuell auch weiter. Es ist bekannt, dass der Umstieg von Zug zu Zug im Bahnhof deutlich akzeptierter ist als der Umstieg vom Bus in den Zug. Ein Bus, der alle Orte anfährt, braucht deutlich länger von A nach B als ein Zug. Was hingegen keiner macht, ist, erst mit Auto oder Motorroller drei Kilometer zu einem Bushalt zu fahren, um dann in den Bus umzusteigen und in der nächstgrößeren Stadt weiter in den Zug.

Die Rohrdorfer Strecke wäre auch Teil der Idee „Rosenheimer Regionalbahn“, welche leider noch zu unbekannt ist (siehe www.roregio.org). Da eine Umsetzung nicht von heute auf morgen geht, wäre es an der Zeit, jetzt mit Machbarkeitsstudien oder einer Vorplanung zu beginnen.

Matthias Dangl

Riedering

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